Immo-Investment: Es muss nicht immer Wien sein

Nationale wie internationale Investoren haben 2017 rund fünf Milliarden Euro in den Immobilienmarkt gepumpt, wie Re/Max Commerce vorgerechnet hat. Neben Wien werden Landeshauptstädte über 100.000 Einwohner interessanter.

Blick auf die heimische Investmentlandkarte: Während sich die Bundeshauptstadt als äußerst bürolastig erwies – auf Wien entfielen in der Assetklasse Büro insgesamt 60 Prozent der Investitionssumme, Linz sicherte sich 14 Prozent und Innsbruck 10 Prozent – zeichnete sich bei den Retail-Flächen schon ein ausdifferenzierteres Bild ab (Wien: 30 Prozent, Salzburg: 20 Prozent, Linz: 13 Prozent). Die gleichmäßigste Verteilung war im Wohnungsbereich zu verzeichnen.

RE/MAX Austria/Doris Schwarz-König © RE/MAX Austria/Doris Schwarz-König

„Österreich ist größer als nur die Bundeshauptstadt. Der Blick über Wien hinaus kann sich für Investoren durchaus lohnen“, erläutert der Geschäftsführer von Re/Max Commercial Group, Stefan Krejci Rics.

Büro: Wo liegen die Spitzenrenditen?

Die höchsten Bürorenditen sind laut Stefan Krejci von der Re/Max Commercial Group außerhalb von Wien erzielt worden; im Schnitt wären diese rund einen Prozentpunkt über dem Wiener Spitzenniveau (zwischen vier und fünf Prozent) gelegen. Dies führt er auf die „geringeren Marktaktivitäten in den Landeshauptstädten“ zurück.

Die günstigsten Mieten (kalt) waren dem Bericht zufolge in Linz zu finden (6,20 Euro bis 10,20 Euro). Deutlich tiefer in die Tasche musste in der Mozartstadt gegriffen werden (6,40 Euro bis 12,50 Euro).

Die Spitzenmieten sind von 2015 auf 2017, also über den Zeitraum von 2 Jahren in Linz um zwei Prozent, in Innsbruck um vier Prozent, in Graz um sechs Prozent und in Salzburg um neun Prozent gestiegen.

Retail und das Kriterium Lage

Die Lage innerhalb der Stadt war bei den Handelsflächen das entscheidende Mietpreiskriterium: So lagen in Wien die Spitzenrenditen bei Fachmarktzentren/Retail-Parks bei unter sechs Prozent. In Shopping Center waren bis zu 4,0 Prozent zu erzielen, in den Einkaufsstraßen 3,3 Prozent. Die Spitzenrenditen dieser Assetklassen in den Landeshauptstädten lagen zumindest 0,5 Prozent bis ein Prozent darüber.

In Graz bewegte sich die Preisrange zwischen 48 und 88 Euro, Linz kam auf 46 bis 100 Euro, Innsbruck auf 33,5 bis 56 Euro. In Salzburg bewegte sich der Mietzins zwischen 91 und 163 Euro; die Mozartstadt war damit rund drei Mal so teuer wie Innsbruck und doppelt so teuer wie Graz.

Investitionsmittel für den Wohnungsneubau

Laut den aktuellen Re/Max-Zahlen lag der Wert der 2017 erstmals verkauften Neubauwohnungen und Totalsanierungen in Graz bei 365 Millionen Euro, in Salzburg bei 199 Millionen Euro, in Innsbruck bei 135 Millionen Euro, in Linz bei 71 Millionen Euro und in Wien bei 1,46 Milliarden Euro. Die Investitionen in den Wohnungsneubau mit Vermietung wurden 2017 in Graz 3,1 Prozent Rendite belohnt (Linz 3,0Prozent, Salzburg 2,8 Prozent und Innsbruck 2,9 Prozent).


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Datum: 27.06.2018

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