Immofonds: Immer mehr Aussetzer bei Rücknahme

Die jüngsten Fondshäuser, die die Rücknahme von Anteilsscheinen aussetzen, sind Credit Suisse (CS) und DEGI. CS setzt die Rücknahme von CS Euroreal-Anteilen zunächst für drei Monate aus.

Die jüngsten Fondshäuser, die die Rücknahme von Anteilsscheinen aussetzen, sind Credit Suisse (CS) und DEGI. CS setzt die Rücknahme von CS Euroreal-Anteilen zunächst für drei Monate aus. Bei der DEGI, einem Teil der Aberdeen Property Investors-Gruppe, betrifft es die Fonds DEGI Europa und DEGI International. "Ein solcher Schritt ist nötig, um die ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung des Fonds im Sinne der Anleger sicherzustellen", erklärt Werner Bals, Geschäftsführer der CS Asset Management Immobilien KAG mbH. Mit Schuld sei ein Herdenverhalten in erster Linie seitens institutioneller Anleger, die in den vergangenen Wochen massiv Anteile rückgelöst hatten. "Die Anleger sind weltweit von der Krise stark verunsichert und schichten derzeit Wertpapiereinlagen in bislang nicht dagewesenem Umfang in Tages- und Festgelder um. Vor diesem Hintergrund hatte der CS Euroreal wie auch andere Offene Immobilienfonds im Oktober ungewöhnlich hohe Mittelrückflüsse zu verzeichnen". Der Fonds wird allen eingegangenen Verpflichtungen, zum Beispiel aus Immobilienankäufen, Projektentwicklungen sowie Bau- und Umbaumaßnahmen unverändert nachkommen, heißt es.

Käufe weiterhin möglich
"Wir bekräftigen auch unsere Rendite- und Performanceziele für den Fonds, der breit diversifiziert ist und dessen Objekte einen hohen Vermietungsgrad aufweisen", beruhigt Bals. Ernsthafte Gefahr drohe erst, wenn japanische Verhältnisse mit Jahren der Deflation kommen, wo auch die Immobilienpreise massiv einbrechen. Als bis dato einziges österreichisches Fondshaus musste die CPB Immobilien KAG für den Constantia Real Estate vorübergehend die Rücknahme von Anteilsscheinen aussetzen, weil die gesetzlich vorgeschrieben Mindestliquidität von zehn Prozent des Fondsvolumens unterschritten worden war.

Keine Folgen für Rendite
Während der Aussetzung der Rücknahme von Fondsanteilen wird der Fondswert weiter ermittelt. Auch der Kauf von Fondsanteilen ist möglich. Wenn die Zahl der Verkaufsorders wieder auf Normalmaß sinkt, wird die Rücknahme der Fondsanteile wieder möglich sein. Die Aussetzung habe "aus heutiger Sicht keine Auswirkungen auf die Fondsrendite". Bals: "Möglicherweise wollen nach Ablauf der drei Monate gar nicht mehr so viele Anleger verkaufen". Die tägliche Anteilpreisermittlung geht jedenfalls in gewohnter Weise weiter, der Erwerb von Anteilscheinen ist freilich weiterhin möglich. Vor einer Woche hatte der deutsche Bundesverband Investment (BVI) ermittelt, bei den bis dato vorübergehend Geschlossenen Fonds gehe es um ein Volumen von ca. 15 Mrd. €. BVI-Sprecher Andreas Fink: "Es kann ansteckend werden, je nachdem, wie nervös die Anleger werden."

"Halbinstitutionelle" fliehen
Vorübergehend geschlossen sind auch die Fonds KanAM US-grundinvest, KanAM grundinvest, AXA Immoselect, DJ Real Estate, TMW Immobilien Weltfonds, SEB ImmoInvest, Morgan Stanley P2 Value, UBS EuroInvest und UBS 3 Kontinente. In allen Fällen hatten Anleger in den vergangenen Tagen so viele Mittel abgezogen, dass die Liquidität für die "ordnungsgemäße Bewirtschaftung", wie es die AXA ausdrückte, nicht mehr ausreicht. Bei Morgan Stanley sank die Liquidität auf die gesetzliche deutsche Mindestgrenze von fünf Prozent. Ende September habe der P2 Value noch über einen Liquiditätspuffer von 35% verfügt. Nicht die Kleinanleger flüchten in Scharen aus den Immobilienfonds, vielmehr ziehen halbinstitutionelle Anleger wie Dachfonds und Vermögensverwaltungen Gelder in großen Einzelbeträgen ab, weil sie selbst flüssige Mittel benötigen.
(Quelle: Medianet)


Autor:

Datum: 17.11.2008

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Investment

Wie Branchenmedien berichten, sollen die Büroflächen im Millennium Tower den Besitzer gewechselt haben. Als Käufer wird die deutsche Art-Invest Real Estate genannt, die damit erstmals in Österreich investiert. Finanzielle Details werden nicht kommuniziert.

Der oberösterreichische Betonfertigteilproduzent hat die Mehrheit des steirischen Fertigkellerbauers übernommen. Der Deal muss noch von der Wettbewerbsbehörde abgesegnet werden, über den Kaufpreis der Kammel GmbH wurde beiderseits Stilschweigen vereinbart.

Die Crowdinvesting-Plattform Rendity legt ihr siebentes Immobilienprojekt des Jahres 2017 auf. Investiert werden kann in einen teamneunzehn-Neubau. Das Finanzierungsvolumen beziffert Rendity mit 600.000 Euro; Laufzeit 36 Monate, Rendite 6,5 Prozent.

Fast keine Woche ohne Signa-Deal in den Medien: Der Real Estate-Konzerns meldet die Übernahme von „fünf Trophy Assets“ in Deutschland: mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro die beim westlichen Nachbarn bis dato größte Immobilientransaktion 2017.

Die börsennotierte Wienerberger AG meldet die nächste Übernahme – diesmal in den USA. Die in ihrem Eigentum stehende Gesellschaft General Share gliedert den Vormauerziegelproduzenten Columbus Brick Company ein.

Der nächste Versuch, sich die deutsche Warenhauskette einzuverleiben, scheint konkreter zu werden. Laut Reuters soll die Signa dem kanadischen Eigentümer ein drei Milliarden Euro schweres Angebot unterbreitet haben.

Es ist fix: Die mit Ende September publik gewordene Übernahme des in Kärnten ansässigen Baustoffproduzenten Brenner durch die Wienerberger Ziegelindustrie wurde jetzt von der Bundeswettbewerbsbehörde genehmigt.

Signa Prime hat Anfang Oktober das Aktionärskapital um eine Milliarde Euro auf insgesamt vier Milliarden Euro erhöht. Mit dem frischen Geld soll die Wachstumsstrategie weiter verfolgt werden, wie es dazu aus dem Immobilienunternehmen heißt.