© ACR/Thomas Lerch

Anke Ristow "Woman of the year"

Die Maschinenbauingenieurin Anke Ristow wurde für ihre Entwicklungsarbeit kürzlich mit dem ACR Woman Award ausgezeichnet. Die 45-jährige Forscherin ist seit 2009 Projektleiterin und Leiterin des Tribologielabors im Forschungsinstitut V-Research in Vorarlberg und arbeitet dort unter anderem intensiv an der Optimierung von großen Nutzfahrzeugen, zum Beispiel Baumaschinen.

Ausgezeichnet wurde Ristow für ein Innovationsprojekt im Auftrag von Liebherr Machines Bulle S.A. aus der Schweiz mit dem Resultat, dass Axialkolbenmaschinen, die Nutzfahrzeuge antreiben, nun leichter anfahren können. Dabei wurde auch ein teurer Werkstoff durch einen wirtschaftlicheren ersetzt. "Der hydraulische Energieaufwand lässt sich mit unserem System um die Hälfte reduzieren", fasst Ristow zusammen.

Erreicht wurden die hervorragenden Ergebnisse durch die Minimierung der Haftreibung, die schwere Baumaschinen daran hindert, gleich von Anfang an mit voller Wirkung zu funktionieren. So konnte Ristow mit ihrem Team den sogenannten "Losbrechmoment" optimieren. "Wenn die Maschine einmal läuft, ist alles kein Problem mehr. Kritisch ist es, wenn die Maschine gerade erst startet: Hier wendet man mit wenig Effekt sehr viel Energie auf", erklärt die Maschinenbauingenieurin anlässlich der Preisverleihung des Woman Awards.

Führend im Tribo Design

Anke Ristow stammt aus Gotha in Deutschland und forscht seit 2009 beim ACR-Institut V-Research mit Sitz in Dornbirn. Das Unternehmen betreibt Forschung und Entwicklung für Industrieunternehmen aus allen Branchen. Der Bereich "Tribo Design" von V-Research, dessen Labor Anke Ristow leitet, hat sich bereits einen Namen gemacht: "Wir sind sicher eines der führenden wissenschaftlichen Institute auf dem Gebiet", sagt sie. Bevor sie bei V-Research anheuerte, hatte die Mutter zweier Kinder rund zehn Jahre Erfahrung in der Industrie gesammelt: Nach dem Studium an der TU Ilmenau begann sie bei der deutschen Hella Group, einem Entwickler von Fahrzeugelektronik und entwickelte dort Fahrpedalsensoren für Autos. Zwei Jahre verbrachte sie in den USA als Leiterin für das Design Department von Hella. Die konkrete Entwicklungsarbeit habe ihr immer viel Freude gemacht, sagt Ristow: "Das Schöne ist, dass die Dinge immer gleich umgesetzt werden." Bei V-Research kann sie nun auch ihre forscherische Neugier ausleben: "Es tut gut, in die Tiefe gehen zu können."

"Einfach tun"

Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie sei vor allem auch eine Frage der Arbeitsorganisation, denn während es für sie nie ein Problem gewesen sei, dass der Maschinenbau eine Männerdomäne ist, sei Flexibilität für ihr Lebensmodell essentiell, sagt Anke Ristow, die - trotz Führungsposition - in Teilzeit arbeitet. Jungen Frauen, die sich für einen technischen Beruf interessieren, rät die erfolgreiche Wissenschaftlerin: "Einfach tun".

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Archivmeldung: 15.10.2015

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