Bambusparkett: Asia-Look am Boden

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Asiatische, und ohne Import auch ökologische Alternative: Die robuste Schlingpflanze Bambus eignet sich für Böden, Treppen und Möbel - und ist sogar das ideale Material fürs Bad! Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Herstellung, Eigenschaften, Verlegung, Kosten und Pflege.

Für Freunde der asiatischen Wohnkultur empfiehlt sich Bambus. Eigentlich kein Baum sondern ein Gras, kommt er in tropischen oder subtropischen Ländern in mehr als 45 Arten vor. Heute werden Parkettböden, Treppenstufen, Türpaneele, Möbel und vieles mehr aus diesem seit Jahrtausenden bekannten Rohstoff hergestellt. Damit bildet er inzwischen mehr als nur eine Alternative zu den altbekannten Hölzern dar.

Bambus: Ökologische Alternative

Die Schilfpflanze kann bis zu 50 Meter hoch und 30 Zentimeter dick werden und ist mit ihrem geringen Gewicht, der hohen Zug-, Druck- und Biegefestigkeit, sowie einer sehr großen Oberflächenhärte ein Werkstoff, mit dem sogar Gerüste und Tragekonstruktionen für Brücken gebaut werden. Der Bambus gilt als schnellstwachsende Pflanze überhaupt und ist deshalb eine umweltfreundliche und ökologisch wertvolle Alternative zu den heimischen und vor allem tropischen Harthölzern, deren Bestand damit nicht weiter dezimiert werden müsste. Der Haken am Öko-Gedanken: Bambus muss großteils importiert werden.

Woher kommt Bambus?

Zur Herstellung von Parkett aus Bambus wird der große Moso-Bambus verwendet, der vorwiegend in großen Wäldern in China wächst. Bambus besteht zu 70 Prozent aus Cellulose und aus 30 % aus Lignin. Alle 5 bis 7 Jahre können circa 30 % des Bambusbestandes geschnitten werden, ohne dass die Größe des Waldes verkleinert wird. Herkunft und Alter des Holzes sind für die Bestimmung von Härte und Farbe sehr wichtig.

Herstellung von Bambusparkett

Wie entsteht nun aus den Bambusrohren der Parkettboden? Zunächst werden die Rohre (Lamellen) gespalten, gekocht, getrocknet und im Anschluss unter hohem Druck zu einem Stück zusammen geleimt. So ist das Abschleifen wie bei anderen Holzarten im Anschluss möglich.

Die Bambusstücke können auf zwei Arten zusammen geleimt werden:

  • horizontal: hier ist das typische Bambusmuster mit seinen Sprossen erkennbar
  • vertikal: hierzu werden kleinere Stücke verwendet und das Aussehen wirkt  neutraler

Danach folgt der Zuschnitt auf die gewünschte Größe, das Abschleifen und das Lackieren, Ölen oder Wachsen als Finish.

Vorteile von Bambusparkett

Die Vorteile von Parkett aus Bambusholz reichen von der modernen Optik (hell bis dunkel) bis hin zu günstigem Preis durch schnelles Wachstum. Darüber hinaus verträgt Bambus Feuchtigkeit weitaus besser als andere Holzarten und schlägt in Punkto Härte viele heimische Hölzer, wie auch Tropenhölzer. Als Parkett gefertigt, bestehen die einzelnen Elemente aus hochdruckverleimten Lamellenstreifen, die nicht dicker als 15 mm sind, sowie eine nachschleifbare, fünf Millimeter starke Nutzschicht besitzen.

Besonders gut eignet sich Massiv-Bambus auch für den Einsatz in Feuchträumen. Zart und weich in der Musterung kann er wie jedes andere Holz verarbeitet, verlegt und oberflächenbehandelt werden und ist mit Sicherheit für jeden Wohnraum eine nicht alltägliche Augenweide.

Nachteile von Bambusparkett

Es muss darauf geachtet werden, dass in Räumen, in denen ein Parkett aus Bambus verlegt wurde, die Raumtemperatur 21 Grad Celsius nicht überschreitet. Auch ist eine konstante Raumfeuchtigkeit von 55 Prozent notwendig. Daraus ergibt sich, dass Bambusparkett nicht kombinierbar ist mit elektrischen Fußbodenheizungen.

Als weiterer Nachteil ist zu nennen, dass Bambusparkett - ähnlich wie andere Holzböden und Dielen - unter Balstung oftmals quietschende Geräusche erzeugt. Dem ist mit einem guten Raumklima vorzubeugen.

Bambus am Boden: Kostenübersicht 

Bambusparkett ist im Vergleich zu anderen Holzparketts eher günstig. So erhält man einen einfachen Boden ab 30 Euro / Quadratmeter. Etwas aufwändigere Ausführungen sind zwischen 80 und 100 Euro / Quadratmeter zu haben.

Warum die Preisunterschiede? Das liegt an den unterschiedlichen Dicken der Nutzschichten und der Härte des Trägermaterials. Es lohnt sich allenfalls, beim Kauf nicht nur auf den Preis des Parketts zu achten, sondern auch auf die Qualität des Trägers darunter wert zu legen. Im schlimmsten Fall kann es nämlich passieren, dass sich die Träger nach einiger Zeit an der Oberfläche abzeichnen.

Bambusparkett pflegen

Reinigen Sie den Boden auf keinen Fall mit Dampfreiniger! Auch auf aggressive Haushaltsreiniger sollte verzichtet werden. Und achten Sie darauf, dass sich keine Pfützen auf dem Belag bilden. Zudem sollte man die ersten zehn Tage nach der Verlegung des Parketts auf feuchte Reinigung gänzlich verzichten.

Zur täglichen Reinigung: Geölten Bambusboden sollte man zuvor absaugen, um Kratzer zu vermeiden. Danach kann man feucht wischen. Flecken entfernt man am besten mit einem Holzbodenreiniger (nutzen Sie hierbei weiche Baumwolltücher, um den Boden nicht zu beschädigen). Eine regelmäßige Nachbehandlung mit Hartwachs wird empfohlen.

Bei lackiertem Bambusparkett sollte darauf geachtet werden, die Lackierung nicht zu beschädigen, da ansonsten Nässe in das Holz eindringen kann. Auch hier sollten weiche Tücher verwendet werden, da Mikrofasertücher und Stahlwolle Schäden in der Lackierung verursachen können.

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Datum: 02.04.2019
Kompetenz: Beläge und Boden

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