"Die Küche ist Zentrum des Familienlebens"

Dietmar Grießer, Geschäftsführer von Teamdesign Küche & Bad, im wohnnet-Interview zu den Themen Küche, ihren Stellenwert im Eigenheim sowie Qualität, Größe und Trends unter den Küchenkäufern.

Welchen Stellenwert hat die Küche in einem modernen Haushalt?

Ing. Dietmar Grießer: Die Küche entwickelt sich zunehmend zu einem Zentrum des Wohnumfelds und des Familienlebens. Wer kocht, soll nicht allein und abgeschirmt werkeln, sondern der Familie oder den Gästen zugewandt arbeiten können. Darum sind offene Küchen, Insel- und Halbinsellösungen so beliebt.

Lässt sich das räumlich überall umsetzen?

Grießer: Da haben wir das Phänomen, dass in sehr alten Häusern und in ganz neu gebauten dem Raum Küche etwa der gleiche Stellenwert eingeräumt ist. Die Jahre dazwischen, mit den Kochnischen und Winzigküchen, sollte man besser aus den Annalen streichen. Im Einfamilienhaus lässt sich das Manko meist beheben, indem man die Raumaufteilung im Zuge einer Renovierung ändert, bei Wohnungen ist das schon schwieriger und bei Mietobjekten meist unmöglich.

Wie viel Platz sieht die moderne Architektur für die Küche in der Regel vor?

Grießer: Die Erfahrung zeigt uns hier einen Durchschnittswert von etwa 35 bis 40 Quadratmeter bei einer Gesamtwohnfläche von 100 bis 150 Quadratmetern. Diese großzügigen Küchen verfügen meist über komfortable Essbereiche, sind also praktisch Wohnküchen. Kommunikation wird groß geschrieben.

Kann man diesen Trend so einfach verallgemeinern?

Grießer: In puncto Größe und Anordnung schon, in der Nutzung nicht unbedingt. Allgemein gilt, dass sich ein Trend zu höherer Qualität bei Geräten und Design abzeichnet, aber die Nutzer der Küche könnten unterschiedlicher kaum sein. Jene, die eine Küche tatsächlich benutzen, und die anderen, die sich die schöne, teure Küche zulegen, um sie in erster Linie herzuzeigen.

Heißt das, dass es Leute gibt, die Tausende Euro ausgeben, nur um mit einer besonders tollen Küche „anzugeben“?

Grießer: Genau das. Die Grenzen sind allerdings verschwimmend. Bei den Menschen, die die Küche tatsächlich benutzen, steht die Funktionalität der Möbel und Geräte im Vordergrund, die Flächen müssen robust und pflegeleicht sein, die Arbeitshöhen verstellbar und der Stauraum ausreichend groß dimensioniert. Bei der anderen Gruppe – die ist allerdings kleiner – steht die Optik im Vordergrund. Diesen Leuten ist es ziemlich egal, ob die Küche praktisch ist oder die Pflege einfach. Wichtigstes Argument ist hier das Design. Benutzt werden solche Küchen selten bis gar nicht.

Kommen wir wieder auf den Boden zurück und zu Küchen, die in Wohnungen oder kleinen Häusern optimal eingerichtet werden sollen. Worauf legt man in solchen Küchen besonderen Wert?

Grießer: Bei den neuen Technologien wollen auch Besitzer kleiner Küchen keine Abstriche machen. Die Induktionsmulde steht praktisch auf jeder Wunschliste, der Backofen wird aus Platzgründen oftmals darunter platziert. Meist werden Kombi-Dampfbacköfen eingebaut, die auch eine Mikrowelle ersetzen können. Das Erwärmen der Speisen dauert zwar geringfügig länger, ergibt aber kulinarisch das bessere Ergebnis. Aus Platzgründen werden meist Kühl-/Gefrierkombinationen eingebaut und die Arbeitsplatte wird auch in kleinen Küchen häufig aus Stein gewünscht. In kleinen Räumen wird auf die Beleuchtung besonders großer Wert gelegt und LEDs haben hier die Oberhand gewonnen.


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Archivmeldung: 15.04.2013

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