EU-Forschung: Wiener Gemeindebau wird Passivhaus

Im Rahmen des EU-Projekts EUGUGLE wird erstmalig in Österreich ein Gemeindebau zum Passivhaus saniert. Insgesamt werden acht Wohnhausanlagen in Wien mit EU-Geldern saniert und wissenschaftlich evaluiert.

Im 14. Wiener Gemeindebezirk wird ab 2016 zum ersten Mal ein Gemeindebau der Stadt auf Passivhaus-Standard umgerüstet. Die Sanierung wird mit Fördermitteln in Höhe von 2,8 Millionen Euro aus dem EU-Projekt EUGUGLE finanziert. Insgesamt ist Wien mit drei Gemeindebauten sowie fünf weitere private Wohnhausanlagen im Gebiet rund um die Linzer Straße in Penzing an EUGUGLE beteiligt.


Einsparung: Von 108 auf neun KWh

Die Wohnhausanlage Hütteldorfer Straße 252 gilt als Leuchtturmprojekt in Wien. Das Anfang der 1970er Jahre gebaute Haus wurde auf Grund der idealen geografischen Lage (Südseite) ausgewählt. Mit der Passivhaussanierung soll der derzeitige Heizwärmebedarf der 56 Wohneinheiten von 108 Kilowattstunden pro Jahr auf nur neun Kilowattstunden reduziert werden. Dazu werden ein vorgefertigtes Fassadensystem mit integrierter Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Passivhausfenster und in die Fassade integrierte Photovoltaik-Module in das Gebäude eingebaut.


"Beste Sanierungsvariante für Mieter"

Die Photovoltaik-Module, die an der Außenverglasung eingesetzt werden, sind so ausgelegt, dass damit der Jahresbedarf der allgemeinen Bereiche der Wohnhausanlage sowie der Komfortlüftungsanlage möglichst gedeckt werden können. „Wiener Wohnen hat bereits in den letzten Jahren verstärkt auf umfassende thermische Sanierungen gesetzt. Dabei ist es immer unser Ziel, für die Mieterinnen und Mieter – unter Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten – die beste Sanierungsvariante zu wählen. Die Unterstützung durch EU-Fördermittel bietet nun erstmals die Möglichkeit, eine Sanierung auf Passivhausstandard durchzuführen“, sagt der Direktor von Wiener Wohnen, Josef Neumayer.


BOKU analysiert Sanierungseffizienz

Neben der Hütteldorfer Straße 252, werden auch die Städtischen Wohnhausanlagen Hackinger Straße 36 sowie Anzbachgasse 31 – diese beiden auf Niedrigenergiestandard – saniert. Insgesamt werden somit mehr als 40.000 m² Wohnfläche in den drei Gemeindebauten erneuert. Alle Projekte werden in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dabei sollen Energieverbrauch, Temperaturen, Kosteneffizienz, aber auch die Bewohnerzufriedenheit erhoben werden.


Ziel: Beste Sanierungslösung

Die EU-Initiative EUGUGLE zählt acht teilnehmende Länder (Österreich, Deutschland, Italien, Finnland, Estland, Slowakei, Schweden und Türkei) und wird im Rahmen des 7. Rahmenprogramms für Forschung und Innovation mit insgesamt 16,8 Mio. Euro von Seiten der EU Kommission gefördert. Ziel von EUGUGLE ist es, zu erforschen, welche Sanierungslösungen für Wohnhäuser und ganze Grätzel unter unterschiedlichen klimatischen, ökonomischen und soziokulturellen Bedingungen am kosteneffizientesten und nachhaltigsten sind.

immonet/Karin Bornett © immonet/Karin Bornett

Martin Treberspurg, BOKU, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Josef Neumayer, Direktor Wiener Wohnen, bei der Präsentation des Projekts (v.l. ).


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Datum: 30.10.2013

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