Terrarium: Tipps für Anfänger

Schlangen, Echsen, Chamäleons oder Geckos – Reptilien im Wohnzimmer sind heute keine Seltenheit mehr. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie und Ihren Start in die Terraristik.

Reptilien sind ausgesprochen angenehme Hausgenossen. Sie sind bei der richtigen Haltung pflegeleicht und problemlos mit einer ganztägigen Berufstätigkeit zu vereinen. Es sind jedoch einige Dinge zu beachten, wenn eine tiergerechte Haltung gewährleistet werden soll.

Wussten Sie, dass...?

  • Reptilien sind meldepflichtig. Bitte bei den entsprechenden Behörden über die Meldung und Haltungserlaubnis informieren!
  • Reptilien sind keine Kuscheltiere! Sie sind nicht einmal Haustiere, sondern Wildtiere. Viele Arten lassen sich halten und angreifen und tolerieren Berührungen. Wer dem Kind ein Tier zum Spielen oder Streicheln kaufen möchte, ist bei den Reptilien falsch. Nicht jedes Tier wird handzahm und das soll auch so sein!
  • Reptilien sind nicht billig: Sowohl das Tier selbst ist aus verantwortungsvollen Quellen selten unter 150 bis 250 Euro zu kaufen. Weiter kommen zum Teil beträchtliche Stromkosten hinzu, Tierarztkosten und je nach Reptilienart Futterkosten für Spezialfutter, Einrichtung, Sand, ...
  • Viele Reptilien, so sie keine Vegetarier sind, fressen Lebendfutter. Das ist ihnen unbedingt zu ermöglichen. Wer es nicht über das Herz bringt, lebende Tiere zu verfüttern, sollte von der Reptilienhaltung Abstand nehmen. Übertreiben Sie es nicht: Zu starke tierische Kost kann beispielsweise zu Fettleber, Übergewicht und einer geringeren Lebenserwartung führen. Reptilien brauchen auch immer Zugang zu frischem Wasser! Bei vielen Terrariumbewohnern sind mitunter Mangelerscheinungen zu beobachten. Gegebenenfalls mit Vitamin- oder Kalziumpräparaten zufüttern. Vor allem bei Schildkröten ist dies für die Panzerbildung immens wichtig.

Welches Terrarium und warum?

Je nachdem, welche Reptilien Sie beheimaten möchten, muss auch die Umgebung, also die Temperatur, die Einrichtung und die Terrarienart, beschaffen sein. Gewählt werden kann unter anderen zwischen trockenen, halbfeuchten, feuchten und Aquaterrarien. Die Mindestgröße richtet sich nach dem Platz, welchen die einzelnen Bewohner benötigen. Schon kleinere Landschildkröten benötigen zumindest 1,5 bis 2 Quadratmeter je Tier!

Nataly Reinch/shutterstock.com © Nataly Reinch/shutterstock.com

Standort: Die wichtigsten Grundregeln

Generell gilt: Das Terrarium sollte an einem ruhigen Platz stehen. Zu laute Musik, ständige Begängnis oder an die Scheiben klopfende Kinder sind definitiv nicht passend! Das Terrarium sollte zudem über Stromanschlüsse verfügen. Dämmerungsaktive Tiere, wie etwa der Leopardgecko, sind im Schlafzimmer oder im Kinderzimmer nicht gut aufgehoben. Und auch ein Platz direkt an der Sonne ist nicht empfehlenswert, da die Temperaturregelung dadurch beeinflusst wird.

Ausstattung & Technik

Reptilien sind keine Katzen oder Hunde. Sie kommen aus exotischen Lebensräumen und entsprechend müssen diese Lebensräume nachempfunden werden, damit die Tiere überleben können. Beleuchtung, Heizung, Temperatur- und Luftfeuchtemessung sind daher auch die wichtigsten Faktoren in der Terraristik. Eine ordentliche UV-Beleuchtung ist Pflicht, Bodenheizung und Spots hingegen nur dann nötig, wenn die Tiere extrem hohe, trockene Temperaturen brauchen. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann auch ein so genannter Nebler nötig werden.

Machen Sie sich unbedingt schlau darüber, was Ihre Tiere benötigen. Die meisten Terrarientiere werden zu trocken gehalten, wodurch es zu Problemen bei der Häutung kommt. Die Haut wird nicht vollständig abgestreift, kann Ringe bilden, die dann Extremitäten oder Zehen abschnüren. Im Zweifelsfall sollten Sie diese dann mit Wasser besprühen oder warm baden.

Auch bei der Temperatur werden oft Fehler gemacht: Reptilien reagieren auf die Temperatur ihrer Umgebung. Sie halten ihre Körpertemperatur nicht selbstständig. Um fressen und verdauen zu können, muss eine Mindesttemperatur erreicht werden (je nach Art). Das sind keine Empfehlungen, sondern für das Tier lebensnotwendig. Ein Terrarium braucht Sand. Wichtig ist, dass dieser Kalzium beinhaltet, das von den Tieren verdaut und abgebaut werden kann. Alles andere kann zu Verstopfung und damit zum Tod der Tiere führen!


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Datum: 19.09.2016

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