Siegerprojekt Liselotte-Hansen-Schmidt-Campus in der Seestadt Aspern © Transportbeton Ges.m.b.H & Co. KG

GVTB-Betonpreis 2021 – Die Sieger sind gekürt

Das Siegerprojekt des Betonpreises 2021, der Liselotte-Hansen-Schmidt-Campus, ein visionärer Schulcampus, wurde von der Jury einstimmig gewählt. Der Anerkennungspreis ging an den Pavillon Umhausen in Tirol.

 

Die Entscheidung für den Preisträger des GVTB-Betonpreises 2021 fiel der Jury heuer nicht leicht – die Einreichungen reichten von Industrie- und Infrastrukturbauten über Wohnbauten bis Sakral- und Bildungsbauten. Für Markus Stumvoll, den Vorsitzenden des Güteverbandes Transportbeton, spannend: „Die Vergleichbarkeit ist eine knifflige Sache, die Bandbreite der eingereichten Projekte ist sehr groß. Interessant finde ich jedoch die immensen Bemühungen unserer Branche in Richtung Klimaschutz, da hat sich einiges getan. Erfreulich finde ich auch, dass Transportbeton längst nicht mehr nur mit Gestaltung zu tun hat – um z. B. eine perfekte Sichtbetonfläche zu erhalten – sondern auch als regionaler Baustoff von den unterschiedlichsten Bauherren geschätzt wird.“

Siegerprojekt: Liselotte-Hansen-Schmidt-Campus, Seestadt Aspern

Architektur: kub a/Karl und Bremhorst Architekten, Beton: Transportbeton Ges.m.b.H & Co. KG, Ausführung: Strabag, Bauherr: Stadt Wien

Der Sieger wurde von der Jury einstimmig gewählt. Der Campus verfügt über einen Kindergarten, eine Volksschule, eine neue Mittelschule sowie sonderpädagogische Einrichtungen für etwa 1.100 Kinder. Der Bildungscampus wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben: Geothermie, Bauteilaktivierung, Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage sind die wesentlichen Highlights der Gebäudetechnik, durch die der Schulbau effizient und kostengünstig geheizt und gekühlt wird. „Das schafft im Winter behagliche Wärme und sorgt im Sommer für angenehm kühle Temperaturen. Vor allem aber ein großes Plus: Jede Klasse hat einen direkten Zugang zu einem Freiraum, ein großartiges Asset im Schulbau“, zeigt sich Renate Hammer begeistert.

Neben der begrünten Fassade, den großzügigen Grünflächen und Dachgärten gibt es in allen Geschoßen rund umlaufende begehbare Terrassen, welche durch außenliegende Treppen aus allen Geschoßen erreichbar sind. Die weit auskragenden Terrassen sorgen für eine natürliche Beschattung der großzügigen Glasflächen, verhindern dadurch die sommerliche Überhitzung der Innenräume und ermöglichen gleichzeitig die Öffnung und Erweiterung der Klassenräume nach außen. Nachhaltigkeitsexperte Alexander Passer betont die umfassenden Maßnahmen im Hinblick auf die Anpassungsfähigkeit auf den Klimawandel, das bei dem Campus umgesetzt wurde: „Die Bewertung durch die ÖGNB zeigt transparent gut auf, wie auch großvolumige Gebäude sehr einfach klimafit geplant werden können – zudem ohne Mehrkosten in der Errichtung, dafür aber mit wesentlich geringeren Betriebskosten sowie einem weitgehenden CO2-neutralem Betrieb und ohne Abhängigkeit von fossiler Energie.“

Der Pavillon Umhausen in Tirol erhielt eine Anerkennung in allen Kategorien. © Günter Richard Wett

Anerkennung: Alte Baumethode in die Gegenwart transferiert

Architektur: Armin Neurauter ZT GmbH, Beton: Auer Bau GmbH, Ausführung: Arge Auer & Auer Bau GmbH, Bauherr: Gemeinde Umhausen

Der Pavillon Umhausen, in Tirol, erhielt eine Anerkennung in allen Kategorien. Die Herausforderung beim Entwurf des neuen Pavillons war einerseits den Dorfbach möglichst abzuschirmen und andererseits den alten Baumbestand in und um das Gebäude zu integrieren. Die Funktion des Pavillons ist die Überdachung der Bühne, ansonsten muss das Gebäude keine Anforderungen wie Wärmeschutz, Luftdichtheit etc. erfüllen. Daher fielt die Entscheidung auf Stampfbeton. Die besondere Herausforderung aus technischer Sicht war die gewählte alte Bauweise mit den unbewehrten Stampfbetonwänden in Kombination mit der über eine große Spannweite frei tragenden Stahlbetondecke.

Zum GVTB-Betonpreis:

Im Zentrum der Auszeichnung des Güteverbandes Transportbeton stehen Projekte, die überwiegend mit Transportbeton errichtet wurden. Die Jury bewertet nach verschiedenen Kategorien: Funktion, Innovation, Ausführungsleistung, Nachhaltigkeit und Design. Das eingereichte Bauprojekt muss fertiggestellt und darf nicht älter als drei Jahre sein. Zur Einreichung eingeladen sind jeweils Bauunternehmen, Architekten, Bauherren und selbstverständlich Transportbetonunternehmen des GVTB. Der eingesetzte Beton muss von einem Mitglied des GVTB stammen.

Die Jury 2021 bildeten Clemens Proksch-Weilguni in Vertretung für Johann Kollegger, Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau, TU Wien; Elmar Hagmann, Bauunternehmen Sedlak; Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH; Wojciech Czaja, Architektur-Journalist; Alexander Passer, Professor für Nachhaltiges Bauen TU Graz, Vorstandsmitglied des Climate Change Centre Austria Graz; Jörg Fessler, UniqueFessler Werbeagentur und Vorsitzender der Jury.Architektur-Journalist Wojciech Czaja, Vorsitzender der Jury, Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH, Johann Kollegger, Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau/TU Wien, Elmar Hagmann, Bauunternehmen Sedlak, und Jörg Fessler, UniqueFessler Werbeagentur.

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Datum: 16.05.2022

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