Metallteile liegen auf einem großen Haufen. Einige Teile sind verrostet und andere scheinen neu zu sein. Im Hintergrund sind Ziegelwände und weitere Metallhaufen zu sehen, die den Hof einrahmen.

Baustoffrecycling © Shutterstock

Baustoffrecycling in Österreich: Aktuelle Einblicke

Der größte Anteil der Baustoffe aus einem Abbruchobjekt kann wiederverwertet werden. Voraussetzung für das Baustoffrecycling ist aber eine Trennung der einzelnen Stoffe. Hier ein Überblick über die gesetzlichen Regelungen und Umsetzung dieser in Österreich.

Die Verwendung von Recycling-Baustoffen gewinnt im Bauwesen immer mehr an Bedeutung. Mit einer beeindruckenden Recyclingquote von 88 Prozent gehört Österreich zu den europäischen Vorreitern. Erfahren Sie hier, wie und welche Baustoffe recycelt werden, wo diese dann eingesetzt werden und welche strengen Vorschriften für die Wiederverwendung von Baustoffen in unserem Land gelten.

Wie läuft Baustoffrecycling ab?

Recycling-Baustoffe sind dank strenger Qualitätskontrollen und modernster Aufbereitungstechniken eine nachhaltige und hochwertige Alternative zu herkömmlichen Baumaterialien. Der größte Teil der Baustoffe aus einem Abbruchobjekt kann wiederverwertet werden. Voraussetzung für das Recycling ist aber eine Trennung der einzelnen Stoffe. Abbruch und Demontage-Material wird dafür zumeist in eine der folgenden Stoffgruppen getrennt:

  • Bodenaushub
  • Betonabbruch
  • Asphaltabbruch
  • Holzabfälle
  • Metallabfälle
  • Kunststoffabfälle
  • Baustellenabfälle
  • mineralischer Bauschutt

Nach der Trennung werden die ausgesonderten Baustoffe entweder einer Reinigung und Vorbehandlung unterzogen und dann weiterverwendet oder sie werden zerkleinert und zu einem neuen Baustoff verarbeitet. So entsteht aus Ziegelbruch zuerst Ziegelsand oder Ziegelsplitt, der dann für Zuschlagstoffe für die Produktion von Mauerwerksteinen, Beton und Leichtbeton, Drainageschichten, Füllungen, Schüttungen etc. verwendet wird. Aus Asphaltaufbruch wird zuerst gebrochenes Asphaltgranulat gewonnen und dann zu ungebundenen oder gebundenen Tragschichten oder zu Zuschlagstoffe für die Asphaltproduktion weiterverarbeitet.

Interessant sind besonders Stoffe aus Abbruchobjekten, die sich im Neubau wiederverwenden lassen. Eine schriftliche Festlegung, welche Materialien wiederverwendet werden sollen und welche Gegenstände und Einbauten vorsichtig ausgelöst bzw. nicht abgebrochen und somit geschützt werden sollen, ist bei jeder Abbruch-Planung daher besonders wichtig.

Eigenschaften von Recycling-Baustoffen

  • Hohe Qualitätsstandards durch strenge Prüfungen
  • Nachgewiesene Umweltverträglichkeit
  • Vielseitige Einsatzmöglichkeiten im Bauwesen
  • Beitrag zur Ressourcenschonung
  • Reduzierung von Deponiekosten

Eingesetzt werden die neuen, alten Baustoffe vorrangig im Straßen- und Wegebau, bei der Betonherstellung, im Garten- und Landschaftsbau, für Fundamentarbeiten und bei der Asphaltproduktion.

Was sagt die Recycling-Baustoffverordnung?

Die 2016 in Kraft getretene Recycling-Baustoffverordnung (RBV) löste die frühere Baurestmassentrennverordnung ab und etablierte neue Standards im österreichischen Baustoffrecycling. Die Verordnung umfasst folgende Kernpunkte:

  • Verpflichtende Schadstoff- und Störstofferkundung vor jedem Gebäudeabbruch
  • Klare Vorgaben für einen geordneten und verwertungsorientierten Rückbau
  • Detaillierte Qualitätsvorgaben für die Herstellung von Recycling-Baustoffen
  • Präzise Definition der möglichen Einsatzbereiche

Die RBV hat seit ihrer Einführung zu deutlichen Verbesserungen geführt. So wird seitdem eine höhere Qualität der aufbereiteten Recycling-Baustoffe eingehalten, was zu einem stärkeren Vertrauen bei Bauleuten und Planern führte. Die Materialien sind umweltverträglicher und Baurestmassen können effizienter verwertet werden.

Baustoffrecycling in Österreich

Die Recyclingquote für Baustoffe in Österreich ist im europäischen Vergleich sehr hoch. Hierzulande werden an die 88 Prozent bei mineralischen Bau- und Abbruchabfällen recycelt. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) geht davon aus, dass die Quote in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird, ein Anteil von bis zu 90 Prozent gilt als realistisch.

Die hohe Quote an Baustoffrecycling wird durch mehrere Faktoren begünstigt: Mit 152 stationären Aufbereitungsanlagen verfügt Österreich über ein dichtes Netz an Recycling-Standorten. Die hohen Qualitätsstandards haben dazu geführt, dass Recycling-Baustoffe als gleichwertige Alternative zu Primärrohstoffen anerkannt sind. Aufgrund verschiedener EU-Vorgaben und nationalen Nachhaltigkeitsinitiativen steigt die Nachfrage nach recycelten Baustoffen stetig an.

Redaktion
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