Heumarkt: UNESCO sieht „Zerstörung des Stadtbildes“

© entwurf: isay weinfeld und sebastian murr, rendering: nightnurse images, zürich

Die Neugestaltung des Weltkulturerbes Heumarkt in der Wiener Innenstadt ist das wohl umstrittenste Projekt in der Bundeshauptstadt. Stein des Anstoßes: Ein 66 Meter hohes Hochhaus. Jetzt wurde es für zwei Jahre auf Eis gelegt.

Der Wiener Heumarkt soll neu gestaltet werden. Die Planung dafür läuft seit Jahren und sieht sich immer wieder Problemen gegenüber. Zwischen dem Hotel Intercontinental und dem Konzerthaus ist unter anderem die Errichtung eines Wohnturmes mit einer Höhe von 66 Metern geplant.

Platz auf roter Liste seit zwei Jahren

Schon im Jahr 2017 meldete die UNESCO im Rahmen einer Tagung in Krakau ihre Bedenken zu dieser Planung an und setzte das Heumarktprojekt auf die rote Liste. Ein neues Gutachten des Denkmalrats ICOMOS, der die UNESCO in Welterbefragen berät, sorgt jetzt für neue Aufregung. Würde der 66 Meter hohe Turm realisiert, verlöre Wien laut Gutachten seinen Weltkulturerbestatus. Das geplante Hochhausprojekt würde das Stadtbild "zerstören", da das Areal seine "historische Authentizität" und "kulturelle Bedeutung" verlöre, heißt es weiter. Deshalb werde empfohlen, die Planungen für zwei Jahre auszusetzen und mit dem Entwickler Alternativen zu erarbeiten, die mit dem Weltkulturerbe-Status vereinbar sind.

Zwei Jahre "nachdenken"

Der Wiener Landtagspräsident Ernst Woller kündigte nach Offiziellmachung des Gutachtens an, man werde eine „zweijährige Pause des Nachdenkens“ einlegen, in der ein Managementplan für das Weltkulturerbe in Wien erstellt werden soll. Der Bund sei nun beauftragt, die soziokulturellen und sozioökonomischen Effekte des geplanten Projekts zu untersuchen, so Woller. In einer Pressekonferenz am Montag, 18.03.2019 stellte Bundesminister Gernot Blümel klar, dass "die Forderungen aus dem Bericht des ICOMOS erfüllt werden müssten und das Projekt in der aktuellen Form nicht kommen darf".


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Datum: 18.03.2019

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