Urbanauts Wien - Stadthotel

Die Urbanauts nutzen leerstehende Geschäftslokale als besonderen Lebensraum für Reisende. Ehemalige Boutiquen werden zu zentrumsnahen Hotelzimmern.

Julian Mullan © Julian Mullan

Julian Mullan © Julian Mullan

Urbanauts wird betrieben vom Architekturtrio Theresia Kohlmayr, Jonathan Lutter (li. ) und Christian Knapp.

Die Urbanauts haben aus dem Problem leerstehender Geschäftslokale eine städtebauliche Lösung und ein architektonisch neues Hotelkonzept entwickelt. Das erste Loft im vierten Wiener Bezirk ist bereits eröffnet. Weitere sollen noch im Jahr 2013 folgen. Die junge Marke wurde mit Unterstützung von Brainds entwickelt und erfreut sich bereits im ersten Jahr großer internationaler Beliebtheit, erzählt Theresia Kohlmayr, Geschäftsführerin von Urbanauts und eine der Gründerinnen.

Hotel erstreckt sich über gesamtes Grätzel

Hotel wird bei den Urbanauts nicht mehr als eigenständiger Gebäudekomplex gedacht. Basierend auf der Theorie des horizontalen Hotels erstreckt es sich über ein gesamtes Grätzel. Fragmentierung ist das Stichwort. Die einzelnen Zimmer werden im Grätzel verteilt. Mehrere Zimmer ergeben jeweilige Segmente in verschiedenen Bezirken der Stadt. Und die Lobby? Diverse Services bezieht der Hotelgast aus der Nachbarschaft. Ein ausgewähltes Netzwerk, sogenannte "Fellows", bietet spezielle Angebote für Hotelgäste oder gleich den Zimmerservice. "So wird das Kaffeehaus nebenan zum Frühstücksraum, das Hamam gegenüber zum Wellnessbereich, die Bar ums Eck zur Hotelbar. Jeder findet seinen individuellen Mix. Man muss auf nichts verzichten. Die Stadt wird zur Lobby", so Kohlmayr. Jenseits touristischer Trampelpfade werden Erlebnisse möglich, die kein Reiseführer bietet. Für Erkundungen über das Grätzel hinaus helfen sogenannte "Follows" dem Hotelgast mit Insidertipps.

Gemeinsam mit den befreundeten Architekten Christian Knapp und Jonathan Lutter hatte Kohlmayr nach Abschluss ihres gemeinsamen Studiums, die Idee, aus leerstehenden Geschäftslokalen Hotelzimmer zu machen. "Bis wir zu Brainds kamen, hatten wir von Marken keine Ahnung, ursprünglich hießen wir 'The Room'", so Kolhmayer und erzählt von Zielgruppendefinition ("Sehr wichtig, oft großer, wunder Punkt") und Sinus Milieu. "Trotzdem war unsere Zielgruppe nach einem halben Jahr eine ganz andere", sagt Kohlmayr: "Auch ältere Leute sind gekommen".


Autor:

Datum: 26.04.2013

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Weitere Artikel aus Projekte

Neuer Gipfeltreff für Fans des Gentlemen-Macho-Agenten und alpiner Architektur auf über 3.000 Metern Seehöhe – ...

Der Wiener Kongresstourismus boomt. Um neue Kapazitäten zu erschließen, baut das Austria Center jetzt um: ...

Ein individuell geplantes und realisiertes Einfamilienhaus, dessen Stil, Bauweise, Materialien und Budget gemeinsam ...