Verena Konrad: Kommissärin für Biennale in Venedig

Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda hat entschieden: Verena Konrad, Leiterin des Vorarlberger Architektur Instituts (vai), kuratiert 2018 den Österreich-Beitrag zur 16. Architekturbiennale in Venedig.

„Österreichs Architektinnen und Architekten haben in den letzten Jahrzehnten viele grundlegende Beiträge geliefert, um Architektur aus ihrem monothematischen Denken des Bauens zu befreien. Mit Verena Konrad haben wir eine Kommissärin gewonnen, die als Kennerin der österreichischen und internationalen Architekturszene hohes Ansehen genießt“, so Drozda in seiner Entscheidungsbegründung.

"Architektur als soziale Praxis und Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen"

Mit ihren Arbeiten in der Architekturvermittlung zeige sie gesellschaftspolitische Veränderungen auf und bringe diese in einen neuen Kontext und Diskurs, meint der zuständige Minister, der auch heuer wieder ein Budget von 400.000 Euro bereitstellt. Und weiter: „Architektur als soziale Praxis und Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen zu denken, neue Fragen aufzuwerfen und Antworten zu geben – so kann der Zugang Verena Konrads in ihren Arbeiten verstanden werden.“

Neo-Kommissärin Konrad (im Bild), die seit 2013 dem vai vorsteht, sieht ihre Ernennung vor allem als Anerkennung und Wertschätzung für die gemeinsame Arbeit, die in ihrem Institut geleistet werde. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

Nach Martha Schreiek (2004), Bettina Götz (2008), Elke Delugan Meissl (2016) ist Verena Konrad die vierte Kommissärin die Österreich nach Venedig zur Architekturbiennale entsendet.

Beruflicher Background

Konrad hat Studien der Kunstgeschichte, Geschichte und Theologie an der Universität Innsbruck absolviert und in Neuester Kunstgeschichte promoviert. 2004 bis 2013 war sie beim Projektbüro in Innsbruck engagiert. Lehraufträge an der Kunstuniversität Linz (Abteilung Raum und –Designstrategien) und an der Universität Innsbruck (Lehrstuhl für Architekturtheorie, Institut für Kunstgeschichte) folgten. Konrads weitere berufliche Stationen: Universitätsassistentin am Institut für Baugeschichte und Architekturtheorie der Universität Innsbruck, Kuratorin im Team der Galerie im Taxispalais, Kuratorin im Team der Kunsthalle Wien. Seit 2013 ist sie Direktorin am vai (Vorarlberger Architektur Institut). Zudem kann sie auf Tätigkeit in zahlreichen Gremien und Kommissionen wie u.a. in der Kunstkommission des Landes Vorarlberg um im Beirat für Baukultur im Bundeskanzleramt verweisen.


AutorIn:

Datum: 24.04.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Architektur

Entworfen von den Architekten de Rijke Marsh Morgan ist Maggies Oldham das erste Gebäude, das komplett aus Hartholz-BSP errichtet wird. Der Bau entsteht seit April 2016 in Oldham, im Nordwesten Englands, und wird krebskranken Menschen als Rückzugsort dienen.

Zusehends hoch im Kurs könnte – vor allem in Bezug auf die klimatischen Herausforderungen, vor denen sich die Menschheit bereits jetzt gestellt sieht – das Material Keramik stehen. Martin Bechthold, Professor an der Harvard University, erforscht den Einsatz von Keramik in der Architektur als „Kombination der emotionalen Attraktivität des Materials mit neuer Funktionalität”. Keramische Materialien entwickeln sich zusehends zu Gesamtlösungen für Fassaden, Dächer und Innenwände.

Obwohl der Baustoff Holz in Großbritannien eine große Rolle spielt tummeln sich im Architekturbau mit Holz vor Ort viele ausländische Unternehmen, darunter auch österreichische, wie die Wiehag AG. Es gibt in Großbritannien kaum Hersteller für Brettschichtholz und so können die heimischen Hersteller auf der Insel punkten, etwa beim Bau einer Dachkonstruktion für die Traditions-Whisky-Destillerie der renommierten Marke Macallan in Schottland.

Gehört Carbonbeton und Lichtbeton die Zukunft? Beide sind leichter und damit transportfähiger, des weiteren sollen sie energieeffizienter sein als klassischer Beton. Lichtbeton ist zudem auch hübsch anzusehen.

Bereits zum 3. Mal gilt es, architektonisch spannende, ansonsten verschlossene Gebäude Wiens zu entdecken. Im Rahmen von Open House Wien, das heuer unter dem Motto „Findet Stadt“ läuft.

Bereits zum 15. Mal lädt die internationale Architektur-Ausstellung Biennale zum kulturellen Großereignis nach Venedig. Der österreichische Beitrag „Orte für Menschen “ setzt sich für Maßnahmen zur besseren Unterbringung von Geflüchteten hierzulande ein.

Architekt D.I. Hannes Bürger, SHARE architects in Wien, über das Bauen der Zukunft, veränderte Gesellschaftsformen, flexible Grundrisse und die Stellung des "österreichischen" Architekten zum Fertighaus.