Sollektor - Tageslicht für drinnen

Kennen Sie das? Draußen ist es hell, drinnen muss aber das Licht aufgedreht werden. Das verbraucht Strom und macht schlechte Laune, denn künstliches Licht kommt ans Tageslicht nicht heran. Der Sollektor sammelt das Licht und leitet es in die Räume weiter.

Wer in einer älteren oder auch nur nordseitigen Wohnung wohnt, kennt das Problem: Auch tagsüber muss oft das künstliche Licht aufgedreht werden, weil es trotz Sonnenschein draußen, in den Räumen zu dunkel ist. Nicht nur, dass dies wertvolle Energie verschwendet und die Stromkosten unnötig erhöht, ist man noch dazu gezwungen, mitten am Tag dem unnätürlichen Licht ausgesetzt zu sein.

Tageslicht wird transportiert
Der Sollektor widmet sich genau dieser Problematik. Er wurde im Rahmen von Diplomarbeiten an der Nürnberger Ohm-Hochschule entwickelt und funktioniert wie folgt: An einer zentralen Stelle, vorzugsweise am Dach, werden die Sonnenstrahlen aufgefangen und dann in Lichtleiter eingespeist, die das gesamte Gebäude durchziehen. Bei Bedarf kann zusätzlich mit LEDs bestückt werden. Der große Unterschied zwischen dem Sollektor und herkömmlichen Systemen, die sich die Energie der Sonne zunutze machen: das Licht wird nicht zuerst in elektrische Energie umgewandelt, die dann womöglich wiederum in Form von Licht ausgespeist wird. Außerdem werden Wärme und UV-Strahlung sowie Infrarot-Strahlung herausgefiltert. Das Tageslicht kann also in die dunkelste, abgelegensten Räume im Haus gelangen und wird dabei auch farblich nicht verfälscht.

Marktreife erreicht
Zu Beginn existierte vom Sollektor nur ein voll funktionsfähiger Prototyp mit 1000 Linsen, welche das Sonnenlicht aufgefangen und in zwei Polymerfaserbündel geleitet haben. Diese bis zu 20 Meter langen Leitungen können das Licht beliebig weitergeben. In Kooperation mit der im Jahre 2010 gegründeten Firma BavarianOptics wurden dann weitere Prototypen entwickelt. Inzwischen bewirbt das Unternehmen den Sollektor mit einer Stärke von 15.000 Lumen und einer beleuchtbaren Fläche von bis zu 50 m².


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Datum: 23.06.2011

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