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Rauch und CO2: Warnmelder retten Leben!

Die häufigste Brandursache in Österreichs Haushalten sind offenes Licht und Feuer. Dazu kommen zahlreiche Brände mit elektrischer Energie als Zündquelle sowie Vergiftungen durch Kohlenmonoxid. Warnmelder können einen Großteil dieser Unglücke verhindern!

Die Ursache für viele Brände ist nicht Fahrlässigkeit, sondern sehr oft auch technische Defekte an Heizstrahlern oder anderen elektrischen Geräten, vergessene Herdplatten oder auch die Überlastung oder Überalterung elektrischer Leitungen. Mit einem Rauchwarnmelder schützen Sie sich, Ihre Familie und Ihr Hab und Gut nachhaltig. Im Neubau und bei der Sanierung im Wohnbereich, aber auch von Kindergärten und Beherbergungsbetrieben ist der Einbau von Rauchwarnmeldern entsprechend der OIB Richtline 2 und den zugehörigen Landesbauordnungen gesetzlich vorgeschrieben. Diese Gesetze gelten in ganz Österreich. In bestehenden Altbauten gilt diese Regelung (ausgenommen Kärnten) nicht, was leider dazu führt, dass im Bestand viel zu wenige Haus- und Wohnungsbesitzer diesen effektiven Schutz umsetzen. Noch bevor Sie um viel Geld und Zeit nachträglich bauliche und technische Maßnahmen zum Brandschutz setzen lassen, sollten Sie die verhältnismäßig wenigen Euros in die entsprechenden Geräte investieren!

Welchen Rauchwarnmelder kaufen?

Stand der Technik sind die 10-Jahres-Melder mit fest verbauter Hochleistungsbatterie. Sie sind zwar teurer als ihre Vorgänger mit 9-Volt-Batterieblock, brauchen dafür aber nur alle zehn Jahre einen Batterietausch und benötigen auch keine Wartung mehr. Zudem bietet die Batterie genügend Leistung, um jede Woche einen Funktionstest durchzuführen. Nach Ablauf der zehn Jahre müssen sie aber erneuert werden, da die Funktion der Messkammer nach Ablauf dieser Frist nicht mehr gewährleistet ist. Vertrauen Sie nur auf Qualitätsprodukte die die Konformitätszeichen ÖVE EN 14604, DIN 14676 und das VdS Prüfsiegel führen. Das CE-Zeichen allein ist zu wenig!

CO2: Der unsichtbare Tod

Jedes Jahr stirbt eine Vielzahl von Menschen im häuslichen Umfeld an den Folgen einer Kohlenmonoxidvergiftung. Dieses gefährliche Gas ist unsichtbar, geruchlos und hochgiftig und führt in nur wenigen Sekunden zu Bewusstseinsverlust und unter Umständen sogar zum Tod. Defekte Gasthermen, verstopfte Kamine oder die mit hohen Gefahren verbundene Verwendung von Heizgeräten, Grillern oder Verbrennungsmotoren in geschlossenen Räumen sind die häufigste Ursache für Kohlenmonoxidvergiftungen der Anwesenden. Dieses Gas ist deshalb so gefährlich, weil es von Wänden, Decken und Böden nicht gestoppt wird. Es bewegt sich ungehindert selbst durch Beton- und Steinwände. Auch wenn es in Ihrem Zuhause also keine potenzielle Gefahrenquelle gibt, kann Kohlenmonoxid durch angrenzende Räumlichkeiten in Ihre Wohnung gelangen. Die Konzentration des Atemgiftes steigt bei geringer Sauerstoffzufuhr während eines Verbrennungsvorganges rapide an und kann innerhalb von Minuten zur tödlichen Falle werden.

Anzeichen einer CO-Vergiftung

Die typischen Vergiftungssymptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichter Schwindel und Orientierungslosigkeit. Im Notfall sollten Türen und Fenster sofort geöffnet, das Gerät ausgeschaltet und die Räumlichkeiten rasch verlassen werden. Sollten Sie diese Symptome verspüren, verlassen Sie auf der Stelle den Raum und rufen Sie die Rettung und die Feuerwehr! Zudem sollte das Gebäude erst wieder betreten werden, wenn ein Feuerwehrmann den Zutritt als sicher einstuft.

So sind Sie sicher

Der erste und wichtigste Schritt für eine Gefahrenvermeidung ist die regelmäßige Wartung Ihrer Heizungsanlagen mit Gas. Dazu zählt die jährliche Hauptkehrung und Luftmengenmessung durch den Rauchfangkehrer. Besondere Beachtung sollte hier eventuell nachgerüsteten Dunstabzügen, Ventilatoren, Klimageräten und Verkleidungen im Thermenbereich geschenkt werden. Auch die jährliche Wartung von Brennwertgeräten durch entsprechende Fachbetriebe oder den Hersteller empfehlen wir dringend! Auch sollten Lüftungsschächte und -rohre immer frei sein.

Der Warnmelder gibt Sicherheit

Zusätzlich empfehlen wir Ihnen unbedingt einen Kohlenmonoxidmelder, der die Konzentration des Gases in der Umgebungsluft regelmäßig checkt und Alarm schlägt, sobald die gefährliche Grenze überschritten ist. Besonders im Schlaf sind solche CO-Frühwarnsysteme ein wirksamer Schutz, da die Wirkung von Kohlenmonoxid die Opfer normalerweise nicht aufwachen lässt. Am besten werden die Melder in allen Räumen installiert, in denen ein brennstoffbetriebenes Gerät steht. Gerät und Installation sind schon ab 150 Euro zu haben. Hochwertige Kohlenmonoxidwarnmelder prüfen alle vier Sekunden die Konzentration des Gases und schlagen bei Überschreitung des Wertes von 43 ppm Alarm. Intelligente Geräte haben zusätzlich eine Testfunktion, Memory, End-of-Live Anzeige und LCD-Display sowie eine Melderdiagnose via Smartphone.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • CO-Warnmelder und Rauchmelder sind nicht das Gleiche. Das eine ersetzt das andere Gerät nicht!
  • Führen Sie regelmäßige Funktionstests an den Warnmeldern durch!
  • Rauchwarnmelder sind in allen österreichischen Bundesländern gesetzliche Pflicht, in Neubauten wie in Sanierungsobjekten.
  • Moderne Rauchwarnmelder brauchen 10 Jahre lang keinen Batterietausch und keine Wartung.
  • CO-Melder prüfen alle 4 Sekunden die Konzentration des Gases in der Atemluft und schlagen Alarm, sobald diese den Grenzwert überschreitet.
  • Großes Gefahrenpotenzial für eine CO-Vergiftung bergen mobile Klimageräte. Denken Sie an ausreichend Luftzufuhr.

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Datum: 26.08.2021
Kompetenz: Brandschutz

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