Fertighausquote in Deutschland erreicht Rekordhöhe
Die Fertighausbranche in Deutschland entwickelte sich wieder besser als der gesamte Wohnungsbau: von 14,2% im Jahr 2005 auf 15,1% im Jahr 2006, ergibt die aktuelle Studie der Interconnection Consulting.
2006 war der Beginn eines neuen Aufwärtstrends
Nach mehreren Jahren mit rückläufiger Umsatzentwicklung, verzeichnete die deutsche Fertighausbranche 2006 erstmals wieder Wachstum, sowohl bei der Anzahl der errichteten Fertighäuser, als auch beim erzielten Umsatz. 2006 wurden 17.747 Fertighäuser gebaut, eine Steigerung um 8,7% gegenüber dem Vorjahr. Das Marktvolumen vergrößerte sich um 10,9% auf 2,25 Mrd. Euro. Für die nächsten Jahre werden aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation weitere Steigerungen erwartet.
Trotz der nach wie vor führenden Rolle der Ein- und Zweifamilienhäuser in der Fertighausbranche (2006 machten sie 86,6% der fertiggestellten Wohneinheiten aus), wird der Fertigbau längst nicht mehr nur in diesem Segment verwendet. Die Bedeutung der Leichtbautechnologie steigt auch bei Reihenhäusern und mehrgeschossigen Wohnbauten, die im Jahr 2006 4,4% bzw. 9,1% der errichteten Wohneinheiten ausmachten.
Die Fertigbauweise wird immer öfter auch im Nichtwohnbau verwendet. Dieses Segment zeigte 2006 ein gutes Wachstum von 6,4% und wird in den nächsten Jahren weiter expandieren. Kleine Hotels, Schulen, Kindergärten u.s.w. werden immer öfter aus industriell vorgefertigten Teilen gebaut.
Marktsättigung noch lange nicht in Sicht
Obwohl mengen- und wertmäßig viel größer als der österreichische Fertighausmarkt, liegt Deutschland mit einer Fertighausquote mit 15,1% der errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser weit hinter Schweden (über 50%) oder Österreich (32,1%). Die Vorteile der industriellen Bauweise werden in Deutschland weniger genutzt als in anderen europäischen Ländern. Der traditionelle Massivbau hat in Deutschland eine sehr starke Position, die die Konkurrenzsituation für die Fertighausanbieter deutlich erschwert. Für die Fertighausanbieter bieten sich viele Möglichkeiten für Innovationen im Bereich Fertighäuser wie z.B. zielgruppenorientierte Produkte wie kostengünstige Häuser für Familien mit unterdurchschnittlichen Einkommen oder Häuser für Generation 50+, Single-Häuser, etc.