Wohntrend 2018: Erdgeschoß and the city …

Bereits zum sechsten Mal haben Wohnnet und s Real Stimmungslage und Trends zum Wohnen in Land und Stadt abgefragt. Was auffällt? Die Erdgeschoßwohnung ist auch in den urbanen Zentren eine stark nachgefragte Option, wie im Pressegespräch betont wurde.

Knapp 2.500 Teilnehmer verzeichnete die bundesweite Wohnumfrage in diesem Jahr. Wie in den Jahren zuvor mit einem weiblichen Überhang (58 Prozent), was ungefähr auch der Geschlechterverteilung in der Wohnnet-Welt entspricht und damit die Online-Community relativ exakt wiederspiegelt.

Alexander Hofbauer/wohnnet.at © Alexander Hofbauer/wohnnet.at

Michael Pisecky, GF s REAL Immobilien und Emanuel Führer, GF Wohnnet Medien GmbH

Die Ergebnisse zeigen in einer Grundfrage ein sehr kontinuierliches Bild. Wie schon in den Jahren zuvor heißt es definitiv: Eigentum schlägt Miete. Wer es sich irgendwie leisten kann, investiert in die eigenen vier Wände. Ganze 67 Prozent der Befragten haben diesen Wunsch ganz oben auf ihrer Prioritätsliste. Davon wollen rund 57 Prozent auch selbst einziehen. Für 15 Prozent stellt die eigene Immobilie ein probates Mittel der Geldanlage dar. Ein wichtiges Motiv ist auch die Altersvorsorge (20 Prozent). Wertsteigerungen (5 Prozent) und die Versorgung der eigenen Nachkommen mit erhobenen drei Prozent rangieren weit dahinter.

Wohnnet, sREAL © Wohnnet, sREAL

Ländliche Idylle gerät ins Abseits: Stadt zeigt attraktiveres Umfeld

Was in der 2018er-Umfrage auffällt: Haus, davor Wiese – dahinter vielleicht Wald – zieht heute nicht mehr. Wie auch im Rest der Welt greift die Urbanisierung um sich und ist laut der aktuellen Erhebung auch für die Mehrheit (58 Prozent der Befragten) erstrebenswert. Ein Wert der sich eindeutig und sehr schnell gedreht hat. Zum Vergleich: Noch 2016 wollten 53 Prozent die Stadt hinter sich lassen!

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Michael Pisecky, GF s REAL Immobilien und Emanuel Führer, GF Wohnnet Medien GmbH

Der Zulauf in die städtischen Regionen lässt sich mit dem dort vorhandenen Infrastruktur- und Ressourcenmix erklären. Je schneller das Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Gesundheitseinrichtungen oder dem öffentlichen Verkehrseinrichtungen ausdünnt, desto mehr überzeugt die Stadt mit ihrem näheren Umland. Eine Tendenz, die sich wohl noch weiter verstärken dürfte. Ein ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz ist demgemäß natürlich in der Stadt ein wesentlicher „Ausstattungsfaktor“. Je weiter draußen am Land, desto wichtiger wird folglich der eigene Pkw.

Traum zu ebener Erd´

Bewegung ist auch ins Wunschbild der urban beheimateten Österreicher gekommen. Der Prozentsatz derer, die gern ins Dachgeschoß übersiedeln würden, ist mittlerweile sogar kleiner, als jene (27 Prozent vs. 26 Prozent), die lieber im Erdgeschoß wohnen wollten. Gründe dafür: die kühleren Innenraumtemperaturen während sommerlicher Hitzewellen, aber auch der leichtere Zugang für ältere Bewohner.

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Ehemalige Geschäftslokale als Wohnraum? Interesse ist da – und steigt

Zum zweiten Mal wurde auch abgefragt, ob ehemalige Geschäftslokale – saniert und für Wohnzwecke umgewidmet – als Wohnadresse in Frage kommen würden: Die Ergebnislage ist hier sogar noch eindeutiger als im letzten Jahr. Zeigten 2017 genau 40 Prozent Interesse an der Straßenlage, sind es diesmal bereits satte 48 Prozent, die sich ein Leben zu ebener Erd´ vorstellen können. Immobilieneigentümer, die mit Leerständen zu kämpfen haben, sollten angesichts dieser Datenlage eine Umwidmung und ein Umbau zumindest mal in Erwägung ziehen.

Mila Supinskaya Glashchenko/shutterstock.com © Mila Supinskaya Glashchenko/shutterstock.com

Erdgeschoß heißt aber auch Reihenhaus mit Garten: Eine Terrasse suchen 55 Prozent der Befragten. Ein zumindest kleines Stück eigenen Garten suchen 39 Prozent: Ebenfalls wichtig sind eine intelligente Raumaufteilung (54 Prozent), die Luftqualität (45 Prozent) und eine ruhige Lage (43 Prozent).

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Bei der Energieeffizienz ist die Situation ähnlich wie in den Vorjahren: Das Bewusstsein steigt, allerdings sind die Lage und die sonstigen Eigenschaften einer Immobilie immer noch wesentlich wichtiger als ein niedriger Heizwärmebedarf.

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Wie und wo die Österreicher nach Immobilien suchen

Gesucht werden Immobilien bevorzugt auf Immobilienplattformen wie wohnnet.at. 37 Prozent der Befragten surfen 2018 in den Portalwelten. 22 Prozent setzen auf den Webauftritt der von Immobilienmakler, 16 Prozent nutzen Social Media, aber auch Tageszeitungen (14 %) und Immobilienmagazine (11 %) spielen nach wie vor eine Rolle.

360°-Rundgänge und virtuelle Besichtigungen haben sich in den letzten Jahren vermehrt in der Immobilienbranche etabliert und werden mittlerweile von 74 Prozent der Immobiliensuchenden als hilfreich eingestuft; nur 26 % können damit noch nichts anfangen.

Gefragt haben Wohnnet und s Real auch nach der präferierten Art der Kontaktaufnahme: Mit 56 Prozent setzt die Mehrheit der Befragten auf Kontaktaufnahme via E-Mail oder Kontaktformular. Für 44 Prozent ist der Griff zum Telefon die Norm.


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Datum: 23.07.2018

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