Leitfaden Fassadenbegrünung

Begrünte Fassaden haben viele Vorteile und sind bei Bewohnern beliebt. Ein neuer Leitfaden der Stadt Wien erklärt die bautechnischen und vegetationstechnischen Grundlagen zu fassaden- und bodengebundener Fassadenbegrünung.

Leitfaden Fassadenbegrünung © Leitfaden Fassadenbegrünung

WUK: Bodengebundene Begrünung mittels selbstklimmender Kletterpflanzen ohne Kletterhilfen (Veitschi).

Fassadenbegrünungen sind optisch ansprechend und bringen Grün in die Stadt, sie sind ökologisch sinnvoll und eröffnen der modernen Architektur neue Gestaltungsmöglichkeiten. Grüne Wände können einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität in Großstädten leisten. Fassadenbegrünungen kühlen die Wände im Sommer und wirken wärmedämmend im Winter. So können langfristig auch die Betriebskosten eines Gebäudes gesenkt werden. Zudem mindern begrünte Fassaden die Folgen der zunehmenden baulichen Verdichtung und des Klimawandels. Wohnungen mit Fassadenbegrünungen sind außerdem laut dem Wiener Wohnbauträger EBG wesentlich beliebter und schneller vergriffen als Wohnungen ohne Begrünung.

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Das Magistratsgebäude der Wiener MA 48 wurde 2011 linear begrünt: Fassadengebundene Begrünung mit teilflächigem Vegetationsträger.

Das Potential für die Begrünung von Gebäuden ist hoch. Das Gründachpotentialkataster der MA 22 zeigt auf, welche der insgesamt etwa 5.600 ha Dachflächen in Wien sich prinzipiell für eine Begrünung eignen. Das Potenzial für Fassadenbegrünung ist grob geschätzt doppelt so hoch.

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Die Fassade des Magistratsgebäudes besteht aus einem umfassenden Sortiment aus Gräsern, Kräutern und Sedum und wird von einem Expertenteam betreut.

Die Stadt Wien hat dazu einen Leitfaden zur Fassadenbegrünung herausgebracht, der auch die bautechnischen und vegetationstechnischen Grundlagen zu fassaden- und bodengebundener Fassadenbegrünung enthält. Erfahrungswerte bestehender europäischer Forschungstätigkeit zur Fassadenbegrünung sowie den bisher bekannten bauphysikalischen Eigenschaften wurden ebenfalls eingebunden.

"Der neue Leitfaden bietet ArchitektInnen, PlanerInnen, BauträgerInnen, öffentlichen Institutionen, aber auch interessierten BürgerInnen wertvolle Fachinformationen und soll als Entscheidungshilfe bei der Auswahl der richtigen Begrünungsart von vertikalen Flächen dienen", sagt Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22.

Überblick über die Inhalte des Leitfadens:

  1. Einleitung: Detaillierter Exkurs zum städtischen Mikroklima, bauphysikalische Eigenschaften wie Lärmminderung, Schadstofffilterung und Wärmedämmung, Wildtierhabitate im städtischen Raum, Ästhetik, Aufwertung und Schutz der Bausubstanz, mögliche Aufwände und Kosten von Anlagen.
  2. Technical Essentials: Fassadentypen, Lasteinwirkung und –verteilung, Baustoffe, Brandschutz, Instandhaltung und technische Wartung, Standort und Expositionen, Gebäude- und Begrünungshöhen, Substrate und Substratersatzstoffe.
  3. Green Essentials: Einsetzbare Pflanzengesellschaften und Arten, Anforderungen an Substrate, Bewässerungsmöglichkeiten und Pflegemaßnahmen.
  4. Systematik zur Fassadenbegrünung: Kategorisierung, spezielle Eigenschaften und Beispielbilder
  5. Gestaltungsbeispiele (fiktiv)
  6. Best-Practice Beispiele
  7. Checkliste mit Fördermöglichkeiten


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Datum: 13.03.2013

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