GVTB-Betonpreis 2018 – Die Sieger sind gekürt

© Michael Hetzmannseder Die Jury des GVTB-Betonpreies 2018 (v.l.): Der Auslober Christoph Ressler mit Bernd Affenzeller, Renate Hammer, Kerstin Fuchs, Elmar Hagmann und Roland Zipfel.  

"Herausragend und zukunftsweisend aus Beton", so das Motto des GVBT-Betonpreises, der Anfang Mai zum bereits sechsten Mal verliehen wurde. Aus neun Einreichungen wurden zwei Gewinner gekürt. Wir stellen sie vor.

Der GVTB suchte einmal mehr das beste Bauprojekt Österreichs aus Transportbeton. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den neun Einreichungen wurden schließlich zwei Siegerprojekte ex aequo ermittelt: Einerseits das Projekt Bürgerzentrum Böheimkirchen und andererseits das Projekt „007 Elements“ in Sölden.

Hertha Hurnaus Boeheimkirchen © Hertha Hurnaus Boeheimkirchen

Siegerprojekt Nummer 1 „in hohem Maß nachhaltig“

Das Bürgerzentrum Böheimkirchen, eingereicht von Transportbeton Ing. Franz Kickinger und ausgeführt von der Porr, verknüpft in einer funktionellen, ästhetischen und nachhaltigen Kombination Alt und Neu. Das alte Rathaus wurde umfassend saniert, das Bürgerzentrum neu dazu gebaut. Beeindruckt zeigte sich die Jury von der ausgeführten Qualität: „Man sieht sehr gut, wie perfekt die Linienführung und die Treppen gelungen sind sowie die Übergänge der verschiedenen Materialien, die bei diesem Projekt verwendet wurden. Ein Miteinander von Beton, Holz und Glas, sehr ansprechend kombiniert“, erläutert Renate Hammer. Jury-Vorsitzender Elmar Hagmann ergänzt: „Eine Sanierung und Erweiterung im Bestand ist das höchste Gut der Nachhaltigkeit. Durch den Beton gelingt eine angenehme Atmosphäre, bemerkenswert ist ebenso die innenräumliche Inszenierung – die durch die Materialien bestimmt ist. Zudem wurde hier für die Allgemeinheit investiert. Die Gebäudetechnik erfüllt gemeinsam mit der Gebäudehülle höchste bauphysikalische Standards.“

Jason O'Rear © Jason O'Rear

Siegerprojekt Nummer 2 „Ausführungsleistung gewaltig“

Bauen auf 3.000 Meter Höhe auf Permafrostboden dominierte die Rahmenbedingungen bei der Errichtung der Kunstinstallation „007 Elements“ in Sölden. „Die Ausführungsleistung ist hier gewaltig – betonieren, nur wenn es die Natur erlaubt, ist eine logistische und organisatorische Herausforderung der Sonderklasse. Dass darüber hinaus eine perfekte Sichtbetonqualität gelang, ist beachtlich“, erläutert Bauingenieurin Kerstin Fuchs Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau, TU Wien. Der Transportbeton musste zuletzt aufgrund der Wetterverhältnisse mit Helikopter angeliefert werden. Die sechs Räume der Installation wurden extra fundiert, da aufgrund der Lageveränderungen des Permafrostes höchste Flexibilität erforderlich ist. Die Räume wurden mit speziellen Fugenbändern verbunden.

„3.000 Kubikmeter Beton, 6.500 Quadratmeter Wand- und Fundamentschalung und 1.800 Quadratmeter Deckenschalung, sind die rohen Materialfakten. 2.600 Kubikmeter Beton wurden mit Allradfahrmischern auf den Berg gebracht – hier hat sich das Bauunternehmen als auch Transportbetonhersteller Franz Thurner wohl selbst übertroffen“, so Jury-Vorsitzender Hagmann. Die Kunstinstallation befindet sich am und im Berg. Der Besucher betritt „007 Elements“ über einen Zugangstunnel und bewegt sich barrierefrei durch die Installation. Der Ausgang liegt sechs Meter tiefer. Laut Markus Stumvoll eine logistische und technische Höchstleistung: „Ich bin beeindruckt, was alles geht und was wir alles können. Gratulation dem Unternehmen wie auch der Mannschaft, die für die Ausführung verantwortlich zeichnet.“ Die Jury bewertete neben der Ausführungsleistung auch das Design als herausragend – der Entwurf stammt von Architekt Johann Obermoser aus Innsbruck.

Zum GVTB-Betonpreis:

Im Zentrum der Auszeichnung des Güteverbandes Transportbeton stehen Projekte, die überwiegend mit Transportbeton errichtet wurden. Die Jury bewertet nach verschiedenen Kategorien: Funktion, Innovation, Ausführungsleistung, Nachhaltigkeit und Design. Das eingereichte Bauprojekt muss fertiggestellt und darf nicht älter als drei Jahre sein. Zur Einreichung eingeladen sind jeweils Bauunternehmen, Architekten, Bauherren und selbstverständlich Transportbetonunternehmen des GVTB. Der eingesetzte Beton muss von einem Mitglied des GVTB stammen.

Die Jury 2019 bildeten Elmar Hagmann, Bauunternehmen Sedlak, Vorsitzender der Jury, Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH, Andreas Pfeiler, Fachverband der Stein- und keramischen Industrie (vertreten durch Roland Zipfel), Bernd Affenzeller, Bau + Immobilienreport und Kerstin Fuchs, Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau, TU Wien.


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Datum: 20.05.2019

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