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Bauen & Immobilien: Pandemie forciert „neues“ Arbeiten

Corona hat den Weg für eine neue Arbeitskultur und neue Sichtweisen auf Umweltthemen freigemacht. Für die IG Lebenszyklus Bau ist sie nicht zuletzt Impulsgeber für ihr Arbeitsprogramm.

Der Beginn des aktuellen, so ereignisreichen Jahres war geprägt vom Klimawandel und den Forderungen der Fridays-for-future-Bewegung. Zweites bestimmendes Thema: die weltweite Corona-Pandemie. Eine sehr enge Verknüpfung dieser beiden Themen sieht die IG Lebenszyklus Bau, der in Österreich rund 100 Unternehmen aus allen Bereichen der Bau- und Immobilienbranche angehören.

Testfall für New Work

Durch die mit der Pandemie einhergehenden Beschränkungen kam es auf einen Schlag zu einer Veränderung der Arbeitswelt. Traditionell einstudierte Arbeitskulturen mussten durch Flexibilität abgelöst werden und diese biete auch neue Sichtweisen auch auf das Thema Ressourcen in einer Branche, die Innovationen bisher eher zurückhaltend gegenüberstand. Für die Bau- und Immobilienbranche gelte es, die Chancen und Möglichkeiten des digitalen integralen Zusammenarbeitens und ökonomisch-ökologischer Zukunftskonzepte zu ergreifen und einen nachhaltigen Beitrag für ein besseres Zusammenleben in der Zukunft zu schaffen.

Hybrides Projektmanagement: Die Zeit ist reif

Als Lösungsweg gewinnen nun die bei der IG Lebenszyklus Bau seit Jahren entwickelten digitalen und integralen Projektarbeitsmodelle- und Methoden wie das K.O.P.T.-Modell (Kultur, Organisation, Prozess, Technologie) und die vernetzte und digitale Bauplanung, Ausführung und Baubewirtschaftung mit BIM (Building Information Modeling) massiv an Bedeutung. Das vom Verband entwickelte „hybride Projektmanagement“ als Mixform zwischen agilen und klassischen Methoden, Interdisziplinarität als gelebtes und aktives „daily business“, der zeitgleiche digitale Austausch und Abgleich von Baudaten und die maximale digitale Vernetzung der Bauakteure ermöglichen ein erfolgreiches, nachhaltiges und in jeder Hinsicht weitreichendes Bauprojektergebnis. Diese positiven Effekte werden gerade in der jetzigen Situation auf den Baustellen durch die Abwicklung im Partnerschaftsmodell, wie z.B. beim Allianzvertrag mit risk sharing, verstärkt.

Bewusstsein und Transparenz für Umweltthemen steigen

Durch die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergeben sich auch neue Sichtweisen und ein steigendes Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Lebensräume der Menschen. Klimaneutraler Gebäudebau, Kreislaufwirtschaft, klimafreundliche Infrastruktur, Mobilität & Verkehr der Zukunft sowie Wissenschaft und Innovation sind die zentralen Hebel, die die Bau- und Immobilienwirtschaft im Green Deal der EU in der Hand hält.

Green Deal als Impulsgeber

Im Arbeitsprogramm 2020 nimmt der Verein die gesellschaftliche Verantwortung der Bau- und Immobilienbranche beim Klimaschutz wahr. Die in Arbeitsgruppen zusammenkommenden Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik zählen, erörtern, diskutieren und entwickeln Analysen, Problemstellungen und innovative Strategien und Lösungsansätze. Die Ergebnisse werden am 20. Oktober 2020 am Kogress der IG Lebenszyklus Bau der Öffentlichkeit präsentiert.

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Datum: 07.04.2020