Bereits vor einigen Jahren kam es in der Zementindustrie zu einem Umdenkprozess: Zeitgleich mit der aufgrund der Wirtschaftskrise nur schwachen konjunkturellen Entwicklung begann man, sich vermehrt auf die Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Beim ersten Nachhaltigkeitsbericht der Zementindustrie 2004 war man noch vorsichtig mit der Veröffentlichung von Daten und dem öffentlichen Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Mit dem nun veröffentlichten Bericht für 2010 hat sich dies völlig gedreht: Im Mittelpunkt steht das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt und den Ressourcen.
Der Baustoff Beton soll in Zukunft nachhaltiger betrachtet werden: „Der Anspruch im Energiebereich verlangt kluge bauliche Lösungen, Heizen und Kühlen mit Beton ist eine erster richtiger Schritt in diese Richtung“, meint Felix Friembichler, Geschäftsführer der österreichischen Zementindustrie.
Innovative Produkte mehr gefragt denn je
Die Einsatzmöglichkeiten intelligenter Materialien reichen von der Errichtung nachhaltiger Gebäude bis hin zur Sanierung und Optimierung bestehender Bausubstanz. „Noch vor Jahren undenkbar und heute Realität ist der Einsatz von Beton als Energiespeicher. Nach den ersten Erfolgen betreiben wir intensive Forschungsvorhaben im Austausch mit der Bauwirtschaft weiter, um stichfeste Ergebnisse zu erhalten. Die thermische Speicherfähigkeit von Beton muss noch weiter forciert und stärker genützt werden“, so Friembichler. Unter dem Titel „Neue Zemente“ sollen Baustoffe mit geringerem Klinkeranteil (und somit CO2-Emissionen) entwickelt werden.
Das Investitionsvolumen der Zementindustrie in diesem Bereich betrug im letzten Jahr 7,26 Millionen Euro, 92 Mitarbeiter sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Insgesamt sind in der heimischen Zementindustrie 1193 Mitarbeiter beschäftigt, wobei der Großteil der Unternehmen zu den klassischen Mittelunternehmen zählt. Diese erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 378 Millionen Euro.