Wohnung einrichten mit professioneller Hilfe, ja oder nein?

Der erste Schritt bei der Einrichtung einer Wohnung ist die Entscheidung über das Einrichtungskonzept. Wie sollen die Möbel gestellt werden? Welcher Stil, welche Farben und welche Stoffe sollen Verwendung finden?

Das Problem, vor dem die meisten dann irgendwann stehen, besteht darin, wie sich die eigenen Ideen mit den Wünschen und Bedürfnissen sowie den räumlichen Gegebenheiten zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen lassen. In diesem Zusammenhang stellt sich dann die Frage, ob man für die Inneneinrichtung nicht besser einen Experten engagieren sollte. Doch lohnt sich das?

Wer kann beim Einrichtungskonzept helfen?

Die Planung und Gestaltung von Innenräumen übernehmen klassischerweise Innenarchitekten oder auch Interior Designer. Sie können die technisch-konstruktiven Aspekte und die ästhetisch-künstlerischen in der Raumkonzeption zusammenbringen. Das Ziel des Innenarchitekten ist es, aus den einzelnen Wohnelementen ein harmonisches Ganzes zu bilden. Da Innenarchitekten in der Regel eine akademische Ausbildung haben, gehören zu ihren Arbeitsbereichen nur das Konzipieren, Entwerfen und Planen sowie die Auswahl von Möbeln, Stoffen und Materialien. Nicht aber das tatsächliche Ausführen und Umsetzen.

Ähnlich dem Aufgabenfeld des Innenarchitekten ist das des Raumausstatters. Doch sein Tätigkeitsfeld geht noch etwas über das des Innenarchitekten hinaus, wenngleich seine Ausbildung in der Regel keine akademische ist. Ein Raumausstatter arbeitet konzeptionell, gestalterisch und handwerklich, so dass er seine Kunden von der Raumplanung bis zur konkreten Umsetzung begleiten kann. Teilweise stellt ein Raumausstatter die gestaltenden Elemente, wie Gardinen und Vorhänge, sogar selbst her. In diesem Fall kann er gezielt auf die Wünsche seiner Kunden eingehen und deren Vorstellungen umsetzen. Viele Raumausstatter sind auf bestimmte Bereiche ihres Tätigkeitsfeldes spezialisiert, zum Beispiel auf Böden, Licht- und Sonnenschutz, Raumdekoration oder Polster und Gardinen. Es gibt jedoch auch solche, die umfassend arbeiten und den gesamten Prozess der Innenraumgestaltung übernehmen können. Meist handelt es sich dabei um Betriebe, die unterschiedliche Spezialisten vereinen.

Hilfe vom Profi muss nicht immer teuer sein

Nur für eine „Idee“, also das Raumkonzept, das der Profi erstellt, zu zahlen, ist vielen Privatpersonen zu teuer. Das ist verständlich, denn die Umsetzung der Idee verursacht weitere Kosten. Dennoch können Privatpersonen von professioneller Unterstützung profitieren. Denn auch die Profis wissen, dass ihre Arbeit teuer ist – nicht ohne Grund werden sie selten von Privatpersonen engagiert. So hatte die deutsche Interior Designerin Jutta Werner die Idee zu einer Designsprechstunde. Diese richtet sich an Privatpersonen, die ihre Wohnung verändern und dafür eine konkrete Lösung möchten, die aber nicht viel kostet. In einem Interview auf dem Blog von Expedia stand die Interior Designerin Rede und Antwort zu der Idee hinter ihrer Designsprechstunde. Auch das bekannte Wohnmagazin Schöner Wohnen bietet ein ähnliches Beratungskonzept zu einem erschwinglichen Preis. Eine Einrichtungsexpertin des Magazins erstellt individuelle Lösungen für Wohnprobleme inklusive Produktinformationen sowie Farb- und Materialvorschlägen.

Inspirationen und Hilfe aus dem Netz

Wem die Hilfe eines Profis zu teuer ist, steht trotzdem nicht völlig planlos da. Das Internet bietet unterschiedliche Möglichkeiten, um Ideen für die Raumgestaltung zu bekommen und daraus ein konkretes Konzept zu entwickeln. Lediglich der Recherche- und Arbeitsaufwand ist höher als bei der Beauftragung eines Profis. Denn man muss selbst seine Ideen in einem durchdachten Konzept zusammenbringen. Auf Wohn-Communitys wie roomido.com kann man sich beispielsweise inspirieren lassen und konkrete Umsetzungsvorschläge finden. Für die Erstellung des Konzepts gibt es kostenfreie Online Wohnungsplaner, mit denen man einzelne Räume als 3D-Animation selbst gestalten kann.

Eine persönliche Entscheidung

Ob sich die Beauftragung eines Profis lohnt, ist eine individuelle Entscheidung. Ein Innenarchitekt oder ein Raumausstatter erstellt aufgrund seines Know-hows immer ein ganzheitliches und durchdachtes Konzept eines Wohnraumes. Beide haben in der Regel nicht nur Kenntnisse über Wohntrends und wissen über Vor- und Nachteile von Materialien Bescheid, sondern können auch in Sachen nachhaltigem und barrierefreiem Wohnen beraten – zwei Aspekte, die immer wichtiger werden. Auch arbeiten Innenarchitekten und Raumausstatter unabhängig und beraten oft objektiver als Verkäufer in Fachgeschäften. Im Vorfeld sollte man sich aber immer erkundigen, welche Kosten das Honorar verursacht, und sich konkrete Angebote einholen. Danach sollte man abwägen, ob einem die Konzepterstellung von einem Profi das Geld wert ist oder ob man sich stattdessen lieber an Alternativen wagt und etwas mehr Zeitaufwand für die Erstellung eines eigenen Konzepts investiert.


Autor:

Datum: 01.07.2014

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