Walter Wölfler, Head of Retail CEE & Österreich bei CBRE. © CBRE

Internationale Retailer nehmen Wien ins Visier

Trotz vieler Unkenrufe: Die Assetklasse Handel zieht. Internationale Retailer werfen wieder ein Auge auf Europa – und verstärkt auch auf Österreich. Wien rangiert laut einer aktuellen Branchenstudie weltweit unter den Top 10-Städten für internationale Einzelhändler wie Walter Wölfler, Head of Retail CEE & Österreich bei CBRE (im Bild), gegenüber der Presse betont.

Europäische Städte rücken ins Blickfeld. 43 Prozent der neuen Retail Brands haben sich im Jahr 2016 für Europa entschieden, wie die Zahlen der Studie „How Global is the Retail Business“ eindeutig zeigen. Laut den Autoren mitentscheidend: europäische Einzelhändler, die wieder auf ihre Heimmärkte drängen.

Auch wenn Europa wieder in ist, so blieb den Ergebnissen zufolge Hongkong mit 87 Neueintritten die Dream City für Retailer, gefolgt von London (65 Neueintritte bei hohem US-Markenanteil) sowie Dubai (59 Neueintritte). Paris konnte sich mit 36 Neueintritten von Platz 20 wieder auf den siebenten Platz katapultieren. Für den Sprung nach vorne zeichneten vor allem Fashion-Labels verantwortlich. Ebenfalls aus Europa im Top-Städteranking: Moskau (33 Neueintritte) und erfreulicherweise Wien mit 29 Neueintritten.

Wiener Premiumlagen als Wunschadresse

Beim Neueintritt in Österreich setzen die Retailer den Ergebnislisten zufolge im letzten Jahr speziell auf Premiumlagen in innerstädtischen Einkaufsstraßen sowie auf ausgesuchte Einkaufszentren. Die meisten Neueintritte in Österreich verzeichnete Wien (64 Prozent, inklusive der Shopping City Süd). Ebenfalls beliebt waren Niederösterreich und Salzburg. Insgesamt wurden landesweit 37 Neueintritte verzeichnet.

Beliebteste Österreich-Adresse bei internationalen Retailern: die Wiener Mariahilferstraße.
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Rund 46 Prozent der Neueintritte in Österreich entfielen im Vorjahr auf die Bekleidungsbranche. In Wien konzentrierten sich Retailer 2016 vor allem auf die Mariahilfer Straße (sieben Neueintritte), gefolgt von der Shopping City Süd und dem Donauzentrum (jeweils 6 Neueintritte). „Beim Neueintritt geht kein Retailer Experimente ein, sondern setzt auf Toplagen. Shopping Center und innerstädtische Lagen sind hier gleichermaßen beliebt“, betont Wölfler. Sobald es allerdings um Expansion ginge, würden internationale Einzelhändler in Österreich Einkaufszentren bevorzugen.

Der Trend aus 2016 dürfte auch in diesem Jahr anhalten. „Österreich beziehungsweise Wien sollten auch in Zukunft zu den beliebtesten Einzelhandels-Destinationen gehören – vor allem aufgrund der Stabilität sowie der hohen Kaufkraft“, so der Retail-Experte.

City-Check

Im Rahmen der Studie „How Global is the Retail Business“ wurden 166 Städte in 51 Ländern untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass es in 89 Prozent der Städte zumindest einen internationalen Neueintritt gab und dass die Aktivitäten der Retailer gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent gestiegen sind.

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Datum: 20.06.2017