VÖB-Konjunkturbarometer: Fertigteilbranche rechnet mit Umsatzplus

Die Zahlen des Konjunkturbarometers des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) für das zweite Halbjahr 2017 spiegeln den allgemeinen Wirtschaftstrend wider. Das Plus sei laut Verband vor allem auf die gute Auftragslage im den Bereichen Wohn-, Gewerbe- und Industriebau zurückzuführen. Laut Analyse nimmt auch die Zahl der Beschäftigten zu: So wollen 14 Prozent der Unternehmen in mehr Manpower investieren. Gleichzeitig steigt in der Branche der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten. Der für 2020 neu fixierte Mindestlohn von 1.500 Euro drückt indes nicht auf das Branchenklima.

Die Stimmung hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr weiter verbessert: Laut Barometer melden nicht ganz zwei Drittel der Befragten steigende Umsätze. Laut VÖB-Präsident Franz Eder (im Bild) rechnet das Gros der Befragten mit einem Plus zwischen zwei und vier Prozent – Werte, die über der aktuellen BIP-Prognosen der Wirtschaftsforscher liegen. „Zehn Jahre nach Ausbruch der Wirtschaftskrise haben viele Unternehmen erstmals das Gefühl, dass es wieder aufwärts geht. Das ist ein wichtiges Signal und ein Appell an die nächste Bundesregierung, den Aufschwung nicht zu gefährden, sondern mit der Umsetzung von seit vielen Jahren geforderten wirtschaftspolitischen Maßnahmen tatkräftig zu unterstützen.“

Wohnbau als Wachstums- und Beschäftigungsturbo

71 Prozent der Befragten rechnen mit Umsatzsteigerungen im Bereich Wohnbau. 46 Prozent erwarten für das zweite Halbjahr ein Plus im Bereich Gewerbe- und Industriebau. Die gut gefüllte Projektpipeline schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch. 14 Prozent der befragten Unternehmen wollen bis zum Jahreswechsel neue Mitarbeiter einstellen, die restlichen 86 Prozent mit der aktuellen Manpower das Auslangen finden. Kein einziges Unternehmen denkt an Personalabbau.  

Die für das 2020 beschlossene Erhöhung des Mindestlohns – 1.500 Euro brutto im Monat sind dann garantiert – wird laut VÖB-Konjunkturbarometers auch in Zukunft kaum Auswirkungen haben: 93 Prozent der Befragten haben angegeben, vom Thema Mindestlohn gar nicht betroffen zu sein.

Starker Wunsch nach Arbeitszeitflexibilisierung

Ganz anders ist die Stimmungslage in puncto Arbeitszeitflexibilisierung gelagert. Acht von zehn Befragten erwarten von einer vielleicht in der nächsten Legislatur – je nach Wahlausgang – kommenden, derzeit politisch heftig diskutierten Arbeitszeitflexibilisierung positive Auswirkungen. Eder dazu: „Flexiblere Arbeitszeiten würden den Produktionsbetrieben helfen, ihre hohen Standards unabhängig von Konjunkturschwankungen zu halten und so den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig abzusichern.“


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Datum: 30.08.2017

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