Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit - Sieger

Zum dritten Mal wurden fünf innovative und österreichische Bauprojekte ausgezeichnet: Die Gewinner-Gebäude zeichnet nicht nur eine charakteristische Architektur aus, natürlich punkteten sie auch in Sachen Nachhaltigkeit.

Umweltminister Niki Berlakovich durfte bereits zum dritten Mal fünf innovative Bauprojekte mit dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit auszeichnen. Der vom Lebensministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative klima:aktiv vergebene Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit richtete sich an Projektträger von Neubauten und Sanierungen.

Über zwei Drittel der Einreichungen für das Auszeichnungsjahr 2012 kamen aus dem Dienstleistungssektor, davon ein Drittel aus den Bereichen Kindergarten, Schule und Ausbildungsstätte. Die zweite große Gruppe stellten Wohn- und Einfamilienhäuser.

Das Passivhaus-Wohngebäude U 31 im 20. Wiener Gemeindebezirk erreicht Bestwerte in puncto Energieeffizienz und Klimaschutz. Die Jury überzeugte jedoch vor allem die hohe Lebensqualität, die für die BewohnerInnen geschaffen wurde: Durch die rundumlaufenden Terrassen und die gezackte Außenform verfügt jedes Zimmer der 46 Wohneinheiten und der Büros im ersten Stock über einen Zugang zu einem großzügigen, privaten Grünraum – und das inmitten der Stadt.

Energiespar-Wohngebäude U 31, Wien
Bauherrin: Heindl-Holding GmbH
Architekten: Querkraft Architekten ZT GmbH
Fachplanung: Schöberl & Pöll GmbH; BPS Engineering

Lukas Schaller © Lukas Schaller

Das Energiespar-Wohngebäude U 31 in Wien sticht durch die markante Außenform hervor, die jeder Wohneinheit die Möglichkeit eines begrünten Freiraums bietet. Das Objekt sorgt nicht nur für eine besonders hohe Lebensqualität, sondern es erreicht auch Bestwerte im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz.

Mit hoher architektonischer Qualität beeindruckt auch das „Niederösterreichhaus“ in Krems. Das neu errichtete Verwaltungsgebäude, das in drei Baukörper gegliedert ist, besticht durch eine gelungene Einbindung in die historische Bausubstanz der Altstadt. Das Passivhauskonzept wird hier ganzheitlich verstanden: So wurde sowohl eine ressourcenschonende Herstellung des Gebäudes als auch ein äußerst sparsamer Betrieb für die Zukunft angestrebt. Darüber hinaus verfügt das Amtsgebäude mit 217 Büroarbeitsplätzen und 400 Besprechungs- und Seminarplätzen unter anderem auch über eine eigene Elektrotankstelle für Pkw und Fahrräder.

Niederösterreichhaus, Krems (Niederösterreich)
Bauherrin: NÖ Landesimmobilien GmbH
Architekten: ARGE NÖHK; AllesWirdGut Architektur ZT GmbH; feld72 Architekten ZT GmbH; FCP - Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH
Fachplanung: DI Walter Prause; TB ZFG-Projekt GmbH; bauXund Forschung und Beratung GmbH

Lukas Schaller © Lukas Schaller

Im Niederösterreichhaus in Krems wurden sorgfältig ausgewählte Materialien verarbeitet um ideale Komfortbedingungen zu garantieren. Der Gebäudekomplex mit Passivhauskonzept schafft souverän die Balance zwischen Neubau und historischer Bausubstanz.

Einen besonders hochwertigen Beitrag zum Thema Wohnen im Stadtzentrum liefert das zweite prämierte Wohnprojekt, die Wohnhausanlage Messequartier, die im Zuge der Restrukturierung des Grazer Messegeländes errichtet wurde. Das Messequartier ist das größte Wohnprojekt der Steiermark, das nahezu Passivhausqualität erreicht. Es verfügt neben dem breiten Angebot an Wohnungstypen – von Studenten- und Seniorenwohnungen bis hin zu geförderten und Eigentumswohnungen – auch über Gewerbe- und Büroflächen, diverse soziale Einrichtungen wie etwa einen Kindergarten, weitläufige Grünanlagen und eine für alle BewohnerInnen zugängliche Dachterrasse mit Sauna und Schwimmbad.

