Düstere Aussichten für Europa, wenn CEE Probleme nicht löst

Ein Bericht von Moody’’s Investors Service sieht in Maßnahmen zur Lösung der gravierenden Probleme Osteuropas den Schlüssel zur Überwindung der Rezession in ganz Europa.

Laut dem Neujahrsbericht von Moody’s Investors Service wird es unter anderen auch von der Entwicklung der ost- und mitteleuropäischen Ökonomien abhängen, wie lange und wie tief die Rezession im westlichen Teil Europas anhalten wird: Die wirtschaftlichen Probleme Westeuropas strahlten economy.com zufolge nicht nur nach Osteuropa hinein, vielmehr würden die Probleme der CEE-Region auch in die wirtschaftlichen Zentren Westeuropas zurückwirken.

Laut dem Bericht, für den die Volkswirtin Ruth Stroppiana verantwortlich zeichnet, werden alle großen europäischen Volkswirtschaften 2009 in eine Rezession stürzen – die sich zudem mit einer steigenden Angst vor einer Deflation paart, wobei aber dieser angesichts der stabilen Inflation noch nicht zu bewahrheiten scheint.

Neues Kapital ist trotz der zahlreichen jüngsten Bankenpakete in den meisten Ländern noch immer zu teuer, da die Kreditmarktgebühren nach wie vor die Kosten für neue Kredite hochhalten würden. Laut dem Bericht von Moody’s werden aber auch die zahlreichen Konjunkturpakete nicht ausreichen, um einen dramatischen Einbruch bei Investitionen und Konsum wirklich umzukehren. Alle Maßnahmen hätten sich bis jetzt als erfolglos erwiesen.

Gefahr für die gesamteuropäische Wirtschaft

Die bedeutendste Bruchlinie zeige sich aber laut dem Bericht aber zur Zeit in Mittel- und Osteuropa, da die Region ganz besonders abhängig von ausländischen Finanzierungen sei: Nur wenige osteuropäischen Regierungen verfügten über ausreichend Kapital, um wirklich greifende Konjunktur- oder Bankenpakete zu schnüren. Die immensen Budgetdefizite, die Berge an Devisenschulden, die nicht ausreichenden Devisenreserven der Notenbanken, die leeren Staatskassen seien eine ernsthafte Bedrohung für die Aussichten aller osteuropäischen Volkswirtschaften – und damit letztlich auch für die gesamte europäische Wirtschaft.

Diese Unausgewogenheiten müssten sehr rasch ausgeglichen werden, allein offen bleibe, ob dies unter relativ geordneten Verhältnissen geschehen wird können oder ob es zu einer harten Landung kommen wird – was wiederum zu einem totalen Versiegen aller Finanzierungen der Region über ausländische Banken führen könnte. Lt. Moody’s ist die Zahlungsfähigkeit des osteuropäischen Bankensystems dabei noch immer eine Schlüsselfrage.

Die Probleme Osteuropas, die sich auch in einer sinkenden Produktion auswirken werden, verschlechtern auch die westeuropäischen Aussichten rasch aus der Krise herauszukommen – die stagnierende oder sogar rückläufige Nachfrage Osteuropas wird sich auch auf die westeuropäischen Volkswirtschaften negativ auswirken.

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Trotz der Bankenpakete ist Kapital noch immer zu teuer und das führt zu einem Einbruch bei den Investitionen.


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Datum: 29.01.2009

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