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Ökolabels - Gebäude nachhaltig zertifizieren

Nachhaltige Immobilien werden für Investoren immer wichtiger. Wir erklärt die in Österreich relevanten Gebäudebewertungssysteme und ihre Schwerpunkte. Ein Überblick von Breeam bis TQB.

Nachhaltige Immobilieninvestments nehmen in Europa mittlerweile einen hohen Stellenwert ein. 60 Prozent der Investoren kündigen in einer aktuellen Befragung an, zukünftig deutlich mehr in nachhaltige Immobilien investieren zu wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Union Investment, für die 167 Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien repräsentativ befragt wurden. Als „besonders wichtige Kennzahl“ nennen 83 Prozent der Umfrageteilnehmer den Primärenergieverbrauch. Für 67 Prozent hat die Erfassung der Lebenszykluskosten besonders hohe Bedeutung.

Bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit von Gebäuden müssen Immobilienprofis jedoch weiterhin mit Unschärfen leben: Eindeutige Beurteilungskriterien fehlen. Die unzähligen am Markt vertretenen Öko-Gebäudelabels messen alle nach unterschiedlichen Kriterien. Vergleichbar sind sie dadurch nicht.

Im Folgenden eine Übersicht, über die in Österreich relevanten Gebäudebewertungssysteme und ihre Schwerpunkte: Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger, Lebenszykluskosten, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb


klima:aktiv

klima:aktiv entstand aus der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums und ist nur in Österreich gültig. Seit 2012 gibt es eine aktualisierte Version der Kriterienkataloge Wohngebäude Neubau und Wohngebäude Sanierung. Die wichtigsten Änderungen.

Schwerpunkte: Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger, Vermeidung motorisierter Individualverkehr, Verwendung ökologischer Produkte, Komfortkriterien, Anbindung und Infrastruktur, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb, Lebenszykluskosten


ÖGNB/TQB

TQB (Total Quality Building) ist die Grundlage für die Gebäudezertifizierung durch die ÖGNB. Das Gebäudebewertungssystem ist mit dem klima:aktiv Gebäudestandard kompatibel. Beide Systeme werden in enger Abstimmung weiterentwickelt.

Schwerpunkte: Vermeidung motorisierter Individualverkehr, Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger, Komfortkriterien, Sicherheit, Baustellenabwicklung, Lebenszykluskosten, Drittverwendungsfähigkeit, Verwendung ökologischer Produkte, Wassereffizienz, Anbindung und Infrastruktur, Integrale Planung, FM freundlich, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb


ÖGNI (DGNB- Partner)

ÖGNI ist das österreichische Pendant zur deutschen Dachmarke DGNB. Das Gütesiegel basiert auf der Idee einer integralen Planung. Hierbei werden Ziele des nachhaltigen Bauens anfänglich definiert. Die Grundlage des Systems wurde am Bauwerkstyp „Neubau, Büro und Verwaltung“ konzipiert. Weitere Systemvarianten für diverse Bauwerkstypen wurden und werden auf dieser Basis entwickelt.

Schwerpunkte: Integrale Planung, Vermeidung motorisierter Individualverkehr, Lebenszykluskosten, Drittverwendungsfähigkeit, Verwendung ökologischer Produkte, erneuerbare Energieträger, Komfortkriterien, Sicherheit, Architektur und Kunst, Baustellenabwicklung, FM freundlich, Wassereffizienz, Energieeffizienz, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb


Leed

kommt aus den USA, wird aber auch weltweit vergeben. Das Niveau ist nicht so hoch wie in Europa, der Vorteil liegt jedoch im weltweit vergleichbaren Standard.

Schwerpunkte: Vermeidung motorisierter Individualverkehr, Verwendung ökologischer Produkte, Baustellenabwicklung, Wassereffizienz, erneuerbare Energieträger, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb, Komfortkriterien, Sicherheit, Anbindung und Infrastruktur, Energieeffizienz


Breeam

Breeam wurde 1990 in Großbritannien als das erste Zertifikat seiner Art gegründet. Das Label bewertet jedes Land nach den jeweiligen Normen – deswegen sind internationale Vergleiche nicht möglich. Wichtig: Das Zertifikat läuft nach fünf Jahren aus.

Schwerpunkte: Vermeidung motorisierter Individualverkehr, Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger, Baustellenabwicklung, Verwendung ökologischer Produkte, Wassereffizienz, Energiemonitoring und Gebäudebetrieb, Komfortkriterien, Sicherheit, Anbindung und Infrastruktur

AutorIn:
Archivmeldung: 23.03.2012

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