Die Psychologie des Einrichtens

Selbst jene, für die Feng Shui und andere Harmonielehren nur eine Modeerscheinung sind, werden zugeben müssen: manche Wohnungen wirken auf den ersten Blick gemütlich – andere nicht. Wir sagen Ihnen, woran das liegt.

Einrichtung ist wie Kleidung. Wenn sie nicht passt, fühlen Sie sich nicht wohl. Dabei lässt sich nicht nur Material, Form und Farbe vergleichen, auch die Passgenauigkeit spielt eine Rolle. Ein mächtiger Kasten in einem kleinen Raum wirkt erdrückend. Eine ungünstige Regalecke zu dicht an der Tür „zwickt“ beim Vorbeigehen und stört uns unbewusst. Diesen Punkt sollten Sie übrigens keinesfalls unterschätzen: das Unbewusste. Unser Gehirn hat Milliarden von Datensätzen gespeichert, die unser Verhalten und unsere Emotionen beeinflussen. Also auch unser Wohlbefinden.

Fühlen Sie sich wohl, wie Sie wollen - wir helfen dabei

In erster Linie hängt die Art Ihres Wohlbefindens mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Geschmack zusammen. Doch Vorsicht: Nicht alles, was sich im Kopf gut anfühlt wird in der Praxis auch angenehm. Selbst wenn Sie sich für Rosen und Rüschen absolut begeistern können, ein komplettes Schlafzimmer voll davon wird zwangsweise unruhig. Die Folge: im schlimmsten Fall Schlafstörungen. Doch würden Sie in so einer Situation den Grund bei Ihrer Tapete suchen oder sich doch eher vom Arzt ein Medikament verschreiben lassen? Daher ist es wichtig, Ihre persönlichen Sympathien beim Einrichten gelegentlich zu hinterfragen und dem eigentlichen Zweck des Raumes die Hauptgewichtung zu verleihen.

Werden Sie Eins mit dem Raum

Stellen Sie sich in die Mitte des Raumes und schließen Sie Ihre Augen. Überlegen Sie, in welchem Raum Sie sich befinden, wofür er steht bzw. wie Sie Ihn nutzen wollen. Stellen Sie sich explizit die gewünschte Situation und Stimmung vor, wie es für Sie am stimmigsten wäre. Soll Ihr Traum-Schlafzimmer in erster Linie eine Ruheoase sein, dann fragen Sie sich selbst, bei welchen Materialien, Farben oder Anordnungen Sie entspannen können. Es gibt Menschen, die fühlen sich in einer Höhle wohl – für Sie könnte ein Himmelbett oder grundsätzlich ein kleinerer Raum als Schlafzimmer geeignet sein. Andere sehnen sich nach Weite und Luft um zu entspannen. Ein Bett auf einem Podest kann da Wunder wirken. Öffnen Sie jedenfalls in Ihrer bevorzugten Stimmung die Augen und „scannen“ Sie den Raum. Wenn es irgendetwas gibt, das diese Stimmung zerstört – entfernen Sie es.

Zimmer um Zimmer

Gehen Sie mit dieser Methodik alle Räume Ihres Haus oder der Wohnung durch. In was für einer Küche können Sie am besten kochen? Bevorzugen Sie beim Essen eher eine gediegene Atmosphäre oder mediterrane Gemütlichkeit, die auch ein wenig Chaos verzeiht? Was bedeutet ein Wohlfühlbad für Sie und in welchem Ambiente kann es stattfinden? Vergessen Sie auch nicht den Flur oder das Vorzimmer.

Noch ein Tipp: Ändern Sie immer erst Kleinigkeiten, bevor Sie mit Tapete und Farbeimer anrücken. So bleiben Ihnen mehr Möglichkeiten zu experimentieren. Wichtig ist, dass Sie sich in aller Ruhe Gedanken machen und nicht erst im Möbelhaus Ihre Einrichtung auswählen. Da ist die Gefahr von unüberlegten Schnellkäufen einfach zu groß.


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Datum: 03.12.2015

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