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Abdichtung von Gebäuden: Abdichtungsarten und Materialien

Abdichtung dient dem Schutz von Bauwerken vor Feuchtigkeit. Welche Materialien dafür zur Verfügung stehen und wie man ein Gebäude dicht macht, erfahren Sie hier.

Die Abdichtung von Gebäuden ist essenziell, um die Struktur vor Wassereintritt und anderen Umwelteinflüssen zu schützen, die die Langlebigkeit und Funktion des Gebäudes beeinträchtigen könnten. Hier ist es wichtig, die richtigen Materialien auszuwählen und sie korrekt zu verarbeiten.

Die passende Abdichtung ist für die Langlebigkeit und Funktion vor allem der Gebäudehülle entscheidend. Man unterscheidet zwischen waagrechten und senkrechten Abdichtungen, beide haben spezifische Anforderungen.

Was ist eine waagrechte Abdichtung?

Bei waagrechten Abdichtungen braucht es eine durchgehende Abdichtungsbahn, die sowohl als Unterlage unter den Wänden dient als auch für die gesamte Flächenabdichtung. Diese Bahnen sollten immer breiter sein als die Wand selbst, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Mit der Zeit haben sich hier auch neue, umweltfreundlichere Materialien wie Recycling-Polymerbahnen etabliert, die bei gleichbleibender Qualität den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Die Qualität des Materials spielt eine sehr wichtige Rolle, weshalb die Verwendung von Markenprodukten und das genaue Befolgen der Herstelleranweisungen ratsam ist.

Was ist eine senkrechte Abdichtung?

Senkrechte Abdichtungen, hingegen, haben die Aufgabe, Wände vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen. Hierfür werden in der Regel Bitumenbahnen oder spezielle Dichtungsschlämme verwendet. Neue Technologien wie Flüssigkunststoffe erlauben eine einfachere und schnellere Verarbeitung. Besonders wichtig ist hier die fachgerechte Anbindung an die waagrechte Abdichtung, um eine lückenlose Schutzbarriere zu gewährleisten.

Beide Abdichtungsarten sollten aufeinander abgestimmt sein, um das beste Ergebnis zu erzielen. Neue Entwicklungen wie digital unterstützte Messverfahren ermöglichen heute eine präzisere Anwendung und Kontrolle, was sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit erhöht.

Voranstrich für die Abdichtung

Für die Vorbereitung der Flächen werden unterschiedliche Voranstriche genutzt. Klassische Optionen wie Bitumen-Voranstrich und Bitumen-Haftanstrich auf Lösungsmittel- oder Emulsionsbasis sind weiterhin gängig. Zusätzlich gewinnen umweltfreundlichere Alternativen wie wasserbasierte Acryl-Voranstriche oder Silikat-basierte Haftanstriche an Bedeutung, da sie weniger VOCs (flüchtige organische Verbindungen) freisetzen.

Arten von Abdichtungen - Abdichtungsbahnen

Abdichtungsbahnen sind nach wie vor eine wichtige Wahl für viele Abdichtungsprojekte. Mit Fortschritten in der Materialtechnologie sind jedoch auch Verbesserungen und neue Optionen in dieser Produktkategorie zu verzeichnen. Die folgenden bituminösen Bahnarten werden meist ein- oder mehrlagig mit speziellen Klebstoffen wie Heißklebemasse, Bitumenkaltkleber oder durch Flämmverfahren befestigt:

Bitumenbahnen mit Glasvlies (GV)
Beispiel: GV45 (Flächengewicht 45g/10m²)
Eigenschaften: Geeignet als Abdichtungsbahnen, jedoch besitzen sie nur eine geringe Zug- und Dehnfestigkeit.

Bitumenbahnen mit Metalleinlage (Al, Cu)
Anwendung: Werden oft als Dampfsperren oder in Außenbereichen als Wurzelschutz eingesetzt.
Vorteil: Metalleinlagen erhöhen die Reißfestigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einflüsse.

Bitumenbahnen mit Kunststoffeinlage (Polyester-Vlies PV)
Eigenschaften: Diese Bahnen besitzen eine hohe Zug- und Dehnfestigkeit und sind damit sehr robust.
Anwendung: Geeignet für Anwendungen, bei denen hohe mechanische Belastungen erwartet werden.

Rohpappen (RP)
Beispiel: RP350 (Flächengewicht 350 g/m²)
Hinweis: Wird als Trennlagen verwendet. Diese Bahnen sind nicht für Abdichtungsanwendungen geeignet, da sie verrotten und Wasser aufnehmen.

Weitere Abdichtungsarten

Dank der Fortschritte in der Materialtechnologie und Bauchemie gibt es heute mehrere alternative Abdichtungsmethoden, die den traditionellen Abdichtungsbahnen in nichts nachstehen. Aktuelle materialtechnische Lösungen:

Selbstklebende Bahnen: Modern und sicherheitsfreundlich, da sie ohne offene Flamme verarbeitet werden.
Flüssigabdichtungen: Ideal für komplexe Geometrien, bilden sie eine nahtlose, wasserfeste Schicht.
Zementschlämme: Chemisch tiefenwirksam und in modernen Formulierungen rissresistent.
Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (KMB): Besonders reißfest und dehnbar, für spezielle Belastungen geeignet.

Nachhaltige Lösungen

Die Hersteller sind bestrebt, Produkte zu entwickeln, die besonders in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie zukunftsfit sind. So werden bei Materialien und Techniken zur Gebäudeabdichtung besonders die technischen Eigenschaften, die Verarbeitung, die Optik und das Kosten-Nutzen-Verhältnis stetig verbessert. Hier ein paar Produktbeispiele:

Ökologische Anstriche und Massen: Hochwertig und mit dem traditionellen Abdichtungsbahnen gleichwertig.
EPDM-Folien: Langlebig und resistent gegen UV-Strahlung und andere Witterungseinflüsse.
Reaktive Abdichtungssysteme: Chemisch basierte Materialien, die eine unlösbare Verbindung mit dem Untergrund eingehen.
Mineralische Abdichtungen: Umweltfreundlich, da sie aus natürlichen Rohstoffen wie Ton hergestellt werden.

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