Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Tirol legt Latte hoch

Das Land Tirol will den Energiebedarf, der auf Bauen und Wohnen entfällt, deutlich reduzieren. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft und die Neue Heimat Tirol gehen beim Neubau und bei thermischen Sanierungen bereits mit gutem Beispiel voran.

Tirol verfolgt ein ambitioniertes Ziel. Bis zum Jahr 2050 will man energieautonom werden, wie Tiroler Energiereferent Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler im Rahmen einer Pressekonferenz erneut bekräftigt hat. „Das bedeutet, dass wir unseren Energiebedarf innerhalb einer Generation etwa um die Hälfte reduzieren und unsere Energieversorgung Schritt für Schritt auf heimische, erneuerbare Energieträger umstellen.“

Tirol verpflichtet sich zur Energieautarkie

Betroffen sind von dieser Vorgabe auf den Gebäudesektor, die aktuell 35 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Tirol auf sich vereinen. Laut Geisler sei man aber sowohl im Neubau als auch in der Sanierung auf gutem Weg. So sei im Vergleich zum Jahr 2005 trotz überdurchschnittlichem Bevölkerungszuwachs der Energiebedarf im Gebäudebereich um 2,1 Prozent gesunken. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi führt dies auf konkrete Taten zurück, die man gemeinsam mit Bauträgern auf den Weg bringen konnte.

Zielführend unterwegs: NHT und IIG

Was möglich ist, präsentierten die Neue Heimat Tirol (NHT) und die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) gemeinsam mit Passivhaus Austria beim Presseevent im Kletterzentrum Innsbruck. Der Ort war nicht zufällig gewählt. Denn der Passivhausstandard wie auch der EnerPHit-Standard auf Sanierungsebene seien sichere Seile, die zum Ziel führen würden, wie die Experten vor Ort unisono bekräftigt haben.

Hannes Gschwentner, Chef der Neuen Heimat Tirol, nennt zwei konkrete Vorteile. „Neben günstigen Energiekosten für unsere Bewohner leisten wir einen konkreten Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit“, wie er den Anwesenden gegenüber ausführte. 4.500 Passivhaus-Wohnungen habe man bereits fertigstellen können, und 600 weitere seien bereits in Planung.

Preiswürdig: Gipfelstürmer ausgezeichnet

Zwei energieeffiziente Beispiele der NHT hätten auch bereits wichtige Lorbeeren einheimsen können: So erhielt ein Wohnprojekt in Absam die Klima aktiv-Auszeichnung in Gold. Das Wohn-und Pflegeheim Olympisches Dorf wurde 2015 mit dem renommierten Bauherren-Preis und mit dem PHI-Zertifikat ausgezeichnet.

Der Passivhaus-Standard sei auch für die IIG mittlerweile Standard, meinte deren technischer Leiter, Baumeister Schöpf. Erneuerbaren Energieformen würden seit Jahren konsequent verfolgt. „Die ersten beiden Pelletsanlagen in Wohngebäuden der Stadt sind errichtet und das Firmenareal in der Rossau wird mit einer Hackgutanlage versorgt.“

Auch das Engagement der IIG wurde bereits mehrfach prämiert: Für drei Projekte gab es im heurigen Jahr bereits PHI-Zertifikate vom Passivhaus Institut. Das Seniorenwohn-und Pflegeheim Pradl, zertifiziert vom Energieinstitut Vorarlberg, erhielt vor Ort das Zertifikat Passivhaus Classic. Auch die Wohnhausanlage Roseggerstraße wurde damit im Kletterzentrum Innsbruck ausgezeichnet (siehe Galerie). Last but not least hat sich die Volksschule Angergasse das EnerPHit-Zertifikat (Passivhaus-Standard für Sanierungen) verdient.

Passivhaus Austria fordert zum Handeln auf

Beispiele, die zeigten, dass nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch Stadtquartiere oder ganze Städte bis 2050 zukunftsfit und damit enkeltauglich werden können, meint Günter Lang, Leiter von Passivhaus Austria. Er fordert nun auf diesen Tiroler Beispielgebern zu folgen. Denn: „Es ist nun höchst an der Zeit, diesen besten verfügbaren Baustandard auch Österreich weit zu etablieren.“

Einige der ausgezeichneten Beispiele energieeffizienten Bauen und Sanieren auf Tiroler Boden werden auch zwischen 9. und 11. November 2018 bei den Tagen des Passivhauses zu besichtigen sein.


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Datum: 27.08.2018

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