Offene Immofonds - Krise erfasst nun auch Privatanleger

Die Liquiditätskrise unter den offenen Immobilienfonds hat jetzt auch die auf Privatanleger spezialisierten Anbieter erfasst. Mit Degi und Credit Suisse kündigten weitere Anbieter an, die Rücknahme von Fondsanteilen auszusetzen.

Anleger der Immobilienfonds Degi Europa und Degi International sowie CS Euroreal der Credit Suisse können für zunächst drei Monate ihre Anteile nicht zurückgeben. Die Finanznöte treffen damit zwei weitere Schwergewichte.

Ende September verwalteten die drei Fonds ein Vermögen von rund 11 Mrd. Euro. Damit haben innerhalb einer Woche neun Anbieter insgesamt elf Fonds eingefroren. Zu ihnen gehören noch der Grundinvest und der US-Grundinvest von Kan Am, der Axa Immoselect, der TMW Immobilien Weltfonds von Pramerica, der SEB Immoinvest, der Morgan Stanley P2 Value und die Fonds Euroinvest und 3 Kontinente der Schweizer Bank UBS. Nach Zahlen des Fondsverbands BVI verwalteten die Fonds Ende September rund 34 Mrd. Euro. Gemessen am Gesamtvolumen aller Immobilienfonds sind demnach bereits 38 Prozent des Vermögens eingefroren.

Mit der Schließung der Degi-Fonds erreicht die Krise eine neue Dimension. Ein Sprecher räumte ein, dass seit Mittwoch vor allem Privatanleger in großer Zahl Geld abgezogen hätten. Die ersten Fondsschließungen wurden noch damit begründet, dass hauptsächlich institutionelle Investoren, Vermögensverwalter und Dachfonds ihre Anteile kurzfristig zurückgaben, um andere Liquiditätslücken zu schließen.
Die größten Fondsgesellschaften beobachten nach eigener Aussage aber keine Panikverkäufe von Privaten. "Wir haben heute keine großen Mittelbewegungen gesehen", sagte ein Sprecher von Union Investment. "Wir sehen keine Schließung und erwarten eine Beruhigung des Marktes. Unsere Liquidität liegt weit über der gesetzlichen Mindestgrenze von fünf Prozent."

Auch ein Sprecher der Deutsche-Bank-Tochter RREFF gab Entwarnung: Für die beiden offenen Immobilienfonds bestehe keine Veranlassung für eine Schließung. Nach Angaben der Deka haben sich die Anleger ihrer fünf offenen Immobilienfonds bisher besonnen verhalten: "Die Liquidität der Fonds ist gut und liegt im Durchschnitt bei 25 Prozent. Die Frage einer Schließung stellt sich derzeit nicht."


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Datum: 12.08.2009

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