3D-Fernseher vor dem Aus?

"Avatar", "Star Wars - Das Erwachen der Macht" oder "Alles steht Kopf" - im Kino sind 3D-Filme große Publikumsmagneten mit enormen Umsatzzahlen. Daheim im Wohnzimmer aber kommt das dreidimensionale Sehen nicht wirklich an. Wir erklären, woran es liegt, dass 3D-Fernseher fast schon als Flop gesehen wird.

Nach James Camerons Mega-Blockbuster "Avatar" frohlockten auch die großen Hersteller von TV-Geräten mit der 3D-Technik neue Umsätze zu generieren. Aber so richtig kam das dreidimesionale Sehen nicht in den Wohnzimmern der Konsumenten an. Und das weltweit. Mittlerweile ist die Euphorie verflogen und LG, Sony oder Samsung reduzieren in ihrem Produktportfolio die 3D-fähigen Modelle deutlich. Nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Hersteller die Produktion bald ganz einstellt.

Ohne Brille kein 3D

Woran es tatsächlich gelegen hat, dass der Konsument im Kino das 3D goutiert, aber daheim eher verschmäht, ist nicht gänzlich geklärt. Viele haben sicher im Dunkel des Kinosaals kein Problem die großen und unförmigen 3D-Brillen aufzusetzen, daheim auf dem Sofa jedoch schon. Und auch wenn Toshiba den ersten Versuch gewagt hat, ein TV-Gerät auf den Markt zu bringen, mit dem der dreidimensionale Sehgenuss ohne Brille möglich ist - das Ergebnis stellt noch nicht richtig zufrieden. Im Gegensatz zum Kino ist die 3D-Wiedergabe auf den Fernsehschirmen oft etwas dunkler, unschärfer oder pixeliger. Zumindest, wenn Sie nicht bereit sind, richtig tief in die Tasche zu greifen.

Die Studios halten sich zurück

Ein weiterer, womöglich sogar noch wichtigerer Punkt ist das spärliche Angebot. Nicht jeder Blockbuster, der im Kino in 3D lief, wird auch als Blue-ray in dieser Version angeboten. Und wenn doch, dann womöglich mit einem verzögerten Verkaufsstart. Vom Angebot der Fernsehsender ganz abgesehen, das sich, bis auf Pay-TV, nahezu bei Null bewegt.

Totgesagte leben länger?

Noch ist die Hoffnung, dass 3D sich irgendwann einmal auf dem Massenmarkt durchsetzt, von der Industrie nicht gänzlich aufgegeben. Wozu auch. Immerhin produziert Hollywood ja genügend Inhalt. Dennoch liegt der neue Fokus eindeutig bei Virtual Reality und Ultrahochauflödenen oder gebogenen Bildschirmen. Und niemand vermag zu sagen, was die Technik in fünf bis zehn Jahren zu leisten imstande ist. Denn wenn erst ein Weg gefunden wurde, wie dem Couchpotato daheim auch ohne Brille ein fabelhaftes 3D-Vergnügen gewährleistet werden kann, kommen  viele Konsumenten sicher auf den Geschmack Han Solos "Rasenden Falken" ganz plastisch auch durchs heimische Wohnzimmer fliegen zu lassen.


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Datum: 29.11.2016

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