Auswandern nach AUT: lohnt sich der Umzug für Lottofreunde

Für Freunde des Glücksspiels, wozu auch der Klassiker Lotto zählt, gilt Deutschland nicht als sonderlich attraktiver Standort. Denn über Jahrzehnte hinweg galt hier ein staatliches Glücksspielmonopol. Für die breite Masse der Bevölkerung war nur das relativ langweilige Lotto und Toto erlaubt, während andernorts in Europa schier paradiesische Zustände für Wettfreunde herrschten. So haben Sportwetten beispielsweise in Großbritannien eine Tradition, die mehr als ein Jahrhundert lang zurück reicht.

Web 2.0 beschert einen Boom

Das staatliche Glücksspielmonopol wurde erst mit der deutsch-deutschen Vereinigung gelockert, als einige Anbieter in den Markt drangen, die ihre Lizenzen noch von der letzten DDR-Regierung gekauft hatten, die auch nach der Wende ihre Gültigkeit behielten. Diese stellten allerdings keine große Konkurrenz für die staatlichen Anbieter dar. Ernst zu nehmende Akteure auf dem Glücksspielmarkt traten erst ab Ende der 1990er Jahre auf. Nun bot das Web 2.0 die Infrastruktur, um Casinospiele und Sportwetten online anbieten zu können. Diese Möglichkeit nutzten zahlreiche Anbieter mit Sitz in Steueroasen wie Gibraltar oder Malta. Nun hatten auch die Einwohner in Deutschland eine ernsthafte Alternative zu den staatlichen Anbietern. Allerdings nicht ganz ohne Widerstand:

Bund und Länder wollten mit ihrem neu gefassten Staatsvertrag 2008 Wetten über das Netz verbieten, eine Ausnahme sollte es nur für Pferdewetten geben. Diese Pläne wiederum riefen die Europäische Kommission auf den Plan, die darin einen Verstoß gegen die Freiheit des Dienstleistungsverkehrs innerhalb der Europäischen Union sah. Schließlich wurde das deutsche Glücksspielmonopol, das Bund und Länder hatten verteidigen wollen, im Sommer 2010 vom Europäischen Gerichtshof gekippt. Ein Grund für den Urteilsspruch: Die Richter hielten das offizielle Argument der Bundesregierung, nämlich die Suchtprävention, für eine reine Augenwischerei. Denn einerseits werden die staatlichen Angebote relativ aggressiv beworben, und andererseits bietet der Staat in seinen Glücksspieleinrichtungen zahlreiche Automatenspiele, die das größte Suchtpotenzial bergen, an. Etwa 80 Prozent der Spielsüchtigen machen ihre Kreuzchen nicht auf dem Lottoschein, sondern daddeln an Automaten, wo ein Monatsgehalt innerhalb weniger Stunden verspielt werden kann. Weil Spielautomaten zudem unter das Gewerberecht fallen und als "Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit" gelten, dürfen diese auch in zahllosen Spielhallen aufgestellt werden.

Österreich: ein Eldorado für Lottospieler

In Österreich hingegen wird das Glücksspiel wesentlich liberaler gehandhabt, sodass Anbieter wie Lottoland.at selbst beim im Vergleich zu Roulette oder Poker eher unspannenden Lotto zahlreiche attraktive Varianten anbieten können. Neben den Klassiker Lotto am Mittwoch und Lotto am Samstag können Lottofreunde auch bei Euromillionen, MegaMillions und PowerBall auf die richtigen Zahlen tippen. Mit dem nötigen Quäntchen Glück können sie bei diesen Lotto-Varianten sogar einen Jackpot im dreistelligen Millionenbereich knacken.

Diese Angebote sind teilweise deutlich umfangreicher als auf dem deutschen Markt. Abschreckend wirkt hier vor allem die fünfprozentige Glücksspielsteuer, die den Anbietern einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand beschert. Die liberalere Gesetzgebung in Tschechien und Österreich ist für viele deutsche Bürger, die in Grenznähe leben, nicht der ausschlaggebende Grund, aber ein zusätzlicher Anreiz, ihren Wohnsitz ins nahe Ausland zu verlagern.

Warum ins Ausland gehen?

Die niedrigeren Lebenshaltungskosten sind es, die so manchen zum Umzug nach Tschechien bewegen. Diese sind in Österreich zwar ebenso hoch wie in Deutschland, dafür gibt es hier keine Sprachbarriere. Allerdings erwartet die Neubürger vielfach eine bessere Infrastruktur und weniger Bürokratie als auf deutscher Seite. Letzteres ist für so manchen Unternehmer aus dem grenznahen Raum ein guter Grund, den Betrieb gleich nach Österreich zu verlagern. Der private Umzug nach Österreich läuft übrigens ähnlich ab wie in Deutschland. Das wichtigste Papier ist der Meldezettel, der bei der zuständigen Gemeinde oder Bezirkshauptmannschaft ausgefüllt wird. Anschließend können alle weiteren Behördengänge erledigt und die notwendigen Versicherungen abgeschlossen werden.


Autor:

Datum: 01.07.2014

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