Wissenswertes zum Leben in Caravans und Wohnmobilen

Wer sich den Stress ersparen möchte, mehrere Zimmer individuell einzurichten, täglich zu putzen und alle paar Jahre zu renovieren, sollte über den großen Teich schauen und sich von einer Wohnform inspirieren lassen, die in den USA relativ verbreitet ist: das Wohnen im mobilen Zuhause – und zwar nicht nur für zwei Wochen Campingurlaub, sondern als permanente Lebensform, aus welchen Gründen auch immer. Wie viele Österreicher haben diesen Lebensstil bereits aufgegriffen und welche mobilen Wohnformen gibt es überhaupt?

Unterschied zwischen Wohnwagen und Wohnmobil

Zunächst einmal gilt es, zwischen Caravan bzw. Wohnwagen und Wohnmobil zu unterscheiden. Erstere sind Anhänger für Kraftfahrzeuge, in denen sich eine Wohnungseinrichtung befindet. Dagegen sind Wohnmobile eigenständige Fahrzeuge, in denen man außerdem wohnen kann. Beide Varianten haben spezifische Vor- und Nachteile. Während Wohnmobile den Vorteil bieten, dass man unkompliziert zwischen Wohnbereich und Steuer wechseln kann, lässt sich durch die clevere Kombination von Caravan und Zugwagen viel Geld sparen.

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Wohnen auf vier Rädern in Österreich

Laut Angaben der European Caravan Federation (ECF) waren 2013 in Österreich circa 36.000 Wohnwägen in Betrieb – damit besitzt nicht einmal 1 Prozent der 8,5 Millionen Einwohner Österreichs einen mobilen Wohnraum. Europaweit bedeutet das Platz 12 hinter Italien, Belgien, den skandinavischen Ländern, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. An dieser Reihenfolge hat sich vermutlich nicht viel geändert, doch immerhin lässt sich sowohl bei Wohnmobilen als auch bei Caravans ein deutliches Plus verzeichnen: Gemäß den Zahlen von reisemobil.info gab es 2015 bis September 1.158 Neuzulassungen für Reisemobile und 759 für Wohnwagen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 14 Prozent bedeutet.

Wohnwägen und Wohnmobile sind eine kostspielige Anschaffung

Neuanschaffungen von Wohnmobilen bzw. Wohnwägen schlagen mit mehreren tausend Euro ordentlich zu Buche. Wer über einen Kauf nachdenkt, kann sich auf Portalen wie Autoscout24 nach einem gebrauchten und damit günstigeren Modell umschauen. Der Vorteil: Man erhält vom Vorbesitzer Ratschläge zur Pflege und Wartung meist kostenlos dazu. Zudem entfällt die Normverbrauchsabgabe, die bei einem Neukauf anfällt. Neben dem Anschaffungspreis dürfen allerdings die laufenden Kosten nicht vergessen werden, die die Unabhängigkeit eines fahrbaren Heims zu einem teuren Spaß machen. Kosten für Stellplatzmiete, jährliche Versicherungsbeiträge, Steuern und Vignetten, Sprit und Reifen sind einzukalkulieren.

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Sorgen von Wohnmobilbesitzern und -urlaubern

Dass man diese Ausgaben nicht umgehen kann und vor allem an der Versicherung nicht sparen sollte, hat sich in der Vergangenheit leider zu oft gezeigt: Im Sommer 2015 wurden entlang der Tauernautobahn zahlreiche Wohnmobilurlauber ausgeraubt. Ein weiteres Ärgernis vor allem für deutsche Wohnmobilbesitzer sind die in den letzten Jahren gestiegenen Mautgebühren. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen reicht ein Pickerl, das derzeit für 10 Tage 8,70 Euro, für 2 Monate 25,30 Euro und für ein ganzes Jahr 84,40 Euro kostet. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gewicht müssen stattdessen eine elektronische Go-Box mitführen, die 5 Euro kostet und über die die Maut-Gebühren abgebucht werden.


Autor:

Datum: 04.11.2015

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