Handwerkerbonus wirkungslos - Pfusch nimmt zu

Der Pfusch mit Baudienstleistungen steigt nach vorläufigen Zahlen um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der im Sommer eingeführte Handwerkerbonus hat also nichts gebracht, vielmehr sei er ein "Tropfen auf dem heißen Stein".

Die Schattenwirtschaft am Bau nimmt weiter zu. So wächst der Pfusch mit Baudienstleistungen nach vorläufigen Zahlen 2014 um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus dem aktuellen Branchenradar "Schattenwirtschaft am Bau in Österreich 2014" hervor geht. Insgesamt werde alleine mit baubezogenen Dienstleistungen etwas mehr als acht Milliarden Euro ohne jede weitere Besteuerung am Fiskus und der Sozialversicherung vorbei erwirtschaftet.

Kreutzer, Fischer & Partner © Kreutzer, Fischer & Partner

Andreas Kreutzer:

Handwerkerbonus wirkt sich kaum aus

Auch der in diesem Sommer eingeführte Handwerkerbonus werde an den Zahlen nicht viel ändern, sagt Studienautor Andreas Kreutzer, Kreutzer Fischer & Partner Consulting GmbH. "Der Handwerkerbonus ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Schließlich spart der private Auftraggeber vor allem an den nicht versteuerten Lohnkosten. Diese macht auch die Förderung nicht wett." Und: Für das Wachstum verantwortlich sind laut Studie ausschließlich private Pfuscher. Die Erlöse aus der „Nachbarschaftshilfe“ steigen heuer im Jahresabstand voraussichtlich um +8,5% auf nahezu 4,5 Milliarden Euro.

Die Schattenwirtschaft 2014 in Zahlen.

Hauptursache Arbeitslosigkeit

Ein Grund für den Anstieg des Pfuschs seien die gestiegenen Arbeitslosenzahlen in der Branche. So waren mit Ende August in Österreich am Bau und im Bauhandwerk mehr als 20.000 Personen arbeitslos gemeldet - um nahezu 2.750 Personen (+15,6%) mehr als im Jahr davor. Viele dieser beschäftigungslosen Bauhandwerker würden ihre Dienstleistung am Schwarzmarkt anbieten, ist Kreutzer überzeugt. "Und dieses Angebot wird offenbar von den privaten Haushalten wohlwollend angenommen, nicht zuletzt weil die Preise für legale Baudienstleistungen rasch wachsen." In den letzten zehn Jahren wuchs der Baupreisindex im Wohnungs- und Siedlungsbau um rund vierzig Prozent rascher als die Inflation.

Gewerblicher Pfusch konstant

Konstant ist indessen das Volumen im gewerblichen Pfusch. Der Umsatz aus „Ohne-Rechnung-Geschäften“ stagniert laut Branchenradar bei rund 3,5 Milliarden Euro. Die steigende Nachfrage nach Pfusch zieht sich durch alle Gewerke: Die Wachstumsraten liegen zwischen +6,1% für Gartenarbeiten und +3,0% in der Haustechnik. Den größten Teil des Umsatzkuchens holt sich das Bauhauptgewerbe mit 3,05 Mrd. Euro (38%). Dahinter folgen Haustechnik mit 2,05 Mrd. Euro (26%) und der Innenausbau (Boden, Wand, Decke) mit 1,85 Mrd. Euro. Deutlich kleiner sind die Segmente „Dach“ mit 600 Mio. Euro, Garten mit 350 Mio. Euro und Einrichtung mit 100 Mio. Euro.


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Datum: 17.09.2014

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