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Smart Meter: Strom und Gaszähler bald ausgedient

Strom- und Gaszähler werden bald mit "intelligenten" Zählern vertauscht. Für die Kunden soll das einige Verbesserungen bringen: Optimale Steuerung des Energieverbrauchs, finden des günstigsten Tarifs und vereinfachter Anbieterwechsel.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner plant eine stufenweise Einführung von intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Meter in Österreich: Bis 2018 sollen mindestens 95 Prozent der Geräte ausgetauscht sein. Er folgt damit einer Vorgabe der EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie, wonach bis 2020 mindestens 80 Prozent der Verbraucher mit den neuen Stromzählern auszustatten sind. "Eine Abdeckung von 95 Prozent ist einer 80-Prozentigen vorzuziehen, da die Netzbetreiber ansonsten duale Systeme für die Ablesung etablieren müssten, was sich negativ auf die Kosten auswirken würde", sind die Vorstände der E-Control Austria, Walter Boltz und Martin Graf, überzeugt. Und weiter: "Nur wenn möglichst viele Kunden mit Smart Metern ausgestattet werden, kann der größtmögliche Nutzen – nicht zuletzt für die Energieeffizienz – erreicht werden."

In weiterer Folge sollen auch die Gaszähler mit "intelligenten" Geräten vertauscht werden. Die entsprechende Verordnung fehlt allerdings noch. "Die Gasbranche hat technische Probleme und hinkt hinterher", so ein Brancheninsider. Smart Meter sammeln Verbrauchsdaten und übertragen sie verschlüsselt und über eine sichere Verbindung an eine Datenzentrale. Statt wie bei herkömmlichen Zählern einmal im Jahr werden die Messdaten zeitnah ausgelesen. Der Kunde kann so seinen eigenen Energieverbrauch besser steuern, den für ihn günstigsten Tarif herausfinden und auch leichter den Anbieter wechseln.

Kosten

Zusätzliche Kosten für das Gerät sowie für den Einbau sollen für den Endkunden nicht anfallen, stellt Graf in Aussicht. "Der Zähler steht im Eigentum des Netzbetreibers und bereits bisher werden Messentgelte in Rechnung gestellt, die diese Kosten auch abdecken sollen. Grundsätzlich stellen Smart Meter eine technologische Weiterentwicklung dar und werden als Investitionen wie Stromleitungen und Transformatoren angesehen."

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Archivmeldung: 25.04.2012