Beliebte Materialalternative: Holz im Bad

Von der 15x15 Standardfliese in Weiß oder Natur haben wir uns Gott sei Dank schon länger verabschiedet, und "neue" Baustoffe haben Einzug in moderne Bäder gehalten. Hier alles zum Thema Holz im Feuchtraum.

Holz ist ein beliebter Baustoff und wird für Außenfassaden, Dachstühle, Fenster, Türen und Balkone eingesetzt. Dort ist es weitaus größeren Einflüssen aus Wind und Wetter ausgesetzt, als in einem Badezimmer. Auch das oft gehörte Argument des warmen Wasserdampfes, der das Holz beansprucht, zieht nicht wirklich. Immerhin dürfte man dann keinen einzigen Küchenschrank mehr aus Holz fertigen. Gegen den Einsatz von Holz im Bad ist also nichts einzuwenden – so bestimmte Regeln eingehalten werden.

Material mit Mehrwert

Holz im Bad sieht nicht nur wunderbar natürlich aus, sondern wirkt sich auch positiv auf den Raum aus. Durch die Abgabe und Aufnahme von Feuchtigkeit wird das Raumklima reguliert und eine angenehme und gesunde Atmosphäre entsteht. Holz hat eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, wodurch sich Boden und Wände immer warm anfühlen und der Schritt aus der Badewanne oder der Dusche nicht mehr zur allmorgendlichen Mutprobe wird. Auch das Wasser in einer Badewanne aus Holz bleibt länger wohlig warm als vergleichsweise in Wannen aus Remaill oder Keramik. Da Holz die Feuchtigkeit relativ rasch aufnimmt, gehören tropfnasse Wände, wie sie bei gefliesten Badezimmern nach einem Vollbad oder einer heißen Dusche immer wieder vorkommen, der Vergangenheit an. Holz hat eine antibakterielle Wirkung. So konnte man in Studien nachweisen, dass bestimmte Holzarten wie Kiefer, Eiche und Lärche Bakterien aufnehmen und abtöten. Eine antibakterielle Wirkung tritt sowohl an der Oberfläche als auch im Holzinneren auf.

Absolutes Highlight: Der Boden

Gibt es was edleres, als Holzdielen im Badezimmer? Wir sagen, nein! Jedoch ist es wichtig, die richtige Holzart zu wählen und in punkto Oberflächenbeschaffenheit und Verlegung ein paar Faktoren zu beachten. Grundsätzlich sollten Holzböden in Feuchträumen möglichst trocken bleiben – das steht außer Frage. Einerseits erreicht man dies durch gute Belüftung, andererseits durch Vorsicht beziehungsweise schnelles Aufwischen. Der Holzboden sollte gut verklebt sein, damit die Feuchtigkeit nicht durch die Fugen unter den Boden gelangt. Auch die Fugen zur Wand müssen professionell abgedichtet werden. Der Markt bietet hier viele unterschiedliche Silikone, die auf Holzfarbtöne abgestimmt sind, und sich so ins Gesamtbild einfügen.

Auch die Wand kann mit Holz verkleidet werden. Achten Sie hier aber unbedingt darauf, dass durch eine Lattung und Konterlattung an der Wand eine Hinterlüftung erreicht wird, die mögliche Feuchteschäden verhindert. Ist bereits ein rundum abgedichteter Fußboden vorhanden, ist unten sowieso keine Lüftung gewährleistet. Am besten dichtet man dann alle Abschlussfugen ab. Besonders wichtig ist natürlich das regelmäßige Lüften, um Schimmelbildung zu verhindern.

Geeignete Holzarten

Nicht jedes Gehölz ist gleichermaßen empfehlenswert für einen Einsatz im Badezimmer. Achten Sie auf jeden Fall darauf, ein „ruhiges“ Holz zu verwenden.“ Ruhig“ sind Holzarten, die nicht so stark auf Feuchtigkeitsschwankungen, die sich in einem Badezimmer nun mal nicht vermeiden lassen reagieren.

Das Holz darf nicht empfindlich sein gegenüber Feuchte, Pflegemittel oder Säuren. Sie ist ein „ruhiges“ Holz, neigt aber durch den hohen Gerbsäureanteil zu Fleckenbildungen bei Verunreinigungen durch Putzmittel oder Säuren. Bei den roten Tropenhölzern wie beispielsweise Merbau, Jatoba oder Kempas besteht die Gefahr, dass sie bei lang anhaltender Feuchteinwirkung (nasses Handtuch am Boden) ihren roten Farbstoff abgeben und damit Flecken verursachen.

Die richtige Pflege

Die Reinigung von Holzwänden, -fußböden oder auch Wannen und Becken ist denkbar einfach. Es reicht vollkommen aus, die betreffenden Stellen nebelfeucht zu wischen und zwei bis dreimal pro Jahr mit Hartwachsöl einzureiben. Durch das Öl wird verhindert, dass das Holz durch Wasser aufquillt. Weiters perlen Schmutz und Wasser an der öligen Oberfläche

einfach ab. Auch Wasserflecken und die Ablagerung von Kalk und Schmutz haben so keine Chance. Abnutzungsspuren, leichte Kratzer oder Dellen können einfach mit ein wenig Schleifpapier ausgemerzt und anschließend nachgeölt werden. Eine Holzlackierung in Nassräumen ist übrigens nicht empfohlen, da das Nachschleifen nicht so einfach möglich ist, wie bei geölten Oberflächen.


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Datum: 15.03.2017

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