Zukunft der Küche

Vom Meinungsforscher zum Produktdesigner: Eine hochkarätig besetzte Runde von Experten diskutierte über die Küche der Zukunft und ihre Ansprüche.

Auch wenn Marktforscherin Sophie Karmasin nur Haferbrei zum Frühstück isst, der steigenden Bedeutung der Küche im Alltag ist sie sich mehr als bewußt. "Es sind große Entwicklungen bei Küche und Kochen zu erkennen. Das hat unter anderem mit der weiter wachsenden Zahl an Single-Haushalten zu tun, die meist gar nicht so cool sind wie in Sex & the City“, erklärt Karmasin anlässlich einer Podiumsdiskussion bei BSH. Aber auch die Rolle der Frau ist im Wandel: Zunehmend wird später geheiratet und noch später Familie gegründet. Die Folge: viele Umzüge und Veränderungen. Auch die Küche muss dann oft mit oder mitwachsen. Möbel wie Geräte müssen sich eben an die unterschiedlichsten Lebensphasen anpassen können. Und Karmasin weiter: "Die Küche ist längst ein öffentlicher Raum geworden, aber auch ein Prestigeobjekt, das stolz den Gästen gezeigt wird. Die Küche muss nicht nur Mahlzeiten liefern, es ist der einzige Ort, an dem alle zusammenkommen. Und deshalb muss dort auch angenehme Atmosphäre herrschen. Die Küche ist schlussendlich ein Möbelstück.“


Weg vom Alltagsbrei
Eine Meinung, die Ernährungsexpertin Claudia Krist-Dungl teilt: "Ernährung hat natürlich auch soziale Aspekte.“ Die dreifache Mutter und dadurch bedingt eine Köchin "beträchtlicher Mengen“ kennt sich aus: Es geht auch ums "Runterkommen“ vom Alltagsstress. Da ist es hilfreich, wenn Kochen Spaß macht, Genuss und Kreativität im Vordergrund stehen. Das ist heutzutage schwierig: "Vielfach sind wir mit Fertigprodukten aufgewachsen und einen Einheitsgeschmack gewohnt. Davon kommt man schwer wieder weg.“

Design gewünscht
Auch die Gestaltung der Küche ist im stetigen Wandel, wie Küchendesigner Lukas Prusa von Faulmann&Faulmann Küchen weiß: "Die Aufmerksamkeit für Design ist definitiv gestiegen. Wie bereits erwähnt: Die Küche ist ein Möbelstück, Teil des Hauses und Kommunikationszentrum, muss aber einfach zu handhaben sein. Hier sind Architekten und Planer im Vorfeld gefragt ausreichend Platz einzuberechnen.“ Aber auch anderen Bedürfnissen gilt es Rechnung zu tragen, etwa den Ansprüchen von Linkshändern.

Konzepte der Zukunft
Gerhard Nüssler, Chefdesigner von Siemens und gelernter Modellbauer, zeigt, wohin es in Sachen Design geht. Lange Zeit stand die Küche unter dem starken Einfluss der Profi-Gastronomie und brachte insbesondere Edelstahl und mehr in den Privathaushalt. "Jetzt gibt es ganz andere Einflüsse: den Multimediabereich etwa. Gerade hält die Smartphone-Funktionalität Einzug.“ Funktionen und Inhalte nehmen zu. Neue Arten der Bedienung und neuartige Displays stehen in den Startlöchern. "Wir reden bereits von intelligenten Netzen. Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist: Das Arbeiten mit Küchengeräten wird immer einfacher, Programme sorgen für perfekte Ergebnisse. Dann macht das Kochen auch Spaß“, zeichnet Nüssler die Küche der Zukunft. Und die kann auch ganz unkompliziert aussehen, wie etwa ein ganz neues Konzept zeigt: Ein möglicher Kühlschrank der Zukunft fotografiert nach dem Schließen der Tür ein Foto des Inhalt. Unterwegs kann dieses Bild am Handy angesehen – und entsprechend für Nachschub gesorgt werden. Nüssler: "Das ist ein ganz einfaches Konzept, das versteht jeder. Auch wenn es noch nicht marktreif ist, das kommt sicherlich.“

Siemens/B. Schramm © Siemens/B. Schramm

Erich Scheithauer, Chef von Bosch-Siemens Hausgeräte, und die Experten Sophie Karmasin, Lukas Prusa, Claudia Krist-Dungl, Peter Tichatschek und Gerhard Nüssler (v.l. ).


Autor:

Datum: 11.04.2012

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