Küche günstig kaufen oder doch das Luxusmodell?

Günstig oder teuer: Worin liegen eigentlich die größten Unterschiede zwischen der Billig- und der Luxusvariante bei Küchen? wohnnet ging der Frage nach Material, Verarbeitung, Qualität und Service nach.

Am sinnvollsten ist, wie so oft, der goldene Mittelweg. Jürgen Tretzmüller, Verkaufsberater in der Küchen City Süd in Wien, erklärt die Preisunterschiede zwischen den diversen Standards der Küchenmöbel: „Das beginnt schon damit, dass Billigmodelle zu Zigtausenden vorproduziert und daher nicht individuell planbar sind. Einige Unterschiede in Material und Bauweise erkennt man sofort, anderes ist für den Laien nicht oder erst auf den zweiten Blick erkennbar.“

Die Küchenfront, quasi das Gesicht der Küche, kann ebenfalls große Qualitätsunterschiede aufweisen, beginnend wieder beim Material und der Bekantung. Im billigen Küchenblock werden Spanplatten mit einfacher Beschichtung und Klebekanten verarbeitet, während im mittleren und hohen Preissegment die Auswahl an unterschiedlichen Fronten und Kantenausbildungen beeindruckt. Auch wenn die Basis meist eine Spanplatte ist, so ist das Oberflächenfinish doch sehr unterschiedlich.

Von der hochglänzenden Kunststoffummantelung über strukturgeprägte Platten bis hin zu Hightech-Lackoberflächen in edlem Seidenmatt oder Hochglanz, Glas oder Massivholz, eloxiertem Aluminium oder Edelstahl kann der Kunde wählen, was sein Herz begehrt. All das wird bei der Marken- oder Unikat-Designerküche in unzähligen Farben und ungewöhnlichem Materialmix ermöglicht, während die billigen Modelle nur in ganz wenigen Farben angeboten werden. Verständlich, denn die werden in rauen Mengen am Fließband vorgefertigt. Eine größere Auswahl im Handel würde eine umfangreichere Vorratshaltung bedingen und damit den Preis in die Höhe schrauben.

Unterschiede bei Fächern und Türen

Der nächste Grund für günstig oder teuer ist in den einzelnen Elementen versteckt. Während bei Billigmodellen einfache Fächer vorherrschen, sind hochwertigere Modelle mit Voll- oder Teilauszügen und Innenrollkästen, teilweise mit aufwendigen Organisationshilfen, ausgestattet. Laden sind bei den billigen Modellen aus dünnen beschichteten Spanplatten oder Kunststoff gefertigt, bei den hochwertigeren aus Vollholz, Aluminium oder Edelstahl. Zusätzlich sind alle Türen und Laden mit einer Dämpfung ausgestattet, was man bei billigen Modellen vermisst. Auch bei Griff en, Scharnieren oder Armaturen liegt der Unterschied zwischen oft sehr minderwertigen No-Name-Produkten und hochwertigen Markenausführungen. Dies setzt sich fort bei den Spülbecken, die entweder aus dünnem Alu oder hochwertigem Edelstahl, einfach aufgesetzt oder flächenbündig eingebaut sind, usw.

Preisfaktor Arbeitsplatte

Einen großen „Brocken“ in der Preisgestaltung einer Küche macht die Arbeitsplatte aus. Im billigen Küchenblock findet sich eine beschichtete Platte mit einem mittleren Härtegrad in vorgegebener
Standarddicke. Bei hochwertigen Modellen können Sie wählen: Von der hochwertig beschichteten Platte in unterschiedlichen Dicken (von 23 bis 120 mm), glatt oder strukturiert und in unzähligen Dekoren und Farben, über Natur- und Kunststein oder Massivholz bis zu gehärtetem Glas.

Ein weiterer erheblicher Preisunterschied liegt natürlich bei den Küchengeräten. Von den Markenlosen, die nicht zwangsweise schlecht sein müssen, über die bekannten Markenartikel bis zu abgehobenem Hightech ist alles drin. Hier manifestieren sich ganz schnell ein paar Hundert Prozent Preisunterschied.

Abholung, Lieferung, Montage

Last, but not least können Sie davon ausgehen, dass Sie eine billige „Schnäppchenküche“ entweder selbst abholen, zusammenbauen und montieren müssen oder für Lieferung und Montage kräftig zur Kasse gebeten werden. Bei den ohnehin geschmalzenen, aber dennoch meist gerechtfertigten Preisen der Markenküchen sind Lieferung und Montage inklusive. Und bei den Designermodellen, deren Preise sowieso jenseits von Gut und Böse liegen, kräht kein Mensch nach einer solchen „Lappalie“. „Ihr Tischler macht’s persönlich“ ist im Küchenbereich laut Tretzmüller so gut wie out, weil die Markenküchenhersteller auf Individualwünsche bereits bestens eingestellt sind.


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Datum: 15.04.2013

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