Tadelakt macht's orientalisch

Mit Tadelakt werden Wände, Böden, Wannen, Waschbecken und viele andere Oberflächen beschichtet. Ursprünglich kommt diese Putzart aus Marokko, wo sie seit Jahrtausenden von Berbern angewandt wird. Heute findet sich die Anwendung weltweit.

Durch die so genannte Kalkpresstechnik, eine sehr starke Verdichtung bei der Verarbeitung, ergibt sich eine hohe Festigkeit und Wasserbeständigkeit der Beschichtung mit außergewöhnlichem Glanzeffekt. Aufgrund seiner extremen Dichte wurde dieser Putz sogar zur Abdichtung von Zisternen verwendet. Die kunstvollen Wände der Hamams, der türkischen Bäder, werden noch heute auf diese Art gestaltet, da der Putz wasserabweisend aber diffusionsoffen ist.

Bringen Sie viel Geduld mit

Das Basismaterial aus einem speziell gebrannten und gelöschten Kalk können Sie heute im Fachhandel kaufen. Das Originalmaterial ist ein natürliche, hochhydraulischer Muschelkalk aus Marrakesch. Etwa vier Kilo dieses Pulvers und zwei Liter Wasser sind für einen Quadratmeter Wandfläche nötig. Als Untergrund bieten sich raue und absorbierende Flächen an, etwa Ziegel oder Beton aber auch bereits bestehende, fehlerfreie Kalk- oder Zementputze. Die angemischte und mit Pigmentpulver eingefärbte Tadelaktmasse sollte drei bis vier Tage einsumpfen. Dann wird sie kräftig durchgerührt, auf der eingenässten Wand mit einer Kelle aufgebracht und mit dem Reibebrett auf eine Dicke von drei bis fünf Millimeter verrieben. Nach kurzer Abbindezeit wird der Putz mit der so genannten Venezianerkelle (mit abgerundeten Ecken) durch gleichmäßigen Druck geglättet und mit einem speziellen Reibestein in kreisenden Bewegungen verdichtet. Nach einer Ruhephase von etwa 24 Stunden wird mit einem Polierstein und Olivenseife „verpresst”. So entsteht die charakteristisch glänzende Oberfläche, die je nach Lichteinfall die Farbe changieren lässt.


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Datum: 13.09.2017

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