So verhindern Sie schlechte Raumluft

Feinstaub, Schimmelbildung oder schädliche Ausdampfungen von Farben können auf Dauer der Gesundheit erheblich schaden. Die Ursache liegt meistens schon bei der Planung des Objekts.

Die Luft, die wir in Innenräumen atmen, zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf unsere Gesundheit. Immerhin verbringen wir einen großen Teil unseres Lebens in den eigenen vier Wänden. Feinstaub, Schimmel oder schädliche Ausdampfungen von Farben oder Lacken können der Gesundheit nachgewiesener Maßen schaden. Längerfristige Folgeerscheinungen sind Reizhusten, die Entwicklung von Allergien oder Schädigungen der Atemorgane. Das Gute ist: Schlechte Raumluft lässt sich verhindern. Und zwar schon bei der Bauplanung und -realisierung. Hier ein paar der typischen "Baufehler", die zu mieser Raumluft führen können:

Beim Material sparen

 

Gesunde Raumluft beginnt mit der richtigen Raumplanung und der Auswahl der Materialien. Verwenden Sie anorganische Baustoffe wie Ziegel, Kalkputze, Lehm und Naturstein, denn diese belasten das Raumklima nicht mit Schadstoffen wie z. B. VOC´s (flüchtige, organische Verbindungen). Durch ihre Fähigkeit, Schadstoffe und Wasserdampf aufzunehmen, haben sie sogar eine positive Wirkung auf das Raumklima.

Zu schnell fertig bauen

Neben der Verarbeitungszeit müssen immer auch entsprechende Trocknungsphasen eingeplant werden. Neubau-Feuchteschäden machen den überwiegenden Teil aller Bauschäden aus. Sämtliche Baustoffe müssen deshalb vor der Weiterverarbeitung richtig trocken sein. Zu viel Eile bei der Fertigstellung kann später zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen z. B. durch Schimmelbildung aufgrund von Restfeuchte führen.

Das Haus ist "zu dicht"

Energieeffizienz steht oft an erster Stelle. Die luftdichte Bauweise führt jedoch zu einer erhöhten Schadstoffkonzentration in den Räumen, weil häufig mechanische Lüftungsanlagen mit entsprechend hochwertigen Filtersystemen fehlen bzw. das Lüftungsverhalten mangelhaft ist. So kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen, da Ausdünstungen oder Feuchtigkeit nicht abgelüftet werden. Eine dreiköpfige Familie gibt immerhin mehr als zehn Liter Wasser (durch Kochen, Schwitzen, Reinigen, etc.) an die Raumluft ab.

Großes Problem: Fußboden

Neben der Ästhetik sollte bei der Auswahl des Bodenbelages vor allem das Nutzungsverhalten des Raumes im Fokus stehen. Die Wahl des Fußbodens ist aber auch ein wichtiger Faktor für die Vermeidung von Schadstoffen, etwa in Form von PVC. Außerdem sollte beim Bodenlegen auf die Versiegelung und Verklebung geachtet werden, denn Fußbodenkleber können große Mengen an Schadstoffen an die Raumluft abgeben.

Abdichtung großer Flächen

Die Wände stellen die „Haut“ eines Raumes dar. Werden diese versiegelt, kann die Diffusionsfähigkeit nicht mehr erhalten werden. Die Raumluft wird schneller verbraucht und rasch als stickig empfunden. Wände und Oberflächen sollten auf Luftfeuchtigkeit, Gerüche etc. ausgleichend wirken. Der Wandaufbau mit Anstrich oder Tapete sollte Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben können. Spezielle Wandanstriche und Wandfarben können zusätzlich schimmelhemmend, ionenfördernd oder feuchtigkeitsregulierend wirken.

Hauptsache schön?

Beim Einrichten stehen meist optische Belange im Vordergrund. Doch auch die schicksten Möbel können flüchtige organische Verbindungen ausdünsten, die reizend und manchmal sogar giftig sein können. Ob Schränke, Sofas oder Vorhänge – beim Einrichten sollte unbedingt auf unbedenkliche Materialien und entsprechende Siegel geachtet werden.


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Datum: 17.08.2016

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