Veränderung managen: Digitalize Bau+Immo 2.0

Die Bau- und Immobilienbranche ist spät aber doch auf den Digitalisierungszug aufgesprungen. Wer den Anschluss nicht verpassen will, was auf die Player jetzt unweigerlich zurollt und was das für den Berufsalltag bedeuten kann, wurde jetzt beim Branchenkongress diskutiert.

Bereits zum zweiten Mal hatten Kongressveranstalter Alexander Ghezzo und sein Team die Immobilienwirtschaft zur Digitalisierungsdebatte eingeladen.

Im Hilton Vienna unter anderem Thema: Dier Virtualisierung des Bauprozesses sowie die Immobilienvermarktung mittels Virtual und Augmented Reality. Darüber, dass Digitalisierung und Modernisierung in der Branche überfällig seien, waren sich die großen wie kleinen Player einig. 170 Immobilienprofis trafen sich, um sich auf der Digitalize Bau+Immo 2.0 hier dazu einen Überblick zu verschaffen, die dafür notwendigen Motivationsstrategien zu erörtern und die Betriebsorganisationsprozesse neu zu überdenken.

Veränderung braucht breite Akzeptanz

Herwig Teufelsdorfer, COO der Buwog Group betonte eingangs, dass die Digitalisierung in Unternehmen aus den Fachbereichen und nicht aus der IT angestoßen werden müsste. Potenzial ergäbe sich einfach aus der Vermeidung von Medienbrüchen. Und so würden Tablets bald zur Standardausrüstung bei Buwog-Mitarbeitern zählen.

Welchen Effekt Lean Management und BIM auf die Immobilienbranche haben, berichtete Gernot Wagner von der Porr. Transparenz, klare Entscheidungen und effiziente Prozesse verbesserten die Kostensicherheit und die Termintreue. Dafür bedürfe es aber auch einem Wandel in der Arbeitskultur am Bau, so Wagner. Daten sind das neue Gold: Markus Hartbauer von SER machte anschaulich, wie Unternehmen ihre eigenen Daten effizienter nutzen könnten. Damit Lean Construction in der Praxis funktioniere, bedürfe es seiner Einschätzung nach eines neuen Content Management Systems. Ins gleiche Horn stieß Thomas Schäfer von Newforma. Wissen aus der gesamten Emailflut – ideal kumuliert und aufbereitet - würde Unternehmen einen ungeahnten Informationsvorsprung, wie er schlussfolgerte.

IoT am Arbeitsplatz: Interesse und Büro-Bereitschaft

Wie das Interesse an smarten, intelligenten Gebäude geweckt werden könne, erklärte Sebastian Röder von Drees & Sommer. Stichwort Büro von morgen: Harald Peterka vom Startup Cleanbird bat die Kongressteilnehmer zur Umfrage. Das Ergebnis: Von den Anwesenden zeigten mehr als zwei Drittel für IoT-Lösungen am Arbeitsplatz.

Gleich drei Unternehmen, Ogulo, smabu und Squarebytes zeigten in der Ausstellung ihre Visualisierungslösungen und teilten in Fachvorträgen ihre Visionen.

Gudrun Ghezzo, die sich als Unternehmensberaterin viel mit den Change-Prozessen internationaler Unternehmen unterschiedlichster Branchen befasst hat, sieht den weiteren Erfolg von Digitalisierungsprojekten stark in der Unternehmenskultur wurzelnd. Bestehende Strukturen und Vorbildwirkung der Führungskräfte sind ihrer Meinung nach hier die relevanten Schlüsselfaktoren.

Auf digitaler Augenhöhe mit den Kunden

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Michael Neubauer (Fokus-media House), Alexander Kopecek (Vorstand, Wien 3420 Aspern Development) Anton Kreitner (Leiter Facility Management, EHL) Elfriede Kraft (Geschäftsführerin, 6B47 Real Estate Investors), Mario Schmalzl (Head of IT, UBM) und Hannes Werderits (Leiter Informationstechnologie, Esterhazy Betriebe) über die prägende Wirkung einer sich tatsächlich digitalisierenden Immobilienwirtschaft. Ihr Befund: Es gehe darum, sich an den Kunden und Nutzern auszurichten. Den bei diesen sei die Digitalisierung schon längt unabdingbarer Teil der Lebens- und Arbeitsrealität.


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Datum: 03.04.2018

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