© Flughafen Wien

Nachhaltige Fassaden entgegnen dem Klimawandel

Im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der ÖGNI entwarf HNP architects erste Ansätze für nachhaltige Gebäudelösungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fassade der Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten kann.

Ökologisches Bewusstsein und Nachhaltigkeit sind bei der Errichtung neuer Gebäude zu einem wichtigen Bestandteil geworden. Aus dem Blickwinkel der Architektur besteht die Möglichkeit, dass Gebäudehüllen einen wichtigen Beitrag in Richtung Umweltschutz und Ressourcenschonung leisten: Die Fassade kann nachhaltige Energie erzeugen und speichern. Indes baut sich eine Resilienz gegen den Klimawandel auf, steigert aber auch das Wohlbefinden der BewohnerInnen inner- und außerhalb der Räume. Innerstädtisch ist ein zunehmend nachhaltiger Umgang mit Ressourcen sichtbar. Ein steigendes ökologisches Bewusstsein zeigt sich sowohl bei der Bauweise von Gebäuden als auch der Stadtplanung und -entwicklung.

Die Fassade der Zukunft?

Im Zuge der Arbeitsgruppe der ÖGNI mit branchenübergreifenden Experten stellte sich das Ergebnis ein, dass eine Fassade der Zukunft mehr als der reinen Funktionserfüllung, wie dem Schutz vor Witterung und Umwelteinflüssen, dienen wird. Auf Basis von Ressourcenschonung, Klimawandelanpassung und Klimaschutz wurden fünf Thesen formuliert: Zukünftige Gebäude- und Fassadenlösungen, Materialerfordernisse, Anforderungen der Nutzer, Mehrwerterbringung einer Fassade sowie Standort- und Quartiersbetrachtung.

Für die Fassade der Zukunft ist eine langfristige, ökologische Betrachtung erforderlich. Zudem macht das Förderangebot der Stadt Wien eine Fassadenbegrünung noch attraktiver. Fördermittel werden bereits bei der Planungsphase ausgeschüttet. Dem renommierten Architekturbüro ist neben der Erfüllung technischer Anforderungen, auch die formale Nachhaltigkeit ein Anliegen: Architektur als Spiegelbild unserer Gesellschaft darf daher nicht zu einer sich schnell erneuernden Mode verkommen, die die Aspekte der Nachhaltigkeit dabei gänzlich vernachlässigt.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zeigen, dass es die eine Fassade der Zukunft nicht gibt. Vielmehr wird die Errichtung einer Gebäudehülle unter Berücksichtigung derzeitiger, aber auch prognostizierter Veränderungen und Herausforderungen erfolgen. Die Arbeitsgruppe und das daraus resultierende ÖGNI Positionspapier schafft jedenfalls einen Überblick über die Aspekte, die zukünftig bei Fassadenlösungen relevant sind und keinesfalls unbeachtet bleiben sollten.