Plädieren für mehr Frauen in den Führungsetagen des gemeinnützigen Wohnbaus und eine höhere Eigentumsquote im Wohnbereich im Bild v. links: Michael Pech (Aufsichtsratsvorsitzender des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen), Alfred Graf (Obmann-Stv. des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen), Isabella Stickler (NETZWERT-Vorsitzende), Herwig Pernsteiner (Obmann der ARGE Eigenheim OÖ und Vorstandsvorsitzender der ISG - Innviertler Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft) und Christian Struber (Bundesobmann der ARGE Eigenheim).
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Mehr Frauen in die Chefetagen – auch im Wohnbau

Frauen sind nicht nur in der Politik stark unterrepräsentiert – auch im Wohnbau zählen sie nach wir vor zu einer Minderheit. Vertreterinnen der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft, die sich auf Initiative der ARGE Eigenheim formieren, wollen hier nun verstärkt gegensteuern. Ihr Motto: „Mehr „Frauen-Power“ für den Wohnbau.

Die Mitglieder der Plattform „Netzwert“ orten starken Handlungsbedarf. Obwohl mehr als 60 Prozent der rund 5000 ARGE Eigenheim-Mitarbeiter weiblich sind, fehle es an weiblichen Führungskräften. In der Delegiertenversammlung des Verbandes mit 53 Mitgliedern sei derzeit überhaupt nur eine Frau vertreten, weiß Bundesobmann Christian Struber (rechts im Bild). Auch als Aufsichtsrat des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen, spricht von einer „nicht zeitgemäßen“ Situation.

Frauenanteil bis 2020 kontinuierlich steigern

Ein lanciertes Aus- und Weiterbildungsprogrammen soll jetzt helfen, den Frauenanteil in den Gremien aber auch in den Chefetagen der rund 100 gemeinnützigen Unternehmen, die in der ARGE Eigenheim zusammengeschlossen sind, bis 2020 gezielt zu erhöhen. „Wir haben in kurzer Zeit knapp 100 Mitglieder gewonnen, das zeigt, dass das Interesse an unserem Netzwert sehr groß ist. Ich bin davon überzeugt, dass die Gleichstellung in allen Führungsebenen kein Frauenthema, sondern eine wirtschaftliche, unternehmerische und gesellschaftliche Notwendigkeit ist, so Netzwert-Vorsitzende und Prokuristin der Alpenland Wohnbau- und Wohnbetreuungs-GmbH, Isabella Stickler (Bildmitte). Die neue Bewegung sei folglich für alle Unternehmen der Wohnungswirtschaft offen, wie sie betont. „Es ist ein Signal an die Frauen, mehr Mut für Bewerbungen für Führungspositionen zu haben."

Sensibilisieren, überzeugen, verändern

Frauen sollen vor allem motiviert werden, Führungsaufgaben und Führungsverantwortung in der ersten und zweiten Ebene im gemeinnützigen Wohnbau zu übernehmen. Ziel des Netzwerkes ist es laut Aussendung ebenso, sich innerhalb der Branche gegenseitig zu stärken und Know-how zu bündeln. Jüngere Mitarbeiterinnen sollen zudem frühzeitig durch aktives Mentoring an Führungsaufgaben herangeführt werden. Ebenfalls auf der Agenda stehen die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein erhöhtes Engagements in allen Gremien sowie die Stärkung des Images der Gemeinnützigkeit.

Gemeinnützige als Wirtschaftsfaktor

Insgesamt beläuft sich das Bauvolumen der ARGE Eigenheim-Mitglieder, das sind rund 100 gemeinnützige Wohnbauunternehmen in Österreich, auf mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr. Das Neubauvolumen aller gemeinnützigen Bauvereinigungen beträgt mehr als zwei Milliarden Euro. Ziel laut Aussendung ist es, leistbaren und qualitätsvollen Wohnraum zu fairen Preisen zu schaffen.

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Datum: 13.06.2017