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Titandioxid ab Mitte 2021 Sondermüll!

Es kommt in Ölfarben und weißen Wandfarben, in Lacken, Kunststoffen und Textilien vor. Als weißes Pigment hat Titandioxid eine sehr hohe Deckkraft und sorgt für ein extrem strahlendes Weiß. Aber - der Stoff ist nicht unbedenklich. Nun wird er zum Sondermüll.

Mit seiner ultraweißen Farbe, der Eigenschaft, Licht zu streuen, und seiner UV-Beständigkeit ist TiO2 ein gebräuchlicher Inhaltsstoff, der in unzähligen Produkten eingesetzt wird, die wir jeden Tag sehen und verwenden. TiO2 fungiert als ein Nanomaterial, das man zum Beispiel auf Pflastersteinen, Dachbedeckungen oder in Fassadenputz findet. Auch viele Fliesen sind inzwischen mit einer Titandioxid-Oberfläche versehen, die in der Lage ist, Bakterien abzutöten. Bei Lichteinstrahlung reagieren die TiO2-Teilchen mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden aus der Luft und wandeln diese in Nitrate um. Diese so genannte Photokatalyse wird durch eine chemische Reaktion mit Licht ausgelöst.

Potentiell krebserregend

Im Oktober 2019 hat die EU-Kommission Titandioxidpulver als “potenziell krebserregend durch Einatmen” klassifiziert. Wenn die Verordnung Mitte 2021 in Kraft tritt, gelten Produkte mit diesem Farbpigment als Sondermüll. Für die Industrie hat das weitreichende Folgen. Titanweiß ist hierzulande das am häufigsten verwendete Weißpigment. Es kommt in fast allen weißen Materialien vor – ob in Kunststoffen, Papier bis hin zur Zahnpasta – und in den wenigsten Fällen einfach zu ersetzen. Ab Mitte nächsten Jahres müssen viele Erzeugnisse deswegen als Sondermüll entsorgt werden.

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Datum: 07.01.2021
Kompetenz: Baustoffe und Werkzeug

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