Aufbau und Preisbildung von Bettdecken

Der Winter steht praktisch vor der Tür und warme Bettdecken feiern deshalb bald wieder Hochkonjunktur. Dumm nur, wenn die eigene Decke nach all den Jahren des nächtlichen Herumwälzens plötzlich ausgedient hat. Dann nämlich stellt sich die Frage, wie viel man für die neue Bettdecke ausgeben soll?

Dass die Kosten für eine flauschige Bettdecke ganz schön unterschiedlich ausfallen können, erschließt sich dem Betrachter schon bei einem einfachen Blick in entsprechende Online Kataloge. Während die billigsten Decken hier schon ab 8 € zu erstehen sind, liegen die Preise für hochwertige Daunendecken bei bis zu 800 €. "Eine hübsche Stange Geld", mögen sich viele Leser zu Recht denken.

Doch wie kommt es überhaupt zu dieser nur schwer nachvollziehbaren Preisbildung?

Für die Gesamtkosten einer neuen Bettdecke ist mehr als nur ein Faktor verantwortlich. Manche Hersteller sparen bspw. gerne am Außenmaterial, andere wiederum an der Füllung. Wieder andere halten das Deckenmuster äußerst schlicht, um den Preis so erschwinglich wie möglich gestalten. Tatsächlich hat aber jeder dieser Bestandteile seine ganz eigene Aufgabe und sollte von Qualität zeugen, damit nach ein bis zwei Jahren nicht gleich die nächste Neuanschaffung fällig ist.

Gemäß den EU Normen dürfen für die Füllung einer Bettdecke ausschließlich Federn und Daunen von Enten und Gänsen verwendet werden. Dabei gilt: je höher der Daunenanteil und je artgerechter die Haltung der Tiere, desto höher die Wärmehaltung und folglich auch der Preis. Für die Wärmedämmung ist darüber hinaus auch der Ort der Aufzucht von Bedeutung, denn Geflügel, das in kälteren Regionen gelebt hat, entwickelt logischerweise auch ein dichteres Gefieder. Unterschieden wird zwischen folgenden Füllverhältnissen:

  • Reine Daune (100 % Daunen)
  • Leicht fedrige Daune (90 % Daunen und 10 % Federn)
  • Fedrige Daune (60 % Daunen und 40 % Federn)
  • Dreivierteldaune (30 % Daunen und 70 % Federn)
  • Halbdaune (15 % Daunen und 85 % Federn)
  • Federn (100 % Federn)

Umschlossen wird die Bettdeckenfüllung zumeist von atmungsaktiven Stoffen, der die (oftmals jahreszeitenabhängigen) Eigenschaften der Bettdecke unterstützt. Nicht selten besteht die Hülle aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien, denen spezielle Einzelfunktionen zugeschrieben werden. Hier ein kleiner Überblick:

  • Baumwolle (kann 20 % des Eigengewichts als Flüssigkeit aufnehmen)
  • Cashmere / Kaschmir (gute Wärmerückhaltung)
  • Kamelhaar (ist leicht und Temperatur ausgleichend, schneller Feuchtigkeitstransport)
  • Pappelflaum (gute Wärmedämmung)
  • Schafschurwolle / Vlies (speichert Luft, gibt Feuchtigkeit an die Außenluft ab)
  • Wildseide (unkomplizierte Waschmöglichkeit)

Ein weiterer Kostenfaktor wird bei den Bettdecken durch die Musterung und das Größenverhältnis gegeben. So kostet eine Doppelbettdecke im Rautenstepp bspw. wesentlich mehr als eine Einfachbettdecke im Kassettenstepp. Auch das Hüllenmaterial kommt hier erneut ins Spiel, denn besonders teure Stoffe werden bei doppelter Deckengröße selbstverständlich nicht gerade billiger.

Hat man die richtige Bettdecke gefunden - Egal wie qualitativ hochwertig und hochwertig diese auch ist, länger als 6 bis 8 Jahre sollte sie nicht in Gebrauch sein. Zum einen gehen über die Jahre die besonderen Eigenschaften der Füll- und Hüllenstoffe verloren, zum anderen steig, unabhängig vom Material, mit voranschreitendem Alter die Gefahr von Schimmel- und Milbenerkrankungen.

Tipps zur richtigen Bettpflege

Damit Ihre neue Decke so lange wie möglich hält, ist natürlich auch die richtige Pflege von Bedeutung. Hierbei sollte neben einer entsprechenden Decken- auch auf eine vernünftige Matratzenpflege geachtet werden:

Lüften:

Eine Bettdecke sollte nach jedem Aufstehen zurück geschlagen werden. Auf diese Weise kann eine schnellere Entlüftung von Matratze und Bett erreicht und einer Schimmelbildung vorgebeugt werden. Um dem Schimmel entgegen zu wirken, sollte die Matratze zudem stets von unten belüftet sein.

Für eine bessere Luftzirkulation können Sie neben ihrer Bettwäsche auch die Matratzenseite wechseln. Hiermit sind sowohl Kopf- und Fußende, als auch Ober- und Unterseite der Matratze gemeint. Darüber hinaus können Sie ihre Matratze in eine Winter- und eine Sommerseite unterteilen.

Um ein Verklumpen der Füllmaterialien beim Waschen von Bettdecken zu vermeiden, empfiehlt es sich, zwei bis drei Tennisbälle mit in die Waschmaschine zu legen – Sofern die Decke überhaupt in die Waschmaschine passt. Zwar rumpelt es dann während dem Waschvorgang ein wenig, doch die Bälle sorgen auch dafür, dass sich die Daunen leichter voneinander lösen. Nach dem Waschen können die Tennisbälle auch mit in den Trockner gegeben werden.


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Datum: 15.10.2013

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