Wiener Büromarkt stark im Plus

Beschleunigter Büro-Boom: Einem EHL-Bericht zufolge hat sich die Vermietungsleistung im Q3 verdoppelt – Tendenz weiter steigend. Von Jänner bis September wurden bereits 220.000 Quadratmeter Fläche umgesetzt, ein Plus von 41 Prozent.

Schon bei der Expo Real hatte EHL erste Trends zum Wiener Büromarkt im Gepäck. Der Tenor in München: stabile Trendindikatoren, gut prognostizierbare Erträge – böse Überraschungen in Form von Spekulationsblasen ausgeschlossen. Jetzt hat der Immo-Dienstleister frisches Zahlenmaterial zum dritten Quartal nachgereicht. Fazit: der Objekthunger steigt, die „sehr positive Entwicklung“ aus dem ersten Halbjahr hält an und beschleunigt sich weiter.

"Stärkste Entwicklung seit Jahren"

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die  Vermietungsleistung auf 110.000 Quadratmeter hochgeschraubt – und damit verdoppelt. Bis Ende September errechnet EHL ein Plus von 41 Prozent (220.000 m²). Bis zum Jahresende wird dem Expertenbericht zufolge ein Flächenumsatz von rund 280.000 Quadratmetern erwartet, was einem Jahresplus von satten 40 Prozent entsprechen würde. „Wir sehen derzeit die stärkste Entwicklung seit vielen Jahren“, kommentiert Michael Ehlmaier, Geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien, die neue Zwischenbilanz. „Derzeit kommt eine ganze Reihe von Topobjekten neu auf den Markt und nicht zuletzt deswegen setzen viele Unternehmen immer wieder verschobene Standortwechsel und Erweiterungen nun tatsächlich um“, so sein Befund. Die Investoren, die in schwächeren Marktphasen Entwicklungsprojekte gestartet haben, hätten jetzt beste Erfolgschancen.

Der deutliche Dreh ins Plus ist laut EHL dem starken Interesse an hochwertigen neuen Bürogebäuden geschuldet. Das würde auch die steigenden Durchschnittsmieten erklären, die aktuell bei 14 Euro je Quadratmeter liegen. Das Interesse an den Neuflächen ist für den Dienstleister ein starkes Indiz für die guten Marktaussichten zahlreicher Objekte, die 2017 und 2018 auf den Markt kommen. Aufgrund konkreter Vorvermietungsgespräche sei hier mit sehr guten Vermietungsraten zu rechnen.

Der Anstieg der Vermietungsleistung schlägt auch auf den Investmentmarkt durch. Das anhaltende niedrige Zinsniveau und die hohe Nachfrage seitens internationaler Investoren ließen auch für das laufende Jahr Rekorde bei den Spitzenrenditen, die aktuell bei rund 4,25 Prozent liegen, und beim Gesamtvolumen, das im Jahr 3,5 Milliarden Euro erreicht hat, erwarten, heißt es bei EHL.  


AutorIn:

Datum: 21.10.2016

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Märkte

Der urbane Wohnbau zeichnet sich hierzulande durch den weitgehenden Verzicht auf den Baustoff Holz aus. Damit soll Schluss sein, sagen zwei Insider, die Akteure wie Geldgeber in ihr Boot holen wollen. Potenzielle Käufer zeigen sich weniger scheu, wie eine Umfrage bestätigt.

Ausblick auf den rot-weiß-roten Immobilienmarkt 2018: CBRE Österreich hat im neuen Market Outlook die wichtigsten Analysen und Trends zu den einzelnen Sektoren veröffentlicht.

Wie hat sich die Zahl der Neugründungen entwickelt? Wie sieht es mit der Eigenkapitalausstattung aus? Und wie hoch ist die Insolvenzquote? CRIF Österreich hat das Jahr 2017 unter die Branchenlupe genommen.

Nach 2017 ist der österreichische Ökostromanbieter easy green energy laut der VKI-Aktion „Energiekosten-Stop“ bereits zum zweiten Mal in Folge Bestbieter – und das gleich in zwei Kategorien.

Der niederösterreichische Fertighaushersteller Vario-Haus wuchs 2017 auch auf den Auslandsmärkten. Ein Verkaufsplus konnte laut Unternehmen in Italien verzeichnet werden. Auch in der Schweiz ist die Nachfrage gestiegen.

Weitreichender Optimismus begleitete die EHL-Jahresauftaktkonferenz 2018: Die positive Grundstimmung aus dem letzten Jahr bleibt laut den Experten des Hauses auch im neuen Jahr erhalten. Die durchaus heiteren Wien-Trends 2018 für Wohnen, Büro, Einzelhandel und Investment.

Zum Jahreswechsel liegen die ersten Prognosen für den heimischen Immobilienmarkt 2018 vor. Ausblick: Die Angebots-Nachfrage-Schere geht wohl weiter auf. Die Preise werden steigen, wenn auch moderater als zuletzt.

In ihrem aktuellen Bericht zur Konjunktursituation in den wichtigsten Wirtschaftsbereichen Österreichs spricht die UniCredit-Tochter Bank Austria von einem deutlich verbesserten Klima. Die Bauwirtschaft zeigt sich laut Analyse weitgehend stark und stabil.