Der gute, alte Gasherd

Für viele von uns ist ein Gasherd von gestern oder sie scheuen das Kochen mit Gas aufgrund der scheinbar erhöhten Brandgefahr. Doch weder ist der Gasherd überholt, noch ist er gefährlich. Im Gegenteil! Kochen mit Gas ist sicher, modern und ziemlich stylisch.

In der Profigastronomie wurde schon immer mit Gas gekocht. Die Hitze ist sofort da, der Herd als solcher sehr robust und die Oberfläche – vor allem im Vergleich zu Elektrolösungen – verhältnismäßig leicht zu reinigen. Dass einige von uns eher ein mulmiges Gefühl bei Gasherden bekommen, liegt wohl an den alten Geräten, die in manch einer Wohnung noch stehen. Doch im Gegensatz zu Deutschland, wo viele Haushalte schlichtweg keinen Gasanschluss mehr besitzen, besteht hier in Österreich noch ein großer Markt für diese Herdart.

Was sind die Vorteile und wo sollte aufgepasst werden

Einen Umstand, den auch die Profis zu schätzen wissen, ist die schnelle Hitze. Im Gegenzug gibt es nach dem Ausschalten keine Restwärme mehr vom Herd. Ganz anders bei Elektro oder Ceran. Ob dies als Vorteil oder Nachteil gesehen wird, hängt von der jeweiligen Kochsituation ab. Mit Kupfertöpfen können Sie dem zu raschen Abkühlen des Kochguts entgegenwirken – diese speichern sehr lange die Wärme. Auf jeden Fall vorteilhafter ist die klar erkennbare Hitzequelle, das verringert die Verbrennungsgefahr am Objekt selbst. Allerdings werden Töpfe auf Gasherden überall heiß, auch am Griff. Griffe aus Kunststoff können schmelzen, solche aus Metall zu einer Verletzungsquelle werden. Auch haben wahrscheinlich fast alle Köche, die mit Gas arbeiten, schon das ein oder andere Küchentuch angesengt. Zwei gute Topfhandschuhe gehören da zur Basisausstattung. Apropos Töpfe: Auf Gas gibt es so gut wie keine Einschränkung zur Kompatibilität des Kochgeschirrs. Nahezu alles kann verwendet werden. Auch Halbkugel-Woks oder ein zerbeultes Blech-Reindl.

Höchster Stand der Sicherheit

Die Furcht vor unaufhaltsam ausströmendem Gas oder eine defekte Leitung in der Wand mag manchen vom Kauf eines Gasherdes abhalten. Aber solche Gefahrenquellen sind in der Regel nur auf mangelhafte Wartung zurückzuführen. Moderne Geräte werden mit einer Flammüberwachung ausgestattet, die verhindert, dass unkontrolliert Gas austritt. Ein weiterer Schwachpunkt aus der Vergangenheit – eine schlecht zu regulierende Ofenhitze – ist heute ebenfalls ausgemerzt. Sogar die Mindest-Startleistung von früher 150 Grad Celsius konnte dank technischer Taktung auf 75 Grad verringert werden. Wer jedoch ganz sicher gehen möchte, greift auf ein Kombigerät zurück: oben Gas, unten Strom.

Induktion als größter Konkurrent

Bevor Induktion kam, war für viele ambitionierte Köche ein Gasherd die erste Wahl. Doch mit Einzug des magnetischen Wechselfeldes wurde das Beste aus zwei Techniken (Gas und Elektro) vereint. Heutzutage hängt die Entscheidung ob Gas oder Induktion eher vom persönlichen Geschmack ab. Induktion ist noch pflegeleichter und maximal effizient, hat aber auch etwas rational Kühles an sich – Gas hingegen besitzt Charme und Stil. Aus diesem Grund steht fest: Kochen mit Gas ist keineswegs aus der Zeit gefallen. Moderne Geräte bringen gleichsam ursprüngliches wie sicheres Kochvergnügen in unsere Küchen.


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Datum: 21.03.2016

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