Hauptbahnhof Wien - Jahrhundertprojekt am Ziel

Der Hauptbahnhof Wien wurde fünf Jahre nach Abriss seines Vorgängers dem Südbahnhof eröffnet. Rund um den Bahnhof entsteht ein komplett neues Grätzel. Das Stadtentwicklungs-Projekt ist mehr als ein Verkehrsknotenpunkt.

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ÖBB-Holding AG Vorstandsvorsitzender Christian Kern, Bundesminister Alois Stöger, Nationalratspräsidentin Doris Bures, Bundespräsident Heinz Fischer, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Bürgermeister Michael Häupl bei der Eröffnungsfeier (v.l. ).

Der Wiener Hauptbahnhof feierte fünf Jahre nach Abriss seines Vorgängers dem Südbahnhof feierlich Eröffnung. Rund 200.000 Besucher ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Auf nur noch 50 Hektar – statt 109 Hektar, auf denen sich der alte Südbahnhof erstreckte – entstand der neue Bahnhof in offener, moderner Architektur. Effizienter und leistungsfähiger als je zuvor soll die Verkehrsader sein.

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Rund 200. 000 Besucher kamen zur Eröffnung des neuen Wiener Hauptbahnhofs.

Verkehrsknotenpunkt und Publikumsmagnet

Neue Verbindungen, wie Salzburg-Bratislava oder Wiener Neustadt-Budapest, und der gesamte reguläre Fernverkehr werden im Dezember starten. Spätestens dann erwartet die ÖBB einen Publikumsstrom von rund 145.000 Menschen täglich. Befördert werden sie von mehr als 1.000 Zügen, die hier halten werden. Aber nicht nur Transferleistungen bietet der barrierefreie Bahnhof. Zusätzlich soll die BahnhofCity Wien ein Publikumsmagnet auch für jene werden, die nur shoppen und nicht reisen möchten. Insgesamt 90 Shops bieten auf 20.000 Quadratmetern unter anderem Lebensmittel, Gastronomie und Bekleidung.

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Die ÖBB rechnet mit einer Besucherfrequenz von 145. 000 Menschen täglich.

Shoppen im Zentrum der Stadt

Nach Wien Mitte mit seinen 23.500 Quadratmetern, ist das neue Einkaufszentrum im Hauptbahnhof das größte im innerstädtischen Bereich. Jörg Bitzer, Leiter des Bereichs Einzelhandel bei EHL Immobilien ist sicher, dass die Eröffnungen der Shoppingcenter in den Bahnhöfen einen Einfluss auf den Markt für Einzelhandelsimmobilien haben: „Die zentrumsnahen Einkaufslagen, sowohl Geschäftsstraßen als auch Einkaufszentren, werden einen positiven Impuls erhalten, einfach weil es wieder normaler wird, für Einkäufe nicht aus der Stadt hinauszufahren.“

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Mehr als 1. 000 Züge machen ab Dezember am Hauptbahnhof Wien halt.

"B-Lagen" unter Druck?

Klassische „B-Lagen“, also Einkaufsstraßen mit nur lokaler Bedeutung, werden jedoch stärker unter Druck geraten, auch mittelgroße Einkaufszentren in Randlagen werden die stärkere Konkurrenz aus der Stadt zu spüren bekommen, ist Bitzer sicher. Wenig beachtet, doch nicht zu unterschätzen, sei auch der Kaufkraftabfluss aus Pendlergemeinden in die Hauptstadt: „Wenn täglich die erwarteten 145.000 Passagiere am Hauptbahnhof praktisch unmittelbar vor dem Bahnsteig attraktive Einkaufsmöglichkeiten vorfinden, wird das natürlich dazu führen, dass vor allem viele kleinere Einkäufe noch in Wien und nicht erst in den Herkunftsorten getätigt werden.“

Stadtentwicklung im Areal

Doch nicht nur direkt im Bahnhof wird reges Leben erwartet. Auf dem verbleibenden Areal des Südbahnhofs entstehen etwa 5.000 Wohnungen, rund 20.000 Arbeitsplätze, Schulen und Kindertagesheime für 1.200 Kinder sowie ein sieben Hektar großer Park. Im Sonnwendviertel in unmittelbarer Nähe zum Verkehrsknotenpunkt etwa, fand kürzlich der Spatenstich für mehr als 100 Wohnungen in SMARTer Ausführung statt – nur ein Schritt unter vielen im Rahmen der Bemühungen für leistbares Wohnen.

"Bei SMART-Wohnungen steht eine hohe Alltagstauglichkeit bei gleichzeitig sehr günstigen Eigenmitteln und Mieten im Vordergrund. Die Räume sind kompakt gestaltet, deshalb entstehen keine unnötigen Mietkosten für nicht benötigte Wohnflächen. Die Wohnungen sind daher etwas kleiner als klassische geförderte Wohnungen und bieten dennoch - wie die ersten SMART-Wohnungen im Sonnwendviertel zeigen - ein großzügiges Raumerlebnis. Varianten bei der Raumaufteilung, bei der Ausstattung sowie bei den Freiräumen ermöglichen zusätzlichen individuellen Spielraum und Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner", erklärt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Die Eigenmittel betragen maximal 60 Euro/m2, die Miete ist mit 7,50 Euro brutto/m2 begrenzt.

Fast zehn Jahre Planung

Die konkreten Planungen für das gesamte Stadtentwicklungsgebiet starteten bereits im Jahr 1995 mit einem Masterplan. Das gesamte Projekt umfasst den Hauptbahnhof mit den umfangreichen Einkaufsflächen, das Wohngebiet Sonnwendviertel, das Quartier Belvedere, den Helmut-Zilk-Park und ein Gewerbegebiet.


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Archivmeldung: 20.10.2014

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