Wohnanlage Messequartier, Graz (Steiermark)
Bauherrin: ENW – Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
Architekt: DI Markus Pernthaler Architekt ZT GmbH
Fachplanung: Vatter & Partner ZT GmbH; RFG Engineering GmbH; bauXund Forschung und Beratung GmbH

Paul Ott © Paul Ott

Zwischen den wellenförmigen Baukörpern der Wohnanlage Messequartier schlängeln sich großzügige Grünanlagen. Das Projekt steht für hochwertigen Wohnraum in unterschiedlichen Wohnungstypen, durchmischt mit Gewerbe- und Büroflächen.

Der vierte Preisträger, die Allgemeine Sonderschule 4 in Linz, ist ein Sanierungsprojekt bei dem es beispielhaft gelang ein gesamtheitliches Architektur-, Raum-, Gebäude- und Materialkonzept umzusetzen. Bei der Generalsanierung in Passivhausqualität und gleichzeitigen Aufstockung um ein Geschoß in Holzbauweise wurden alle neu an das Schulgebäude gestellten Anforderungen, wie etwa ein neues Raumkonzept für die Nachmittagsbetreuung oder die Mehrfachnutzung von Räumen, erfüllt.

Allgemeine Sonderschule 4, Linz (Oberösterreich)
Bauherrin: Immobilien Linz GmbH & Co KG
Architekten: grundstein Architektur
Fachplanung: IBO GmbH; Technisches Büro Ing. Grillenberger GmbH & Co KG

Lukas Schaller © Lukas Schaller

An der Allgemeinen Sonderschule 4 wurde im Zuge einer Generalsanierung nicht nur die Chance genutzt, das Schulgebäude aufzustocken, sondern es auch an neueste pädagogische Anforderungen ideal anzupassen.

Die Errichtung des AgrarBildungsZentrums Salzkammergut in Altmünster wurde durch die Zusammenlegung von zwei Schulen erforderlich. Das fünfte Staatspreisprojekt ist eine Erweiterung eines bestehenden Gebäudetrakts, bei der Tradition und Moderne gekonnt miteinander vereint wurden. Die Landwirtschaftsschule liegt in einzigartiger Lage über dem Westufer des Traunsees und besticht durch die konsequente Verwendung von Holz als nachwachsenden Baustoff. Die Gebäudeform orientiert sich am traditionellen Vierkanthof und beherbergt alle Elemente eines modernen Campus samt Internat unter einem Dach.

Agrarbildungszentrum Salzkammergut, Altmünster (Oberösterreich)
Bauherrin: Landes-Immobilien GmbH
Architekten: Fink Thurnher Architekten
Fachplanung: DI Dr. Lothar Künz ZT GmbH; Planungsteam E-Plus GmbH

Walter Ebenhofer © Walter Ebenhofer

Das Agrarbildungszentrum Salzkammergut setzt in allen Bereichen auf Holz als nachwachsenden Rohstoff. Der Neubau zeichnet sich durch die einzigartige Lage über dem Westufer des Traunsees sowie durch seine Konstruktion, die an einen Vierkanter-Hof erinnert, aus.

Außerdem nominiert zum Staatspreis

Volksschule Mäder (Vorarlberg) Bauherrin: Gemeinde Mäder Architekten: Fink Thurnher Fachplanung: Spektrum, Zentrum für Umwelttechnik und -management; Öko-Plan Wilfried Begle

Plusenergie-Einfamilienhaus, Hard (Vorarlberg) Bauherr: Martin Brunn Architekten: Martin Brunn und Gerhard Zweier Fachplanung: Ender Klimatechnik; Automation Next

ÖAD-Gästehaus Gasgasse, Wien Bauherrin: Gemeinnützige Genossenschaft Heimbau Architekt: Martin Kohlbauer Fachplanung: Vasko & Partner, Schöberl & Pöll

Wohnen am Mühlgrund, Wien Bauherrin: Bauen und Wohnen GmbH Architekten: Artec Fachplanung: Schöberl & Pöll; Käferhaus; Auböck + Kárász


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Datum: 15.02.2013

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