Kurze Tage, düstere Zeit? Mit Tageslicht gegen den Winterblues

Menschen mit Winterdepressionen setzen als therapeutische Maßnahme auf Tageslichtlampen. Aber auch allen anderen tut eine Zusatzdosis „natürliches“ Licht in der dunklen Zeit ganz gut.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird gerne mal vom sogenannten Winterblues gesprochen. Also einer gewissen Niedergeschlagenheit in der dunklen Jahreszeit. Für manche Menschen mit saisonal abhängiger Depression kann dieser „Blues“ aber durchaus ernst werden. Als therapeutische Maßnahme werden mit Tageslichtlampen in vielen Fällen sehr gute Ergebnisse erzielt. Das Funktionsprinzip ist klar: Licht und Dunkelheit, aber auch die verschiedenen Farbtemperaturen nehmen direkten Einfluss auf unseren Hormonhaushalt.

Rot macht müde, Blau hingegen wach

Licht ist unser Wachmacher. Wir benötigen es, um überhaupt in die Gänge zu kommen. Jedes Mal, wenn wir morgens die Vorhänge zur Seite ziehen und unser Schlafzimmer mit Tages- vielleicht sogar Sonnenlicht fluten, spüren wir regelrecht einen kleinen Kick. Zumindest, wenn die Sonne schon etwas höher am Himmel steht. In den Dämmerungsphasen beträgt die Farbtemperatur nämlich nur etwa 3.000 Kelvin – in etwa so viel wie eine Glühlampe. Dieses Warmtonlicht ist gut zum Entspannen. Je niedriger die Temperatur, also röter, desto angenehmer. Kaminfeuer hat etwa 1.300 Kelvin. Da beruhigt uns nicht nur die Wärme der Flammen. Unser Körper schüttet Melatonin aus. Das Müde-mach-Hormon.

Wird die Temperatur höher, mit anderen Worten das Licht blauer, werden wir Menschen immer wacher. Tageslicht entspricht etwa 5.500 Kelvin, ein Wert, bei dem unser Körper mit Serotonin regelrecht geflutet wird. Steigt die Temperatur jedoch darüber, fühlen wir uns eher unwohl. Bedeckter Himmel, beschattete Nordseite nach Sonnenuntergang oder Computermonitore haben alle jenseits der 7.000 Kelvin.

 

Dem Grau entgegensteuern

Auf dem Markt befindet sich eine recht umfangreiche Auswahl von Tageslichtlampen, die für den heimischen Gebrauch gedacht sind, teilweise aber auch zertifizierte Medizinprodukte sind. Preislich bewegen sich die Lampen von 60 bis 250 Euro – wobei die Unterschiede meist in der Wahl der eingesetzten Leuchtmittel begründet sind. Sollten Sie das Gefühl haben, an einer saisonal abhängigen Depression zu leiden, sprechen Sie vor dem Kauf eines solchen Gerätes aber unbedingt mit einem Arzt.

Grundsätzlich kann eine Tageslichtlampe aber für jeden von uns interessant sein, denn vor allem im Winter, wenn die Tage kürzer sind, kommen wir nicht mehr auf unsere benötigte „Lichtdosis“, um richtig wach zu werden. Zu viele Stunden seines Lebens verbringt der moderne Mensch in geschlossenen Räumen, die um einiges dunkler sind, als es draußen im Freien ist. Eine Tageslichtlampe kann dem zumindest zeitweise entgegenwirken.


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Datum: 29.11.2017

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