STRABAG kommt nicht zur Ruhe

Im Rechtsstreit mir deutschen Aktionären hat nun das Oberlandesgericht Köln der Strabag Recht gegeben und sogar Revison untersagt. Trotzdem kündigen die unterlegenen Anlegervertreter an, sich gegen das Urteil zu wehren

Wir erinnern uns: Das OLG Köln hatte am 15. Jänner in Sachen VzfK (Verbraucherzentrale für Kapitalanleger e.V.) gegen STRABAG AG, Köln, im Ergebnis vollumfänglich zugunsten der STRABAG entschieden. In erster Instanz hatte der VzfK beim Landgericht Köln unter anderem die Feststellung beantragt, dass insbesondere der Verkauf der Hoch- und Ingenieurbauaktivitäten an die Ed. Züblin AG sowie die Schaffung gemeinsamer Service-Gesellschaften rechtswidrig gewesen seien.

Darüber hinaus habe nach Ansicht des VzfK eine rechtswidrige Eingliederung der STRABAG AG in die Organisation der STRABAG SE vorgelegen. Ferner beantragte der VzfK die Feststellung der Verpflichtung von STRABAG zur Rückabwicklung der vorgenannten Maßnahmen. Den Klageanträgen des VzfK hatte das Landgericht Köln mit Urteil vom 23.11.2007 im Wesentlichen stattgegeben, die STRABAG AG hatte hiergegen wiederum Berufung eingelegt.

Gericht sieht zunächst nur Vorteile

Das OLG Köln entschied, dass der Berufung vollumfänglich stattgegeben und das ursprüngliche Urteil des LG Köln aufgehoben wird. Die Klage des VzfK war damit vollständig abgewiesen worden. Darüber hinaus hatte das OLG die Revision nicht zugelassen.

Im praktischen Ergebnis folgte zunächst aus der Klageabweisung, dass eine Rückabwicklung der Veräußerung des Hoch- und Ingenieurbaus an die Ed. Züblin AG nicht erforderlich ist. Darüber hinaus könnten die zwischen der STRABAG AG und der Ed. Züblin AG bestehenden Shared-Service-Gesellschaften im bisherigen Umfang weiter tätig bleiben. Die Konzernleitung der STRABAG äußerte sich sehr zufrieden mit dem Urteilsspruch und sah sich in der eingeschlagenen Strategie voll bestätigt. Der Verkauf der STRABAG-Hochbau-Aktivitäten an die Ed. Züblin AG sei für beide Gesellschaften mit erheblichen Vorteilen verbunden gewesen und zudem mit größter Sorgfalt und unter Hinzuziehung zweier externer Wertgutachter vollzogen worden.

Auch die Bündelung der Verwaltungsaufgaben in Shared-Service-Gesellschaften sei international üblich und gehöre, wie die Nutzung von Kosteneinsparungspotentialen und Synergien, zu den selbstverständlichen Optionen eines verantwortungsvoll handelnden Vorstands. Besonders erleichtert war das Unternehmen darüber, "... dass mit diesem Urteil vermehrten Versuchen kleiner Aktionärsminderheiten, mit gerichtlicher Hilfe zum Nachteil von Gesellschaften tief in deren unternehmerische Gestaltungsspielräume einzugreifen, Einhalt geboten werde."

VzfK ortet rechtswidrige Verschiebereien

Trotzdem kündigen die unterlegenen Anlegervertreter an, sich gegen das Urteil zu wehren. Stein des Anstoßes sind zwei Dinge: Erstens geht es um den Verkauf der Hochbau- und Ingenieursparte der deutschen Strabag AG an Züblin sowie um die Schaffung gemeinsamer Servicegesellschaften. Haselsteiner hatte nach der mehrheitlichen Übernahme von Züblin diese Transaktion vorgenommen und im Gegenzug Züblin-Teile zur Strabag verschoben. Die VzfK (die Deutsche Verbraucherzentrale für Kapitalanleger) wirft der Strabag vor, dass diese Schritte rechtswirdrig seien. Die Strabag bestreitet das und sagt, dass sowohl Strabag als auch Züblin davon profitieren. Beim zweiten Streitpunktgeht es um eine laut Anlegervertreter ebenfalls rechtswidrige Eingliederung der Strabag AG in die Strabag SE, was die Strabag ebenfalls bestreitet.

Sollte der VzfK tatsächlich berufen und gewinnen, hätte das schwerwiegende Konsequenzen: Der Verkauf der Strabag-Sparte müsste rückgängig gemacht werden.

Reißen wider Erwarten alle Stricke, kann sich Haselsteiner ja auf sein zweites Standbein verlassen: Mit "Miki und die wilde Bande" hatte der Bau-Tycoon Ende 2008 bekanntlich sein Debut als Kinderbuchautor hingelegt.

strabag © strabag

Straßenbau - eine der Kernkompetenzen des Unternehmens


Autor:

Datum: 19.01.2009

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Unternehmen

Der Baustoffkonzern hat den Vormauerziegelproduzenten Daas Baksteen B.V. übernommen. Über den Kaufpreis der zwei Produktionsstandorte, an denen zuletzt mit 125 Mitarbeitern rund 24 Millionen Euro erwirtschaftet wurden, hat man Stillschweigen vereinbart.

Dieser Tage ließen Robert Schmid und Georg Bursik im Wiener „Haus des Meeres“ drei Dezennien Baumit Revue passieren und blickten gemeinsam in die expansionsgetriebene Zukunft. Der Markengeburtstag wurde mit einer Patenschaft für Steinkorallen gefeiert.

Neue Zentrale der GD Gebäudetechnik mit renoviertem Badausstellungsbereich hat vor den Toren Wiens aufgesperrt. Der Umbau des Odörfer Logistikzentrums in Wiener Neustadt sei ebenso abgeschlossen worden, wie die SHK-Großhändler bestätigen.

Neue Struktur für das wachsende Wohnungssegment: Mit 1. Juni 2018 wird die in Gründung stehende „EHL Wohnen GmbH“ die Arbeit aufnehmen, wie die Unternehmensgruppe mitteilt. An ihrer Spitze: Sandra Bauernfeind.

Nächste Stufe im neuen Pure Play Program der UBM Development – hin zum reinen Immobilienentwickler. Mit dem Verkauf der Park Inn Hotels in Linz (im Bild) und Krakau für rund 52 Millionen Euro geht die beschlossene Bestandsreduktion sukzessive voran.

Wie die Buwog gestern bekannt gab, hat Deputy CEO und CFO Andreas Segal (im Bild) mit gleichem Datum (26. 3. 2018) sein Vorstandsmandat vorzeitig niedergelegt. Seine Agenden übernimmt interimistisch CEO Daniel Riedl. Wechsel stehen auch im Aufsichtsrat bevor.

Clarivate Analytics präsentierte die 2017er-Ranking-Ausgabe der „Top Global Innovators“. Bereits zum siebten Mal in Folge ist dort Baustoffhersteller Saint-Gobain unter den 100 innovativsten Unternehmen und Institutionen der Welt gelistet.

Wie der Dämmstoffkonzern heute bekannt gegeben hat, konnte der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 16 Prozent – und damit um 47 Millionen Euro – auf 351 Millionen gesteigert werden. Damit hat die Austrotherm Gruppe ihren bisherigen Bilanzrekord geknackt.

Die rein auf Entwicklung ausgerichtete Österreich-Tochter der deutschen Zech Group hat ihr erstes Wohnbauprojekt an einen Investor übergeben. Fortsetzung folgt: 1.000 weitere Einheiten sind laut Gesellschafter Pichler bereits in der Pipeline.